Salzburg/Pflege: Weitere Maßnahmen im Fall Senecura Lehen eingeleitet

Engmaschige Kontrollen / Rasche Reduktion der Plätze auf 50 / Zusätzliche Schritte inklusive Schließung möglich / Hotline eingerichtet

Salzburger Landeskorrespondenz, 13. September 2022

(LK)  „13 der aktuell 63 pflegebedürftigen Seniorinnen und Senioren werden rasch auf andere Pflegeeinrichtungen vorrangig im Stadtgebiet verteilt. Wenn innerhalb einer vierwöchigen Frist keine massive Verbesserung in der Einrichtung der Senecura Lehen eintritt, wird das Land auch weitergehende Schritte bis hin zu einer Schließung setzen. Entsprechende Pläne dazu werden gerade ausgearbeitet, um auf alle Situationen vorbereitet zu sein“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn heute im Rahmen einer Pressekonferenz.

„Die Vorkommnisse im Seniorenwohnhaus Senecura Lehen sind erschütternd und machen mich tief betroffen. So etwas darf nicht passieren und wir setzen jetzt alle Maßnahmen, um den betroffenen Bewohnerinnen und Bewohnern zu helfen und um solche Missstände in Zukunft zu verhindern. Das ist meine höchste Priorität“, stellt Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn klar. 

Schellhorn: „Unangekündigter Aufsichtsbesuch“

„Ein unangekündigter Aufsichtsbesuch am vergangenen Sonntag hat gezeigt, dass bei Ausfall nur eines Mitarbeiters die Pflegeleistungen nicht mehr in der Form erbracht werden können, wie sie vorgeschrieben sind. Nach einem gestrigen Gespräch mit dem Geschäftsführer der Senecura Österreich und drei weiteren Vertretern des Unternehmens ist klar, dass es ohne weitere Maßnahmen keine Verbesserung für die Bewohnerinnen und Bewohner geben kann“, informiert Schellhorn.

Bewohnerzahl wird reduziert

„Die Heimaufsicht des Landes Salzburg wurde von mir beauftragt, mit wöchentlichen Kontrollen vor Ort die Verbesserungen in der Pflegequalität im Seniorenwohnhaus streng zu überwachen“, so Schellhorn und ergänzt: “Per Bescheid wird die Senecura-Gruppe zudem verpflichtet, die Belagszahl im Seniorenwohnheim innerhalb von vier Wochen von 63 auf 50 Bewohnerinnen und Bewohner zu reduzieren und so Druck von den besonders belasteten Bereichen zu nehmen.“

Verteilung auf andere Heime

„Ich habe bereits Kontakt mit Stadträtin Anja Hagenauer aufgenommen, die dankenswerterweise ihre Unterstützung dabei zugesagt hat. Auch mit den anderen Trägern stehe ich diesbezüglich im Austausch. Auch Senecura selbst hat die Aufgabe sich darum zu bemühen, Plätze zu finden und eine zeitweise Übersiedlung in andere Häuser zu organisieren“, informiert Schellhorn.

Schellhorn: „Zusammenarbeit und Kontrolle“

Weitere Vorgaben des Landes an Senecura sind eine Aufschlüsselung des täglichen Personaleinsatzes inklusive der entsprechenden Qualifikationen und Übermittlung an die Heimaufsicht des Landes sowie die umgehende Verständigung der Heimaufsicht bei Abweichungen vom Dienstplan. „Damit hat das Land die Möglichkeit, die tatsächliche Pflegeleistung zu überprüfen und davon werden wir auch Gebrauch machen,“ verdeutlicht Schellhorn und betont: „Zusammenarbeit und engmaschige Kontrolle sind der einzige Zukunftsweg für den Betreiber“.

Anlaufstelle für Angehörige

„Die Umsetzung von weiteren Maßnahmen sind wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Menschen mit Pflegebedarf und ihren Angehörigen schuldig“, verdeutlicht Schellhorn. Daher wird auch eine Beratungshotline für Angehörige eingerichtet. Unter der Nummer +43 662 8042-3533 gibt es ab sofort für Angehörige von Bewohnern des Senecura-Hauses in Lehen eine Anlaufstelle, an die sie sich mit ihren Sorgen und Ängste wenden können.

Angebote für Pflegeeinrichtungen

Das Land wird zudem im Rahmen des Weiterbildungskatalogs verstärkt Inhouse-Angebote für die Pflegeeinrichtungen anbieten. Die Themen sind bei diesen Workshops individuell gestaltbar und es kann auf den Bedarf eines Hauses gut eingegangen werden. „Wir wissen, dass eine solche Situation nicht nur das eine Haus belastet, sondern alle Einrichtungen betroffen sind. Hier wollen wir Unterstützung bieten“, erklärt Schellhorn und bittet die Einrichtungen, dieses Angebot auch in Anspruch zu nehmen.

© Land Salzburg/Neumayr/Hofer

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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