LRin Langer-Weninger zeigt der geplanten EU-Richtlinie RED III die rote Karte: „Energie aus nachhaltiger Holznutzung muss förderfähig bleiben, ansonsten verfehlen wir unsere Klimaziele“

„Mitten in der schlimmsten Gas-Versorgungskrise der Geschichte fehlt mir jedes Verständnis dafür, dass das EU-Parlament Holz nicht länger als erneuerbare Energie werten will – Gas und Atomenergie aber schon. Die Nutzung von Holz ist nicht das Problem, sondern die Lösung. Wer das nicht erkennt, ist auf dem Holzweg.“

Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger

Alarmstufe Rot für die heimische Forstwirtschaft und die Energiewende: Auf EU-Ebene werden diese Woche energie- und klimapolitisch brisante Entscheidungen getroffen. Im Konkreten geht es um die Überarbeitung der Erneuerbaren Energie Richtlinie (RED). Der Entwurf der neuen RED III, der dem EU-Parlament vorliegt, sieht weitreichende Neuerungen mit gravierenden Folgen für die heimische Waldwirtschaft vor. So soll der Rohstoff Holz nicht länger als erneuerbare Energie eingestuft werden, womit auch die energetische Nutzung von Waldholz nicht mehr förderfähig wäre. „Die Förderfähigkeit von Holz einfach mir nichts dir nichts zu streichen, entzieht der europaweiten und nationalen Energiewende den Boden. Damit konterkariert die EU ihre eigenen Energie- und Klimaziele“, betont Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger. Dass Atomenergie und Erdgas „grün“ sein sollen, die Nutzung des nachwachsenden und klimaneutralen Rohstoffes Holz aber nicht, sorgt bei Oberösterreichs Forst- und Agrar-Landesrätin für Kopfschütteln. „Mir scheint, das EU-Parlament sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Dabei gibt es nur eine Handvoll Energieträger, die eine echte Alternative zu fossilen Brennstoffen sind: Holz ist definitiv eine davon!“

Kritisch sieht Langer-Weninger auch die im RED-III-Entwurf vorgesehene Pflicht zur Kaskadennutzung bei Holz. „Diese Vorgaben sind weder notwendig noch praxistauglich. Schon jetzt erfolgt die Nutzungskaskade beim Holz automatisch durch die erzielbaren Marktpreise.“ Gemeint ist damit, dass die energetische Verwertung am Ende der Nutzungskette erfolgt bzw. nur bei Holzsortimenten, für die keine stoffliche Verwertbarkeit gegeben ist. „So wird Nutzungskaskade flexibel und effizient umgesetzt, ohne starre rechtliche Vorgaben. Durch einen gesetzlichen Kaskadenzwang würde lediglich ein unnötiges und hinderliches Bürokratiemonster geboren“, ist Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger überzeugt.

Energiewende in OÖ: Nicht ohne Holz

Unter den erneuerbaren Energieträgern in Oberösterreich nimmt Biomasse den ersten Platz ein. Mit 48 Prozent (%) liegt Biomasse klar vor der Wasserkraft (36%) und der Wind- und Solarenergie (16%). Holz, also fester Biomasse, kommt dabei eine entscheidende Rolle zu, die in den nächsten Jahren noch ordentlich und dabei trotzdem nachhaltig ausgebaut werden kann. „Oberösterreichs Wälder bieten große Ressourcen für den Ausbau erneuerbarer Energie. Laufend wächst mehr Holz nach als genutzt wird. Der Holzvorrat beläuft sich inzwischen laut Waldinventur auf 166 Millionen Vorratsmeter – Tendenz steigend„, erklärt Landesrätin Langer-Weninger. Sie betont daher abschließend: „Unsere Wälder und die nachhaltige Bewirtschaftung durch die Bäuerinnen und Bauern sind der Schlüssel zur Energie-Unabhängigkeit und Klimaneutralität. Wer das nicht erkennt, ist auf dem Holzweg!“

 ©Hermann Wakolbinger
„Energie aus nachhaltiger Holznutzung muss förderfähig bleiben“, betont Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger. Den Plänen des EU-Parlaments zur neuen „RED III“ zeigt sie die rote Karte.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

error: (c) by salzTV