Ausweichverkehr im Sommer reduziert

Abfahrtssperren auf A10 zeigten Wirkung / Evaluierung der Maßnahmen für 2023 gestartet

Mit dem Ferienende in Westösterreich und einigen deutschen Bundesländern ist auch der Großteil des Sommerreise-Verkehrs auf der A10 abgewickelt: „Das Instrument der Abfahrtssperren hat heuer grundsätzlich gut funktioniert und den Ausweichverkehr in den Anrainergemeinden verringert“, betonte Landesrat Stefan Schnöll nach der heutigen Nachbesprechung des Sommer-Reiseverkehrs mit Polizei, ASFINAG, ÖAMTC, Sicherheitsdienst und betroffenen Gemeinden.

An insgesamt 76 Standorten im Bundesland wurden Abfahrts- und Durchfahrtssperren verordnet. Diese waren an zehn Wochenenden seit Anfang Juli, jeweils von Donnerstag bis Sonntag von 6.00 bis 22.00 Uhr aktiv. Auf der Autobahn kontrollierten Mitarbeiter der ASFINAG, im niederrangigen Straßennetz die Polizei und ein privater Sicherheitsdienst mit bis zu 25 Mitarbeitern pro Tag.

Schnöll: „Kontrollen und Technologie haben Situation verbessert.“

„Die personelle Aufstockung des privaten Sicherheitsdiensts und vor allem die Unterstützung der ASFINAG direkt auf der Autobahn hat die Situation in den betroffenen Gemeinden heuer verbessert. Durch den technischen Fortschritt wurden die Ausweichsperren auch besser in die Navigationsgeräte übernommen, auch das hat wesentlich zur Verbesserung der Situation in den staugeplagten Gemeinden beigetragen. Das bestätigt uns auch das Feedback betroffener Gemeinden“, so Landesrat Stefan Schnöll.

Christ: „Enge Abstimmung auch in Zukunft.“

„Die Bewältigung des sommerlichen Verkehrsaufkommens auf der A10 ist für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Als Mobilitätspartner nehmen wir hier unsere Verantwortung wahr und unterstützen bestmöglich die Kontrollen der Abfahrtssperren. Durch die gute Zusammenarbeit von Land Salzburg und ASFINAG ist es gelungen, das Phänomen Ausweichverkehr besser in den Griff zu bekommen und die Belastung für Gemeinden zu minimieren“, sagt Tamara Christ, Geschäftsführerin der ASFINAG Service GmbH. „Angesichts eines Plus von fünf Prozent beim Verkehrsaufkommen auf der Tauernautobahn im Juli und August gegenüber dem Vor-Corona-Niveau von 2019 sind Zusammenarbeit und eine enge Abstimmung auch in Zukunft unverzichtbar“, so Christ.

Gurtner: „Informationsarbeit im Vorfeld.“

„Bei der Anzahl der Staus ab einer Länge von 1,5 Kilometer oder mehr als 15 Minuten ist Salzburg österreichweit heuer an zweiter Stelle, nicht mehr an erster. Wir haben im Vorfeld viel mit dem deutschen Autofahrerclub ADAC kommuniziert, nicht nur am Samstag und Sonntag zu fahren, auch über die Gründe für die Abfahrtssperren wurde ausführlich informiert. Viele fahren jetzt bei Nacht, der Freitag und der Montag kommen auch dazu“, so Aloisia Gurtner vom ÖAMTC Salzburg.

Rausch: „Positive Bilanz der Polizei.“

„Aus polizeilicher Sicht können wir eine positive Bilanz ziehen, wir haben auf die Herausforderungen der letzten Jahre entsprechend reagiert. Natürlich sind Autofahrer auch sehr kreativ, wodurch nach Entschärfung gewisser Stellen anderswo neue Staubereiche entstehen. Unsere Präsenz mit Uniform entlang der Route hat in gewisser Weise für Respekt gesorgt, die Akzeptanz der Autofahrer war groß“, so Landespolizeidirektor Bernhard Rausch.

Bürgermeister sehen Verbesserungen

„Es hat bei uns heuer massive Verbesserungen im Ortsgebiet gegeben. Die Aufklärungsarbeit vorab in den Nachbarstaaten war ein wichtiges Element“, so der Bürgermeister von Kuchl, Thomas Freylinger. Eine zweigeteilte Bilanz zieht der Bürgermeister von Pfarrwerfen, Bernhard Weiß. „Am Wochenende hat es in diesem Jahr gut funktioniert durch die Kontrollen. Sonst, ohne Kontrollen, klappt es weniger, obwohl der Verkehr insgesamt reduziert wurde. Die Maßnahmen des Landes und der ASFINAG greifen, noch gibt es aber Verbesserungspotenzial, man könnte Abfahrtssperren früher im Jahr und auch unter der Woche andenken“, so Weiß.

40 zusätzliche Mitarbeiter auf Autobahn

Neben den bewährten Infos mit Überkopfanzeigern, Signalisierungen auf der Strecke sowie Info-Anhängern bei Abfahrten setzte die ASFINAG diesen Sommer 40 zusätzliche Mitarbeiter als Traffic Manager ein, um Polizei und Wachdienst zu unterstützen. Diese aktivierten insgesamt 32 vorübergehende Abfahrtssperren, bei denen 70 Prozent der abfahrenden Fahrzeuge auf die Autobahn zurückgeschickt wurden, 30 Prozent der Lenkerinnen und Lenker konnten ein Ziel in Österreich benennen oder waren in der Region wohnhaft. Die Hotspots der Ausweichversuche waren in Richtung Villach Hallein und Kuchl. In der Gegenrichtung Pfarrwerfen und Hallein.

Evaluierung gestartet

Heute fand bereits die erste Nachbesprechung mit allen Beteiligten statt, um die Maßnahmen für 2023 weiter zu evaluieren. „Wir haben bereits den Startschuss für die Vorbereitungen auf nächstes Jahr gesetzt“, so Verkehrslandesrat Stefan Schnöll, der vorausschickt, dass die Abfahrtssperren auch 2023 wieder aktiviert werden: „Wir werden gemeinsam mit den Gemeinden und allen Partnern in den nächsten Monaten wieder alle Zahlen und Daten evaluieren, um die richtigen Ableitungen für den nächsten Reise-Sommer zu treffen. Ich freue mich, dass die ASFINAG auch kommendes Jahr wieder mit an Bord ist“, betont Landesrat Stefan Schnöll.

Der Reisesommer auf der A10 im Überblick

  • Zehn Wochenenden mit Abfahrts- und Durchfahrtssperren
  • Abfahrtssperren an 76 Standorten im Bundesland verordnet
  • Verordnungen wurden erweitert auf Donnerstag bis Sonntag (6.00 bis 22.00 Uhr)
  • Privater Sicherheitsdienst personell verstärkt – bis zu 25 Mann pro Tag im Einsatz
  • ASFINAG kontrollierte auf der Autobahn und aktivierte 32 vorübergehende Abfahrtssperren
  • 70 Prozent der Fahrzeuge von ASFINAG-Mitarbeitern an Sperren zurückgewiesen
  • Übernahme der Fahrverbote in die Navigationsgeräte funktionierte heuer deutlich besser
  • Insgesamt wurden im Juli und August 2,7 Millionen Fahrzeuge an der Mautstelle St. Michael abgefertigt.
  • Verkehrsreichstes Wochenende: 20. bis 21. August mit 126.900 Fahrzeugen in beide Richtungen
©Land Salzburg/Neumayr/Leopold
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Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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