Feldreste für die Energieproduktion – ein weiterer Schritt Richtung Energiewende

„Die CO2 Reduktionsziele und steigende Energiepreise machen alternative Formen zur Energiegewinnung und vor allem auch die Biomethanproduktion aus organischem Abfall attraktiver als je zuvor. Die Nutzung von inhomogenen Abfällen wie Feldresten, gestaltete sich bisher eher schwierig. Aufgrund der sich ändernden Rahmenbedingungen, der angestrebten Energiewende sowie der Suche nach alternativen Energiequellen, findet aktuell jedoch ein großes Umdenken statt. Das Unternehmen BioG beschäftigt sich seit mehr als zehn Jahren mit der Einbringung und Aufbereitung von Feldresten, wie Mais- und Rapsstroh, Zwischenfrüchten und Mist aus der Tierhaltung zur Energieproduktion in Biogasanlagen.“

Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger

Feldreste – wertvolle Energiequelle

Speziell in Oberösterreich fallen vor allem Feldreste wie Mais-, Raps- und Sojastroh sowie Zwischenfrüchte an, Materialien die normalerweise nach der Ernte eingearbeitet werden. „Nicht ohne Grund kommen diese ungenutzten Rohstoffreserven immer mehr ins Rampenlicht, denn das Potential ist enorm. So kann zum Beispiel 1 ha Maisstroh ca. 1200 l Öl ersetzen und somit ca. 4 t CO2 eingespart werden“, so die Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger und ergänzt:  „Auch Zwischenfrüchte sind nicht zu unterschätzen, da 1 ha Sommerzwischenfrucht bis zu 700 l Erdöl ersetzen kann, vorausgesetzt die Niederschläge stehen zur Verfügung. Im Gegenzug benötigt man je nach Erntetechnik ca. 30-50 l Treibstoff für den Abtransport dieser Feldreste, also durchaus eine vorzeigbare Bilanz.“ Die Effizienz dieser Rohstoffe wird noch höher, wenn sie vorher einer mehrstufigen kaskadischen Nutzung zugeführt werden, z.B. für industrielle Zwecke wie chemische Grundstoffe, Faserproduktion, Textilien, Verpackungen, Isoliermaterial, Möbel usw. Die Reste aus dieser industriellen Nutzung werden in weiterer Folge für die Biomethanproduktion verwendet, welche als Treibstoff oder zur regelbaren Energieproduktion verwendet werden können. „Das Ganze ergibt einen sehr sinnvollen natürlichen Kreislauf der unsere Umwelt schützt, einen vielseitig einsetzbaren Energieträger erschafft und einen Beitrag für die regionale Wirtschaft leistet“, betont Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger.

Auswirkungen für Boden

Eines der Hauptargumente gegen den Abtransport dieser Feldreste ist, dass Kohlenstoff für die Humusproduktion von der Fläche entnommen wird. „Hier muss man allerdings beachten, dass man nur rund 50-60 % der vorhandenen Biomasse abtransportieren kann, der Rest bleibt als Wurzelmasse und Stoppeln am Feld“, so der Geschäftsführer der BioG GmbH, Josef Höckner. Zudem ist für die Humusproduktion hauptsächlich der langsam abbaubare Kohlenstoff relevant, welcher genauso wie die Nährstoffe N, P, K in einer Biogasanlage von den anaeroben Bakterien nicht abgebaut werden kann und somit wieder zurück auf das Feld gelangt. Besonders interessant ist das für biologisch bewirtschaftete Flächen, da so aus Feldresten oder Gesundungsfrüchten wie Klee, ein hoch effizienter organischer Dünger produziert werden kann. Ein weiteres Gegenargument ist, dass der Boden durch die Ernte der Feldreste zusätzlich befahren wird. Dem gegenüber steht eine einfachere Bodenbearbeitung und ein niedrigerer Krankheits- und Schädlingsdruck durch den Abtransport der Feldreste. „Hier muss im Endeffekt jeder Landwirt für sich entscheiden, ob er diesen Rohstoff nutzt oder am Feld belässt“, erklärt Höckner.

Leider sind diese ungenutzten Ressourcen nicht so einfach zu handhaben und benötigen einiges an Know-how um sie den Bakterien schmackhaft zu machen. Speziell die Ernte, Lagerung, Silierung, Dosierung und Aufbereitung für die Methanbakterien stellt die Anlagenbetreiber vor neue Herausforderungen. Das Innviertler Unternehmen BioG aus Utzenaich hat mittlerweile 14 Jahre Erfahrung mit diesen Materialien und behandelt dieses Thema seither sowohl aus technischer als auch biologischer und wirtschaftlicher Sicht. „Wir wollen daher am ‚Tag der offenen Tür‘ einen kurzen Einblick geben, wie BioG Feldreste in ihrer Biogasanlage behandelt und daraus Methan produziert. Täglich werden hier 7.000 m³ Biogas oder 3.600 m³ Biomethan aus ca. 20 t Maisstroh, 3 t Mist und 3 t Zwischenfrüchte produziert, was einem Ersatz von 3.600 lt Erdöl entspricht“, erläutert Höckner.

BioG GmbH – das Unternehmen

Die BioG GmbH plant und baut Maschinen für die Nutzung von organischem Material in der Energieproduktion – sprich Biomethan – und betreibt zu Forschungszwecken auch eine eigene 500 kW Biogasanlage. Mit der sinnvollen Verwertung von Feldresten, wie Mais- und Rapsstroh, Zwischenfrüchten und Mist aus der Tierhaltung, beschäftigt sich das oberösterreichische Unternehmen bereits seit mehr als zehn Jahren. Neben dem Bau von Erntetechnik für Feldreste, hat man sich vor allem auch auf ganzheitliche Lösungen für die Einbringung und Aufbereitung oben angeführter Materialien in Biogasanlagen fokussiert. Zu den Kunden gehören Anlagenbauer sowie auch Anlagenbetreiber national und international. Nähere Infos: www.biog.at

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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