Bezirk Vöcklabruck kämpft um Railjet-Halt

Große Aufregung herrscht unter Vöcklabrucker Zugreisenden: Mit dem Fahrplanwechsel im November sollen die Railjet-Halte in Vöcklabruck, so bisher unbestätigte Gerüchte, gestrichen werden.

Sämtliche Parteien der Stadt Vöcklabruck und auch Bürgermeister der Nachbargemeinden legen schärfsten Protest gegen diese kolportierte Maßnahme ein. „Wir sind Zentrum des zweitwichtigsten Wirtschaftsraumes in Oberösterreich. Uns in Zeiten wie diesen vom Hochgeschwindigkeitsnetz abzuschneiden ist ein Supergau“, sagt Vöcklabrucks Bürgermeister Peter Schobesberger.

V. l. Stadtrat David Binder, Stadträtin Mag. Sonja Pickhardt-Kröpfel, Bürgermeister DI Peter Schobesberger (Vöcklabruck), Bürgermeister Johann Kirchberger (Timelkam), Stadträtin Dr. Elisabeth Kölblinger, Bürgermeister Peter Harringer (Regau)
(C) Stadtamt Vöcklabruck

„Außerdem sind sämtliche Stadtbuslinien, die auch die Gemeinden Timelkam und Regau versorgen, auf den Intercity-Fahrplan abgestimmt. Dafür geben wir gemeinsam mit dem Land Oberösterreich eine knappe Million Euro im Jahr aus. Regionalbuslinien und der ‚Kammerer Hansl‘, der uns mit der Ager- und Atterseeregion verbindet, sind ebenfalls auf die Taktungen der Züge abgestimmt!“ Die dunklen Wolken, die sich über den Vöcklabrucker Zugreisenden zusammenbrauen, schockieren auch die Vertreter der anderen Fraktionen im Gemeinderat.

Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Elisabeth Kölblinger: „Der Wegfall des Railjet-Halts wäre für Vöcklabruck als Wirtschafts- und Schulstadtort eine Katastrophe! Als Wohnort erfreut sich unsere Stadt seit Jahren wachsender Beliebtheit – auch wegen der ausgezeichneten Zugsverbindungen. Unsere Bezirksstadt braucht eine überregionale Schnellzugsverbindung. Wo bleibt die Kundenorientierung der ÖBB?“

„Die FPÖ-Fraktion spricht sich entschieden gegen die soeben bekannt gewordenen Pläne der ÖBB, den Halt des Railjet in Vöcklabruck einzustellen, aus. Diese Aktion wäre ein totaler Rückschritt und würde Bürger, Schüler und Pendler sowie generell alle Zugreisenden in Vöcklabruck brüskieren und vor den Kopf stoßen. Deshalb sagen wir als FPÖ Vöcklabruck klipp und klar NEIN zu diesen Plänen der ÖBB!“ sagt Stadtrat David Binder.

Und Mobilitätsstadträtin Mag. Sonja Pickhardt-Kröpfel meint: „Mit dem Klimaticket bringen wir viele Menschen auf die Schiene – sollte der Railjait nicht mehr in Vöcklabruck stehen bleiben, erreichen wir genau das Gegenteil! Jetzt braucht es zuallererst Transparenz von Seite ÖBB was eigentlich geplant ist. Für Vöcklabruck und die Umlandgemeinden ist der Railjet-Halt unverzichtbar!“

Statement der ÖBB:

„Die ÖBB Personenverkehr haben für das Fahrplanjahr 2023 wieder einen Railjet Halt in Vöcklabruck bestellt. Aufgrund von massiven Bauarbeiten ist eine Zuweisung des Haltes derzeit noch ungewiss. Es gibt dazu auch noch ein offenes Verfahren bei der Schienen-Control-Kommission. Wir hoffen, dass das Verfahren bis Ende September abgeschlossen sein wird und wir dann unsere Kund:innen über den Fahrplan 2023 informieren können.“

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

error: (c) by salzTV