Trinkwasserprognose für Salzburg: Versorgung trotz Trockenheit gesichert

Grundwasserspiegel unterdurchschnittlich / Öffentliche Versorger optimistisch

Salzburger Landeskorrespondenz, 28. August 2022

(LK)  Die Trockenheit wird in Salzburg noch länger anhalten, ausgiebige Niederschläge sind auch in den kommenden Wochen nicht zu erwarten. Das zeigt die aktuelle Langzeit Trinkwasserprognose für das Land Salzburg, die es seit dem Sommer 2019 gibt. In der öffentlichen Wasserversorgung im Bundesland Salzburg werden jedoch keine Engpässe erwartet. „Die Grundwasserspiegel sind auf niedrigem Niveau, unsere Versorger sind aber vorgewarnt und können rechtzeitig reagieren“, betont Landesrat Josef Schwaiger.

Die Trinkwasserprognose wird vom Hydrographischen Dienst des Landes in Kooperation mit den Meteorologen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) für die Salzburger Wasserversorger erstellt und liefert ein genaues Bild von Großwetterlage, Verdunstungsgrad und Grundwasserspiegel im Bundesland. Das ermöglicht einen Blick in die Zukunft für vier Wochen. Damit können die Wasserversorger vorausschauend und koordiniert reagieren.

Grundwasserspiegel unterdurchschnittlich

Die Grundwasserspiegel sind vor allem im Flachgau, der heuer deutlich trockener ist als die Gebirgsgaue, deutlich unter dem langjährigen Mittel. „Negativrekorde sind hier allerdings keine in Sicht und die öffentliche Wasserversorgung ist auch weiterhin gesichert. Für die allermeisten Salzburgerinnen und Salzburger sind keine Probleme zu erwarten Bei Einzelversorgungsanlagen aus Quellen und Brunnen, die beispielsweise bei Bauernhöfen errichtet wurden, können allerdings Engpässe auftreten, da meistens nur ein Wasserspender zur Verfügung steht. Öffentliche Versorger haben hier mehrere Standbeine“, sagt Theodor Steidl vom Referat Allgemeine Wasserwirtschaft beim Land Salzburg.

Flachgau am trockensten

Im Bezirksvergleich zeigen die Analysen aber auch die Prognosen deutlich, dass der Flachgau derzeit der trockenste Bezirk ist. Weniger Niederschläge als in den Gebirgsgauen und höhere Temperaturen haben den Wasservorräten im nördlichsten Bezirk mehr zugesetzt als dem Rest des Landes. Das zeigt der Dürreindex, der Bestandteil der Trinkwasserprognose ist, deutlich. „Die Trockenheit trifft aber vor allem die Landwirtschaft, da die Böden viel zu trocken für die Jahreszeit sind. Hier wären anhaltende und ergiebige Niederschläge dringend nötig“, betont Landesrat Josef Schwaiger.

Wasserbedarf sinkt Ende Sommer

Zur Entspannung der Versorgungssituation beim Trinkwasser trägt derzeit auch bei, dass um diese Jahreszeit im Außenbereich nicht mehr so viel Wasser verbraucht wird, weiß Theodor Steidl vom Referat Allgemeine Wasserwirtschaft beim Land Salzburg: „Pools werden jetzt nicht mehr neu befüllt und auch in den Gärten muss nicht mehr so viel gegossen werden, das spürt man auch beim Wasserverbrauch.“

Salzburgs Trinkwasser in Zahlen

  • Versorgung durch 75 Gemeinden, 549 Wassergenossenschaften sowie 10 Private oder Unternehmen wie die Salzburg AG.
  • Über 3.750 Einzelwasserversorgungsanlagen
  • 5.312 große und kleine Quellen sowie 673 Brunnen, die im Wasserbuch verzeichnet sind, liefern Trinkwasser
  • 17,5 Prozent der Landesfläche sind wasserrechtlich besonders geschützt: 48 Wasserschongebiete und 3.066 Schutzgebiete sorgen für Sicherheit beim kostbaren Nass.
  • 7.000 Untersuchungen und Wasseranalysen pro Jahr bei den Brunnen und Quellen stellen die einwandfreie Qualität sicher.
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LMZ/Neumayr/Leo
Beschreibung
Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik Wasserversorgung im Bundesland Salzburg mit Landesrat Josef Schwaiger Foto: Neumayr/Leo 26.06.2019 Landesrat Josef Schwaiger und Bernd Niedermoser im Gespräch

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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