Alle Potenziale heben, auch jenes von Pensionisten

Pecherstorfer: Steuerfreier Zuverdienst in der Pension ist interessanter Beitrag zum Lösen der Arbeitskräfteproblematik im Gewerbe

„Der Arbeitsmarkt ist völlig ausgetrocknet“, sagt Michael Pecherstorfer, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der WKOÖ. „Unseren Betrieben fehlen nicht nur die qualifizierten Kräfte an allen Ecken und Enden, sondern auch Arbeitskräfte generell. Diese Situation dürfte sich auch in der nächsten Zukunft nicht nachhaltig verbessern“, so Pecherstorfer. Von den mit Stichtag 31. Juli beim AMS OÖ über 34.500 gemeldeten offenen Stellen dürften in etwa die Hälfte auf das Gewerbe und Handwerk entfallen — nicht eingerechnet jene Betriebe, die das Suchen von Jobbewerbern über das AMS schon aufgegeben haben.

Vor diesem Hintergrund macht sich das oö. Gewerbe und Handwerk für alle Initiativen stark, die die Arbeitskräftelücke schließen helfen. So plädiert Spartenobmann Pecherstorfer u.a. für eine Lohnnebenkostenreduktion, damit über 55-Jährige länger in Beschäftigung bleiben, für Maßnahmen, damit mehr Frauen von Teil- auf Vollzeit umsteigen, sowie für Initiativen, die mehr Asylberechtigte rascher in Jobs bringen.

Steuerfreier Zuverdienst in der Pension
Eine diese Woche von Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner vorgestellte market-Studie zum Thema steuerfreier Zuverdienst in der Pension wird in diesem Zusammenhang von Spartenobmann Pecherstorfer als „wertvoller Beitrag und höchst interessanter Vorschlag zur Lösung der herrschenden Arbeitskräfteproblematik“ gesehen. Laut Umfrage wollen mit dem geltenden Zuverdienstsystem 13 Prozent der ehemaligen Arbeitnehmer „auf jeden Fall“ in der Pension arbeiten gehen. Sollte ihr Zuverdienst lohnsteuerfrei sein, sind es mit 25 Prozent fast doppelt so viele.

„Hochgerechnet auf die befragte Altersgruppe bis 75 Jahre wären das 9000 Vollzeitarbeitskräfte mehr in Oberösterreich“, unterstreicht Pecherstorfer. Diese Gruppe gab an, im Schnitt zwischen 11 und 13 Stunden pro Woche arbeiten zu wollen. „Das wäre auch für die Arbeitgeber im Gewerbe und Handwerk ideal“, verweist Pecherstorfer auf die überwiegend klein- und mittelbetrieblich strukturierten Branchen, die häufig keine Ganztageskräfte benötigen. Pecherstorfer: „Und was den schon länger eklatanten Fachkräftemangel betrifft, würden wir jede einzelne qualifizierte Kraft mit Handkuss begrüßen, auch wenn es nur für ein paar Stunden die Woche ist.“

„Alles, was den leergefegten Arbeitsmarkt belebt, hilft unseren Betrieben“, so Pecherstorfer. Deshalb wird die Ankündigung von Landesrat Achleitner, sich auf Bundesebene bei Arbeitsminister Kocher und Finanzminister Brunner für das Modell des steuerfreien Zuverdiensts in der regulären Pension einzusetzen, vom oö. Gewerbe und Handwerk vollinhaltlich unterstützen.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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