Österreich bei Abgabenbelastung des Faktors Arbeit weltweit an dritter Stelle

Klinger: „Die Senkung der Lohnnebenkosten war wichtig,
weitere Senkungen sind dringend notwendig“

„Österreich liegt laut der OECD-Studie ,Taxing Wages 2022‘ mit 47,82 Prozent an der dritten Stelle der Länder mit dem höchsten Steueranteil an den Lohnkosten weltweit. Das belastet die Wirtschaft und die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Auch nach der aktuellen Senkung der Lohnnebenkosten werden wir weiter einen Spitzenplatz als Hochsteuerland einnehmen. Von im internationalen Vergleich hohen Löhnen kommt aufgrund der hohen Abgaben zu wenig bei den Mitarbeitern an“, beklagt Anette Klinger, Vorsitzende der Strategiegruppe „Steuern & Finanzierung“ der Sparte Industrie der WKOÖ.

Die weltweite durchschnittliche Abgabengesamtbelastung des Faktors Arbeit für den Dienstgeber und -nehmer beträgt laut dieser OECD-Studie knapp 35 Prozent. Dieser Durchschnittssatz wurde für eine alleinstehende Person ohne Kinder unter Berücksichtigung von Steuerbegünstigungen auf Basis eines Durchschnittseinkommens für das Jahr 2021 berechnet. Die steuerliche Gesamtbelastung für den durchschnittlichen Arbeitnehmer lag dabei zwischen mehr als 45 Prozent (Italien, Frankreich, Österreich, Deutschland und Belgien) und unter 20 Prozent (Neuseeland, Mexiko und Chile). „Will man den Faktor Arbeit generell spürbar entlasten und Österreich vom Schlusslicht in das OECD-Mittelfeld bringen, ist eine Kombination aus einer Reduktion der Sozialversicherungsbeiträge und einer weiteren Senkung der Lohnsummenabgaben notwendig“, fordert Klinger.

Im Rahmen des Entlastungspakets gegen die Inflation werden derzeit auch die Lohnnebenkosten gesenkt. Der Unfallversicherungsbeitrag wird um ein Zehntel gesenkt, der Dienstgeberbeitrag für den Familienlastenausgleichsfonds wird um zwei Zehntel gesenkt, von aktuell 3,9 Prozent auf 3,7 Prozent ab 1.1.2023. Die Entlastung soll bis zu 600 Mio. Euro pro Jahr betragen. „Diese Senkung der Lohnnebenkosten ist ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung. Die Entlastung bei den Lohnnebenkosten als langfristige Maßnahme sichert und – generiert auf Dauer – Tausende Arbeitsplätze bei großen als auch bei kleinen Unternehmen und fördert notwendige Investitionen. Wir fordern aber weitere Maßnahmen bei allen Arbeitnehmern, um auf das durchschnittliche OECD-Abgabenniveau zu kommen, wie insbesondere eine weitere Senkung der Lohnnebenkosten“, erklärt Klinger.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

error: (c) by salzTV