3.500 Schützen „marschieren“ am 4. September nach Bayern

Im September jährt sich zum 700. Mal die Schlacht bei Mühldorf am Inn. Es war ein Ereignis, das die Geschichte Salzburgs und Bayerns prägte. Am 4. September wird diesem mit einem großen und gemeinsamen Festakt gedacht. Landeshauptmann Wilfried Haslauer führt dabei die große heimische Delegation – mit mehr als 3.500 Schützen und Musikanten – an. Alles natürlich ganz friedlich und nachbarschaftlich, so wie auch die Botschaft der Schützenvereine lautet: Frieden und Tradition bewahren.

„Bis dato haben sich 87 Schützenkompanien sowie 22 Musikkapellen angemeldet. Mehr als 3.500 Personen aus ganz Salzburg werden an der Ausrückung teilnehmen und in der oberbayrischen Kreisstadt ,aufmarschieren‘“, sagt Landeshauptmann Wilfried Haslauer und er fügt hinzu: „Alle Teilnehmer fiebern dem großen Tag bereits entgegen, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, wie mir die Vereine versichern. Endlich können sie die jahrhundertelange gemeinsame Geschichte und Tradition zwischen Salzburg und Mühldorf wieder aufleben lassen.“

Haslauer: „Gemeinsame Geschichte verbindet.“

Mühldorf am Inn gehörte fast 900 Jahre zum Erzbistum, die berühmte Schlacht vor 700 Jahren war wesentlich für die heimische Landesgeschichte. „Die militärische Niederlage führte in der Folge dazu, dass Salzburg sich politisch vom Mutterland Bayern loslösen konnte und 1328 zu einem eigenständigen Element auf der mittelalterlichen Landkarte wurde. Diese Auseinandersetzung kann also als Geburtsstunde des Bundeslandes Salzburg gesehen werden“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Referenz für 700 Jahre Jubiläum

Am 4. September wird Salzburg jedenfalls weder zu übersehen noch zu überhören sein. Mit den höchsten Vertretern des Freistaates Bayern wird Landeshauptmann Wilfried Haslauer mit tausenden heimische Schützen und Musikanten dem imposanten Festakt beiwohnen. „Der Schützenumzug in der ehemaligen Salzburger Enklave ist etwas ganz Besonderes. Es freut mich, dass wir geschlossen und mit der Tradition fest verbunden zu diesem besonderen Jubiläum gratulieren können. Die Gastfreundschaft und das Willkommen in Mühldorf ist groß, die Organisation läuft dort und bei uns in Salzburg auf Hochtouren“, betont der Landeshauptmann.

Hetzl: „Gelebte Freundschaft mit Salzburg“

Michael Hetzl ist Erster Bürgermeister von Mühldorf am Inn und versichert, dass das große Fest auch den Bayern ein Herzensanliegen ist. „Gerade in Zeiten wie diesen ist es wichtig Freundschaften zu pflegen und ein Zeichen des Friedens sowie der Völkerverständigung auszusenden. Daher freue ich mich darauf, dass wir gemeinsam mit Salzburg diesen Festakt begehen können“. Die Planungen sind bereits weit vorangeschritten – es gilt nur noch Details zu klären: „Seit gut sechs Monaten tüfteln wir aktiv an der Veranstaltung, aber es lohnt sich“, so der Erste Bürgermeister.

„Oberster“ Schütze im Interview

Der Bergheimer Josef Braunwieser ist seit rund 38 Jahren Schütze aus Leidenschaft, vor einem Jahr wurde er auch Landeskommandant. Bei ihm laufen sozusagen die Fäden der Vorbereitungen im ganzen Land auf den 4. September zusammen. Er sprach mit dem Landes-Medienzentrum (LMZ) über die Vorbereitungen für den Festakt in Mühldorf am Inn und betonte gleich vorweg: „Das wird ein großartiger Tag!“

LMZ: Ein großer Schützen-Salut am 4. September in Mühldorf am Inn. Wie besonders ist das für Sie?

Josef Braunwieser: Ich habe als Stellvertreter von Franz Meißl die Ausrückungen in Wien am Heldenplatz und im Trentino miterlebt. Aber jetzt bin ich mitverantwortlich, dass in der Vorbereitung und dort vor Ort alles klappt. Zwei umsichtige Stellvertreter, die mich dabei unterstützen und die Vorfreude sowie das Engagement der Vereine lassen die Vorfreude steigen. Mehr als 3.500 Schützen und Musiker werden Salzburg gebührend in Mühldorf vertreten.

LMZ: Salzburg wird in Mühldorf also weder zu übersehen noch zu überhören sein?

Josef Braunwieser: Das ist absolut richtig. Zu Beginn des Festaktes um 10.30 Uhr werden wir vom Münchner Tor in Mühldorf Salutschüsse abgeben. Das werden die Prangerschützen Ebenau übernehmen. Danach werde ich die Meldung an den Herrn Landeshauptmann, er hatte übrigens auch die Idee für die Ausrückung nach Mühldorf, abgeben und dann werden die Formationen abgeschritten. Es folgt ein großer Festakt, den Salzburg und Bayern gemeinsam gestalten. Die Gastfreundschaft in Mühldorf ist groß – das ist mehr als Nachbarschaft, das ist Freundschaft.

LMZ: Es gibt 110 Schützenkompanien in Salzburg, 87 davon sind dabei. Ein Beleg für den großen Zusammenhalt?

Josef Braunwieser: Ja, das ist ein starkes Zeichen und ein großer Zusammenhalt. Man darf ja nicht vergessen, die Schützen und Musikanten müssen sich Zeit nehmen, bei uns ist ja alles ehrenamtlich. Aber: Der 4. September wird für alle Vereinsmitglieder ein imposantes und sicher prägendes Ereignis, die Freude ist groß.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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