Salzburgs Projekt für eine höhere Recyclingquote bis 2035

Bewusstseinsbildung, Bürgernähe und gemeinsame Lösungsansätze der kommunalen Abfallwirtschaft.

„Als wir erkannt haben, dass es für Salzburg eine Herausforderung wird die Recyclingziele der EU bis 2030 gesichert zu erreichen, haben wir sofort die notwendigen Weichen für eine saubere und nachhaltige Zukunft gestellt“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn anlässlich der Abschlusspräsentation der ersten Phase des Strategieprozess „Entwicklungsmöglichkeiten der kommunalen Abfallwirtschaft in Salzburg“.

Unter Beteiligung der Hauptakteure der Abfallwirtschaft wurde 2021 ein gemeinsamer Strategieprozess zur Erreichung der Recyclingziele für Siedlungsabfälle begonnen. „Ziel der ersten Phase war es herauszufinden, wie gut wir in der Mülltrennung sind, was die Wünsche und Wahrnehmungen der Bevölkerung sind, wo der größte Handlungsbedarf besteht und welche konkreten Projekte es geben könnte“, erklärt Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn.

Schellhorn: „Gemeinsamer Weg.“

„Wichtig war mir, auch die Wahrnehmung und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger einfließen zu lassen. Abfallwirtschaftliche Veränderungen, insbesondere die Optimierung von Sammelstrukturen, benötigen erfahrungsgemäß Zeit, um wirksam zu werden. Dabei müssen wir die Salzburgerinnen und Salzburger motivieren und bestmöglich auf dem gemeinsamen Weg zu mehr und besserem Recycling mitnehmen“, so Schellhorn.

Befragung: Mülltrennung für 96 Prozent wichtig

Um die Erwartungen und Wünsche, aber auch den Kenntnisstand zu abfallwirtschaftlichen Themen zu ermitteln, wurde im Juni 2021 eine landesweite Befragung durchgeführt. Zu den wichtigsten Ergebnissen der Umfrage unter 600 Salzburgerinnen und Salzburgern zählen:

  • 96 Prozent der Bevölkerung erachten Mülltrennung als wichtig oder sehr wichtig.
  • Die Zufriedenheit mit dem Angebot zur Mülltrennung ist im Allgemeinen sehr hoch.
  • Die Einheitlichkeit des Sammelsystems hat bei der Salzburger Bevölkerung hohe Priorität – für 85 Prozent ist dies sehr oder eher wichtig.
  • 87 Prozent unterstützen die Aussage „Plastik sollte bei Verpackungen weitestgehend vermieden werden“.
  • Fast die Hälfte (46 Prozent) der Bevölkerung besucht den Recyclinghof regelmäßig, 35 Prozent zumindest hin und wieder. Bei den Vorschlägen für Verbesserungen wird die Verlängerung von Öffnungszeiten und bessere Erreichbarkeit genannt.

Nächstes Ziel: Konkrete Projekte

„In der nächsten Etappe wird es hauptsächlich darum gehen, konkrete Projekte zu entwickeln und schrittweise zur Umsetzung zu bringen. Nur, wenn alle Beteiligten in ihren Verantwortungsbereichen mithelfen, werden wir auf Dauer erfolgreich sein können“, betont Schellhorn und nennt folgende Schwerpunkte, die nachhaltig die Recyclingquote erhöhen sollen:

  • Entwicklung einer Leitlinie zur getrennten Sammlung
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Getrenntsammlung in Mehrparteienhäusern
  • Entwicklung eines Salzburger Modells für die Planung, Ausstattung und Kooperation von Recyclinghöfen
  • Etablierung eines „Runden Tisches Abfallwirtschaft“ zum Austausch der abfallwirtschaftlichen Stakeholder
  • Einrichtung einer Servicestelle für Gemeinden um Serviceaktivitäten rund um Mülltrennung und Recycling zu koordinieren
  • Landesweite Info-Kampagne zur Vermeidung und Reduktion von Lebensmittelabfällen sowie Abfallvermeidung
Archivbild von Heinrich Schellhorn

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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