Energiekostenzuschuss beschlossen,weitere Schritte müssen folgen

„Beim Anti-Teuerungspaket inklusive Energiekostenzuschuss und Strompreiskompensation, das dazu beitragen soll, die Bevölkerung und die Unternehmen zu entlasten, sind aus Sicht der Industrie noch weitere Schritte notwendig, denn das Paket ist gegenüber den Plänen in Deutschland vergleichsweise klein dimensioniert“, warnt Erich Frommwald, Obmann der Sparte Industrie der WKO Oberösterreich, vor einer Schlechterstellung gegenüber den europäischen Nachbarländern.

„Die Energiekostenzuschüsse sind eine wesentliche Unterstützung für Unternehmen und ihre Einführung ist natürlich zu begrüßen. Allerdings sieht die österreichische Umsetzung gegenüber den deutschen Plänen deutlich geringere Zuschüsse pro Unternehmen und eine wesentlich kleinere Gesamtsumme der finanziellen Mittel vor. Berücksichtigt man die Bevölkerung und den Pro-Kopf-Energieverbrauch in den beiden Ländern, müsste das Zuschussvolumen 2022 auf eine Milliarde Euro mehr als verdoppelt werden“, so Frommwald.

Außerdem kritisiert Spartenobmann Frommwald den nicht nachvollziehbaren Ausschluss von der Strompreiskompensation: In Österreich werden keine Energiekostenzuschüsse gewährt, sofern Unternehmen Förderungen im Rahmen der ebenfalls neuen Strompreiskompensation zugestanden werden. „Dies widerspricht dem Gedanken der Strompreiskompensation, die von der Europäischen Union als Schutz vor Carbon Leakage und nicht als Instrument zum Teuerungsausgleich geschaffen wurde. In vielen europäischen Ländern, die seit Jahren ihre energieintensiven Unternehmen über die Strompreiskompensation unterstützen, ist kein solcher Ausschluss zu erwarten“, sagt der Spartenobmann.

Die oberösterreichische Industrie pocht darauf, dass durch das Paket keine Schlechterstellung gegenüber unseren europäischen Nachbarländern erfolgen darf. „In diesem Zusammenhang ist die Politik gefordert, das Paket nachzubessern und die noch ausständigen Verordnungen rasch vorzulegen. Da auch für das Jahr 2023 mit keiner deutlichen Besserung der Energiesituation zu rechnen ist, ist es notwendig, den befristeten Krisenrahmen über den 31.12. hinaus flexibel verlängern zu können“, ist Frommwald überzeugt.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

error: (c) by salzTV