AK-Bashing gegen Gastronomie-Branche:
Wirte wehren sich gegen Pauschalangriffe

Wirtesprecher Mayr-Stockinger: Schlechter Stil und glatte Verleumdung

Das Gastro-Bashing der oö. Arbeiterkammer hat am Wochenende einen neuen, unrühmlichen Höhepunkt erreicht. „Ich verwehre mich gegen die vom AK-Präsidenten erhobenen Pauschalvorwürfe, dass Verstöße gegen das Arbeitsrecht in der Gastronomie an der Tagesordnung stehen und in sämtlichen Betrieben fragwürdige Praktiken herrschen. Von Einzelfällen auf die gesamte Branche zu schließen, ist nicht nur schlechter Stil, sondern eine glatte Verleumdung einer gesamten Berufssparte, die es derzeit alles andere als einfach hat“, reagiert WKOÖ-Wirtesprecher Thomas Mayr-Stockinger scharf auf die haltlosen Angriffe.

Wie sehr es der oö. Arbeiterkammer nur um die generelle Denunzierung einer gesamten Branche geht, zeigt auch deren mangelnde Kenntnis von der betrieblichen Praxis. Es sind in der Regel nicht – wie die AK meint – die Arbeitgeber, sondern die Bewerber selbst, die ganz bewusst oft nur geringfügig beschäftigt werden wollen. Dies vor allem deswegen, um ihren Arbeitslosengeldanspruch nicht zu verlieren. Das ist wiederum einer der Gründe, warum die Wirtschaftskammer schon seit langem verlangt, diese Zuverdienstmöglichkeiten für Arbeitslose am besten ersatzlos zu streichen. „Selbstverständlich freuen wir uns über jeden Bewerber, der bereit ist, Vollzeit in unseren Betrieben zu arbeiten – leider scheitert das häufig an den Bewerbern selbst“, erteilt Stockinger praktischen Nachhilfeunterricht.

Von den 6.000 Gastro-Unternehmen in Oberösterreich bietet die große Mehrheit sehr gute Arbeitsbedingungen, hält sich an alle – mitunter sehr komplexen – gesetzlichen Bestimmungen und schaut auf ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Alles andere wäre angesichts des akuten Personalmangels auch extrem kontraproduktiv. Zudem ist es gerade der Gastrobereich, der jungen Menschen, die sonst nirgendwo eine Anstellung finden würden, immer wieder eine Chance gibt. Dass hier nicht alle Lehrverhältnisse „halten“, braucht wohl nicht extra erklärt zu werden. Ganz generell können die Bewerber aufgrund der zahlreichen offenen Gastronomie-Stellen in ganz Oberösterreich bewusst auswählen, wo, in welchem Segment und zu welchen konkreten Bedingungen sie in der Gastrobranche tätig werden wollen.

„Schwarze Schafe – die es genauso bei den Arbeiternehmern gibt – werden zu keiner Sekunde von uns geschützt, da sie ja den Ruf unserer Branche, die ohnehin händeringend nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sucht, beschädigen würden. Die von der Arbeiterkammer ganz bewusste Abwertung einer ganzen Branche ist abzulehnen und schadet am Ende allen Beteiligten“, so Mayr-Stockinger.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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