Supermarkt versus Direktvermarkter: Ein kritischer Preisvergleich, der durchaus lohnt

Wir leben in einer Zeit, wo das Wort „Sparen“ immer mehr an Bedeutung gewinnt. Da ist es umso wichtiger, bei Lebensmitteln einen kritischen Preisvergleich anzustellen und dadurch die wichtigen regionalen/heimischen Produzenten zu unterstützen. 

Gerade bei Lebensmitteln ist das Sparpotenzial besonders hoch. Wenn man aber mit der Grundpreisauszeichnung richtig rechnet, so wird man erkennen, dass doch der heimische Vermarkter, auch ohne aggressive Aktionen günstiger sein kann.

Michael Kirchgatterer aus Ohlsdorf zu diesem Thema befragt: „Mich ärgert die Blendung der Aktionspreise in den Flugblättern, die den Verbraucher in die Irre führen und dazu verleiten, überhöhte Preise zu bezahlen!“

Hier einige Beispiele/Vergleiche aus aktuellen (KW26 und 27) Flugblättern der heimischen Handelslandschaft:

Erklärung: Die angeführten Produkte sind in BIO Qualität; SM-Supermarkt; RE regionaler Erzeuger

3 Stück Snackgurken im SM 1,99/Tasse, ergibt 12.-/kg und beim RE 6.-/kg

Cocktailtomaten im SM 9,16/kg und beim RE 6.-/kg 

Hühnerfilet im SM 17,99/kg und beim RE 14.-/kg

Schopfsteak Natur im SM 19,99/kg und beim RE 13,60/kg

Hier zeigt sich sehr genau, dass trotz „aggressiver“ Aktionspolitik im Lebensmittelhandel, der Direktvermarkter bessere Preise zur gleichen, wenn nicht besseren Qualität anbieten kann. Hier macht es auch keinen Unterschied zwischen „Ab Hof-Verkauf“ oder Bauernmärkten. Gerade bei einem wertvollen Lebensmittel wie Fleisch, zeigt sich auch ein weiteres Manko im Supermarkt: die Individualität! Im Supermarkt wird dem Verbraucher „Frischfleisch“ in Plastikverpackungen (Müll) präsentiert, die keine Sonderwünsche mehr zulassen. Beim regionalen Produzenten steht dem Konsumenten eine Persönlichkeit gegenüber, die neben bester Beratung auch individuelle Wünsche bieten kann. 

Aber auch umgekehrt ist es nicht in Ordnung was der Handel dem Kunden unterjubelt: da werden gewaltige Mengen Erdbeeren quer durch Europa gekarrt, eingelagert und der Handelsmarkt überschwemmt. Da finden sich Erdbeeren aus Spanien zum Diskontpreis von unseriösen 3,99/kg in den Regalen. Die heimische Qualität kann gepflückt um 7,50 bis 8.-/kg angeboten werden, ist aber in den Regalen der Supermärkte kaum zu finden, da ja die Billigerdbeeren aus Spanien den Platz einnehmen. So bleibt den heimischen Bauern nichts weiter übrig als die Erdbeerfelder mitsamt den wertvollen Früchten wieder einzuackern. 

Dies sind nur einige Beispiele, die zeigen, dass der Konsument sehr anfällig für die bunte Blattvielfalt im Postkasten ist, aber auch den Weg zu den Onlineplattformen zu den Preisvergleichen nicht scheut. Zudem würde es aber auch alternativen zu den Supermärkten geben, die muss man aber dem Endverbraucher immer wieder in Erinnerung rufen. Sei es der Ab Hof Verkauf beim heimischen Bauern/Erzeuger oder der Einkauf auf Wochen und Bauernmärkten.

Der Obmann des Bauernmarktes in Kleinreith/Ohlsdorf, Florian Reisenberger meint: „Ohlsdorf hat eine sehr hohe Konzentration von regionalen Erzeugern, deren Produkte bei diversen Messen und Veranstaltungen bereits hohe Auszeichnungen erhalten haben!“

Bei diesen Versorgungsmöglichkeiten vermeidet man die hohen Transportwege, in weiterer Folge verringert sich der CO2 Ausstoß und wenn man an die Verteuerung der Treibstoffpreise denkt, werden Waren die kreuz und quer durch Europa gekarrt werden, in Zukunft spürbar teurer! Das sind Dinge, die der Konsument bedenken sollte, den hieraus könnte oder wird sich eine Ersparnis beim Direktvermarkter ergeben.

Abschlussworte von Florian Reisenberger: „Was ist Nachhaltigkeit? Der Konsument sichert durch den Einkauf bei heimischen Direktvermarktern Arbeitsplätze, Investitionen in der Region, die Wertschöpfung, die Kaufkraft und das zu einem vernünftigen Preis.“

Bericht und Fotos: Wilfried Fischer/fionet.at

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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