Gemeindebrief der Katholischen Pfarre Bad Ischl

Liebe Mitchristen!

„Als er ihn sah, hatte er Mitleid“ – Das unterscheidet ihn vom Priester und vom Leviten. Er schaut nicht weg. Er schaut hin und lässt sich vom Schicksal des anderen berühren.

„er … goss Öl und Wein in seine Wunden“ – Der Samariter schaut nicht nur mitleidig, er handelt auch ganz praktisch. Er tut, was er kann.

„Dann hob er ihn auf ein Reittier, brachte ihn zu einer Herberge“
Der Samariter kennt seine Grenzen. Er weiß, dass er weiterleben will und muss. Er hat das seine getan. Nun gibt er den Kranken in andere, professionelle Hände. So sorgt er für ihn, aber auch für sich selber.

warum überhaupt wird der Samariter als Vorbild dargestellt? Was macht er denn schon groß? Der Evangelist Lukas zeigt uns drei Dinge, die für den Verlauf seiner Handlungen entscheidend sind:

Wenn es um Hilfe für andere geht, dann haben wir oft hohe Ideale. Oft meinen wir, immer ganz und gar für sie da sein zu müssen, nicht mehr an uns selber denken zu dürfen. Jesus will nicht nur dem Gesetzeslehrer, sondern auch uns heute einen anderen Weg zeigen: Er will uns einladen, Grenzen anzuerkennen, eine gesunde Eigenliebe zu pflegen. Nur wenn ich sensibel bin für meine Gefühle und Empfindungen, kann ich auch mit anderen wirklich mitfühlen.
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele… und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst.“
Es ist klar, dass das oft nicht einfach ist, bei vielen Verpflichtungen auch auf sich selber zu achten, um dann wieder neu für Gott und den Nächsten offen sein zu können. Aber vielleicht legt uns Jesus heute gerade deshalb ans Herz: „Handle danach, und du wirst leben.“

Ihr/euer Ferienseelsorger

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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