Initiativen für Kriegsflüchtlinge greifen und wirken

Oberösterreich bietet Menschen aus der Ukraine viele Chancen

Oberösterreichs Betriebe kämpfen in dieser brisanten Zeit, geprägt vom Krieg in der Ukraine, mit Teuerungswellen, Lieferengpässen sowie Konsumzurückhaltung. Nach wie vor ist der akute Personalmangel die größte Herausforderung. Arbeitskräfte werden in jeder Branche vehement gesucht und gleichzeitig kommen viele Zuwanderer aus der Ukraine nach Österreich. Die WKO Oberösterreich hat aufgrund der tragischen Entwicklung in der Ukraine schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt reagiert: Neben der humanitären Hilfe hat man gemeinsam mit den wichtigsten Standortpartnern Maßnahmen für eine schnelle Integration von ukrainischen Kriegsflüchtlingen in den Arbeitsmarkt entwickelt. Durch regionale „Ukraine-Frühstücke“ konnten bis jetzt knapp 1.400 Vertriebene erreicht werden. Konkrete Informationen über Mindestsicherung, Führerschein oder Kinderbetreuung sowie den oberösterreichischen Arbeitsmarkt, die Wirtschaftsregionen und die Unternehmen gab es für die Geflüchteten auch in ihrer Muttersprache. Mit der „blauen Karte“ ist ein unbürokratischer Aufenthaltstitel für eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration geschaffen worden. Parallel hat man die duale Ausbildung für ukrainische Jugendliche forciert und kostenlose Deutschkurse angeboten. Die Wirtschaftsförderungsinstitute (WIFI) können bereits mehr als 600 Ukrainerinnen und Ukrainer in über 50 Kursen begrüßen. „Dass man gemeinsam viel richtig gemacht hat, beweisen die Zahlen: Mittlerweile haben über 1.500 Menschen aus der Ukraine einen Job in Oberösterreich gefunden und jede einzelne Arbeitsaufnahme verringert den massiven Fachkräftemangel und stärkt den Wirtschaftsstandort Oberösterreich“, betont WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer. „Nun gilt es, eine langfristige „Bleibe-Perspektive“ für die Menschen aus der Ukraine zu schaffen.“

Oberösterreich hat bei der Integration von Kriegsflüchtlingen eine Vorreiterrolle eingenommen. „Deutsch ist einer der Schlüssel zum Arbeitsmarkt und damit auch zu gelungener Integration“, bestärkt Wolfgang Hattmannsdorfer, Landesrat für Soziales, Integration und Jugend in OÖ und verweist auf die Deutschkurse. Handlungsbedarf sieht er im Bereich der Anerkennung von ausländischen Ausbildungen, wie etwa im Pflegebereich, diese gilt es zu vereinfachen und zu beschleunigen. „Bei all jenen Asylwerbern, die eine hohe Bleibechance haben, dürfen wir keine Zeit verlieren und müssen sie für den Arbeitsmarkt qualifizieren“, so Hattmannsdorfer.

Das AMS erhebt als zentrale Anlaufstelle die Kompetenzen und Fähigkeiten der Ukrainerinnen und Ukrainer. „Die mitgebrachten Qualifikationen der Menschen zu erkennen und entsprechend am oberösterreichischen Arbeitsmarkt zu nutzen ist uns sehr wichtig“, so Iris Schmidt, stellvertretende Landesgeschäftsführerin des AMS OÖ. „Oberösterreich hat unter allen Bundesländern mit 2.136 den höchsten Anteil an vorgemerkten ukrainischen Geflüchteten. Die meisten Arbeitsuchenden konnten bisher in den Bereichen der Land- und Forstwirtschaft, Warenproduktion, Gastronomie und Handel vermittelt werden.“

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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