LR Steinkellner: Moogli stärkt die Sicherheit der Kunstbauten am Landesstraßennetz

Neues Brückenuntersichtsgerät der Abteilung Brücken- & Tunnelbau für eine umfassende und effiziente Aufgabenerledigung in punkto Bauwerksüberwachung und -sicherheit übergeben

„Die regelmäßige Brückenprüfung und -kontrolle ist die Basis zur Gewährleistung der Trag- und Verkehrssicherheit unserer Landesbrücken. Damit kontinuierliche Erhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen der Brückeninfrastruktur verifiziert werden können, sind technische Hilfsmittel eine Grundvoraussetzung. Mit unserem neuen Moogli sind umfassende  Brückenbegutachtungen  effizient umsetzbar“, freut sich Landesrat für Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner über den ersten Einsatz des neuen Brückenuntersichtgeräts auf der Steyregger Brücke.

Bilder vom tragischen Brückenunglück in Genua mit 43 Todesopfern bleiben in langjähriger Erinnerung. Um solchen Unglücken bestmöglich vorzubeugen, soll durch laufende und zielgerichtete Substanzerhaltungsmaßnahmen und einen effizienten Mitteleinsatz eine verkehrssichere Infrastruktur zur Verfügung gestellt und erhalten werden. Dazu trägt die laufende Prüfung und Kontrolle der Brückenbauwerke bei. Die Überprüfung der Bauwerke sieht gemäß den zu Grunde liegenden technischen Richtlinien (RVS‘en) zwei grundlegende Arten von Bauwerksinspektionen vor. Diese sind einerseits die Brückenkontrollen und andererseits die Brückenprüfungen.

Der neue Moogli bei der ersten Einsatzfahrt.
(C) Land OÖ/Daniel Kauder

Die Kontrolle:

Ein Brückenobjekt ist alle zwei Jahre und im Anlassfall (z.B. nach Hochwasser) einer Kontrolle zu unterziehen. Im Zuge dieser Kontrollen wird die Veränderung des Erhaltungszustandes zum letzten Prüfereignis festgestellt und dokumentiert.

Die Prüfung:

In einem Intervall von sechs bis zwölf Jahren (je nach Bauart und statischem System) ist eine Brücke einer genaueren Prüfung zu unterziehen. Dabei wird der Erhaltungszustand erhoben, dokumentiert und bewertet. Das Ergebnis der Prüfung ist in einem Befund zu dokumentieren. Für das Gesamtobjekt sowie für die Hauptbauteile werden Zustandsnoten nach dem Schulnotensystem (1 = sehr guter Erhaltungszustand bis 5 = schlechter Erhaltungszustand) vergeben. Festgestellte Mängel bzw. Schäden werden dokumentiert und erforderliche Maßnahmen festgehalten. Falls auf Grund des Erhaltungszustandes erforderlich, müssen zusätzlich auch weitere Maßnahmen wie zum Beispiel statische Nachrechnungen oder Materialprüfungen durchgeführt werden.

Je nach Rahmenbedingung und Beanspruchung ist durchschnittlich alle 30-40 Jahre eine Generalsanierung notwendig. Im Zuge der Generalsanierungen werden auch Schäden und Mängel an der Tragstruktur, also dem Tragwerk und den Widerlagern bzw. Pfeilern, behoben. Die Sanierung am Bestand stellt die Bauwerkserhalter regelmäßig vor die Herausforderung, die bestmögliche Qualität und eine möglichst geringe Behinderung für die Verkehrsteilnehmer/innen unter Berücksichtigung eines wirtschaftlichen Umgangs mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu erreichen.

Insbesondere stetig steigende LKW-Anteile sowie die salzhaltigen Wässer (Chloridangriff) aus dem Winterdienst schädigen sowohl Beton- als auch Stahltragwerke und andere Bauteilgruppen.

„In Oberösterreich werden jährlich deutlich über 1.000 Kontrollen und rund 350 Überprüfungen von Landesstraßenbrücken vorgenommen, um die Mobilität am Landesstraßennetz sicherzustellen zu können. Um diesen Aufgaben nachkommen zu können, braucht es das entsprechende Equipment“, so Landesrat für Infrastruktur Steinkellner.

Um für diese herausfordernden Aufgaben der Überwachung von Brückenbauwerken weiterhin bestmöglich gerüstet zu sein und selbst schwer zugängliche Stellen unterhalb des Tragwerkes inspizieren zu können, kommt das landeseigene Brückenuntersichtsgerät mit jährlich ca. 1.200 Betriebsstunden zum Einsatz. Das bisherige Gerät ist nach rund 16 Jahren und um die 18.000 Einsatzstunden zu ersetzen.

Das Nachfolgegerät ersetzt das ebenfalls von der Fa. Moog stammende Brückenuntersichtsgerät. Auf Grund des flexiblen Teleskoparmes können sowohl Inspektionen als auch kleinere Sanierungsmaßnahmen gut erledigt werden. Durch die etwas größere horizontale Reichweite von 17,50 m anstelle von bisherigen 16,00 m können nun auch größere Brückenbreiten wie z.B. bei der B1 Traunbrücke Ebelsberg und somit der komplette Querschnitt von einer Seite überprüft werden. Auch die maximalen Absenktiefen bzw. Arbeitshöhen sind etwas größer. Breite Randbalken, Geh- und Radwege sowie vorhandene Lärmschutzwände können durch den flexiblen Ausleger des Korbgerätes übergriffen werden. Wie beim Hangeln von Liane zu Liane werden so die sonst uneinnehmbaren Bereiche des Brückendschungels erforscht.

„Alles in allem kann mit dem neuen Fahrzeug die Brückeninfrastruktur auf Oberösterreichs Landesstraßen noch etwas besser und effizienter überprüft werden und somit in einem für den Verkehrsteilnehmer sicheren Zustand gehalten werden“, so Steinkellner und der Leiter der Abteilung Brückenbau Dipl.-Ing. Stefan Dobler abschließend.

Technische Daten Trägerfahrzeug

Fabrikat MAN

Type: M-TGX 35.470

Motorleistung                         470 PS

Höchstzul. Gesamtgewicht    32.000 kg

Achsanzahl                            4 + 1 Starrachse für Arbeitseinsatz

Federung                                komplette Luftfederung

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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