Oberösterreich hat ein großes Netzwerk an Frauenberatungsstellen

Finanzierung der allgemeinen Vereinstätigkeit im Jahr 2022

Die oberösterreichischen Frauen- und Mädchenberatungsstellen sind offene Anlaufstellen, an die sich Frauen und Mädchen mit privaten und beruflichen Anliegen wenden können. Sie sind parteiunabhängige, überkonfessionelle und gemeinnützige Vereine mit einer vorrangigen Finanzierung aus öffentlichen Fördermitteln. Dadurch sind die meisten Angebote für Frauen und Mädchen kostenlos. In ganz Oberösterreich werden 22 Frauenvereine und -beratungsstellen vom Frauenreferat gefördert. Sie sind wichtige Serviceeinrichtungen und im städtischen Bereich und im ländlichen Raum gut vernetzt mit Sozialeinrichtungen, Vertrauensanwältinnen, Gewaltschutzzentren, Frauenhäusern und Kinderschutzeinrichtungen, zumal auch das Thema Gewalt in der Familie immer mehr bei den Beratungen zur Sprache kommt.  

Auch während der herausfordernden Zeit der Corona-Pandemie wurde das Beratungsangebot stets aufrecht gehalten. So konnten im Jahr 2021 annähernd 30.000 Einzelberatungen, zum Teil persönlich, aber auch telefonisch, per E-Mail oder mittels Online Beratung, abgehalten werden. 

Mein Dank gilt den zahlreichen Mitarbeiterinnen der Frauenvereine und -beratungsstellen, die tagtäglich tolle Arbeit leisten und sich für die Anliegen der Frauen in Oberösterreich einsetzen, insbesondere in der herausfordernden Zeit von Corona. Meine  höchste Wertschätzung gilt ihrem Engagement, welches viel Kraft und Einfühlungsvermögen erfordert„, betont Frauen-Landesrätin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.aChristine Haberlander.

Oö. Landesregierung genehmigte Förderungen für 2022

In der Regierungssitzung am Montag, 13. Juni 2022, wurde die Förderung für 10 Frauenvereine und –beratungsstellen aus Mitteln des Frauenreferates des Landes Oberösterreich genehmigt. Die Frauenbetreuungs- und Frauenservicestelle BABSI erhält im Jahr 2022 37.050 Euro, BERTA Beratung für Frauen und Mädchen erhält 39.900 Euro und die Frauenberatungsstelle Inneres Salzkammergut erhält 28.500 Euro. Weiters bekommen die Frauenberatung Bezirk Perg 42.750 Euro, das Frauenforum Salzkammergut Ebensee 35.150 Euro, das Frauennetzwerk3 62.700 Euro, das Frauennetzwerk Linz Land 42.750 Euro und die Frauenstiftung Steyr 52.250 Euro. Auch das Frauennetzwerk Rohrbach erhält eine Förderung in der Höhe von 49.400 Euro sowie INSEL – Mädchen- und Frauenzentrum Traunviertel in der Höhe von 47.500 Euro. 

Neben der Finanzierung der Beratungsstellen liegt mir auch die Sicherheit der Mitarbeiterinnen in den Beratungsstellen am Herzen. Daher konnte im Jahr 2022 auch um eine einmalige Förderung in der Höhe von bis zu 2.500 Euro für die Installierung eines Notfallalarmsystems angesucht werden. Somit wird gewährleistet, dass in schwierigen Situationen rasch Hilfe gerufen werden kann„, führt Haberlander aus. 

Umfangreiches Beratungsangebot für Frauen und Mädchen in Oberösterreich

Frauen- und Mädchenberatungsstellen unterstützen Frauen und Mädchen bei der Lösung individueller Probleme, die häufig durch strukturelle Diskriminierung aufgrund des Geschlechts sowie aufgrund von Herkunft, Alter, Behinderung, sexueller Orientierung etc. entstehen. Die Angebote der Beratungsstellen umfassen auch Maßnahmen, die der Information und Prävention dienen. Im Vordergrund stehen die Organisation und Durchführung von Beratungen für Frauen und Mädchen persönlich, telefonisch, per E-Mail oder in Form von Online-Beratung. Diese Beratungen werden größtenteils anonym und kostenlos angeboten. Ebenso wird Lebens- sowie juristische Beratung, Betreuung von und Information für Mädchen und Frauen bei sozialen, rechtlichen und ökonomischen Angelegenheiten angeboten. Der Beratungsprozess betont dabei die Selbstverantwortung basierend auf Wertschätzung und Anerkennung. Auch die Durchführung und Abhaltung von Seminaren, Workshops, Vernetzungstreffen, etc. steht auf den Jahresprogramm der oberösterreichischen Frauenvereine- und Beratungsstellen. 

Vernetzte Online-Frauenberatung erweitert das bestehende Beratungsangebot

Im Jahr 2021 wurde auf Initiative von Frauenreferentin Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander und im Auftrag des Frauenreferates des Landes OÖ die Online-Frauenberatung Oberösterreich ins Leben gerufen. Nachdem vor allem auch die Zeit der Pandemie aufgezeigt hat, dass dieses Angebot von den Mädchen und Frauen in Oberösterreich gut angenommen wird, wurde diese Form der Beratung im Jahr 2022 weiter ausgebaut.

Onlineberatung ist eine erste Orientierung bei schwierigen Lebenssituationen. Sie ist professionell, rund um die Uhr, schnell, anonym und kostenlos. Diese Form der Beratung hilft vor allem jenen Frauen und Mädchen, denen es leichter fällt, ihre Gedanken niederzuschreiben als auszusprechen. Die Online-Beratung stellt eine gute Ergänzung und Erweiterung bestehender Face-to-Face Beratungsangebote dar. Sie kann als niederschwellige Vorbereitung auf ein persönliches Beratungsgespräch genutzt werden oder als ein eigenständiges Beratungsinstrument. Seit April 2022 beteiligen sich zahlreiche Beratungsstellen bzw. Frauenberatungsstellen aus ganz Oberösterreich an dieser „vernetzten Frauenberatung Oberösterreich“. Durch die Vielfalt der Beratungseinrichtungen (Gewaltschutzzentrum OÖ, VFQ, ZOE, AFZ und viele mehr) können Beratungsanfragen zu unterschiedlichsten Themen gestellt werden.

Mit der Online-Frauenberatung haben wir auf eine steigende Nachfrage in Oberösterreich reagiert. Damit können wir bestehende neue Zielgruppen besser erreichen, insbesonders jene, die sich auf einem anderen Weg keine Beratung holen würden. Gerade in Zeiten von Corona ist es notwendig, Mädchen und Frauen, die einsam sind oder sich anderen Herausforderungen stellen müssen, bei individuellen Anliegen zu unterstützen. Oft haben sie keine Zeit für ein Telefonat oder können neben ihren Familien nicht sprechen und ihre Gedanken erst abends oder nachts ungestört ordnen. Ich bedanke mich nochmals bei allen Beraterinnen der teilnehmenden Stellen, die sich in dieser vernetzten Online Beratung engagieren und auch auf diese Weise für die Frauen und Mädchen in Oberösterreich zur Verfügung stehen„, betont Frauen-Landesrätin Haberlander.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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