Museum Zinkenbacher Malerkolonie – Ausstellung 2022

IN HELLEN UND IN FINSTEREN ZEITEN, DER HAGENBUND AUF SOMMERFRISCHE

„Viele haben keine Arbeit, trotzdem tanzt man in Wien, man tanzt des Nachts umso wilder, je weniger man sich sicher sein kann, am nächsten Morgen noch sein Mittagmahl bezahlen zu können.“ (Hilde Spiel, Schriftstellerin)

Die diesjährige Ausstellung des Museums Zinkenbacher Malerkolonie am Wolfgangsee beleuchtet Licht- und Schattenseiten der Zwischenkriegskunst. Präsentiert werden ausgesuchte Werke der Malerkolonie, des Hagenbundes und weiterer Künstlerkreise im gesellschaftspolitischen Spiegel der Zeit.

Der Hagenbund war ein Verein, dessen Ausstellungen für moderne europäische Kunstrichtungen prägend wurden. Ab 1900 trafen einander Künstler*innen, welche mit den konservativen Gepflogenheiten in Wien unzufrieden waren. Im Hagenbund konnten sie frei und fortschrittlich agieren. Er wurde zum Sprachrohr der Klassischen Moderne in Österreich.

Die Wiener Bohème entwickelte trotz aller Nachkriegsnot eine ausgelassene Feierkultur. Auf legendären Künstlerfesten traf die Schriftstellerin Hilde Spiel auf die Maler Leo Delitz, Erwin Lang und Otto Rudolf Schatz – auf Ludwig Ferdinand Graf, Carry Hauser, die Malerehepaare Bauer-Ehrlich und Merkel-Romée. Aber auch die Maler der Secession wie Josef Dobrowsky, Sergius Pauser und Ferdinand Kitt tanzten durch helle Momente in dunkler Zeit. Gemeinsam vergaß man die Alltagssorgen und hoffte auf ein besseres Morgen.

Die Krisen der Zwanziger Jahre trieben die Künstler*innen von der Großstadt auf das Land – an den Traunsee, Attersee und Wolfgangsee und in das Ausseerland. Überall entstanden Künstlerkreise wie in Gmunden, Seewalchen und Zinkenbach. Im Salzkammergut war das Leben angenehm. Berg und See boten das beste Motiv, Kost und Logis waren erschwinglich – nicht selten wurde die Sommerfrische mit Kunstwerken bezahlt.

Und doch zogen erneut „düstere Wolken“ auf. Am Vorabend des Dritten Reiches kam es zur Auflösung des Wiener Hagenbundes. Auch die Wege der Zinkenbacher Künstler*innen trennten sich 1938 für immer.

Kuratoren der Ausstellung: Mag. Dr. Bernhard Barta / MMag. Claudia Baumann

Ausstellungsdauer: 18. Juni 2022 – 09. Oktober 2022, täglich von 14.00 – 19.00 Uhr

www.malerkolonie.at, www.hagenbundfreunde.at

Pressetext © Mag. Robert Schmiedlehner

Copyright Archiv Barta Wien Hagenbundfreunde
Copyright Kunsthandel Widder
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Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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