Lernortkooperation im Kfz-Handel: Noch mehr Praxisnähe im Unterricht für den Kfz-Handelsnachwuchs

Praxisnähe  spielt im Berufsschulunterricht für unsere künftigen Nachwuchskräfte seit jeher eine besondere Rolle. Im Fahrzeughandel gilt dies angesichts des rapiden technischen Wandels ganz besonders. Mit der Lernortkooperation haben das Landesgremium des oö. Fahrzeughandels und die Berufsschule Linz 7 ein „Instrument“ geschaffen, das es angehenden Fahrzeugverkäufern ermöglicht, im Schulunterricht vermitteltes Theoriewissen unmittelbar praktisch umzusetzen. Das Klassenzimmer wird dabei direkt mit der zukünftigen Wirkungsstätte, dem Schauraum des Lehrbetriebs, getauscht.

So bei der Premiere der Lernortkooperation im Kfz-Handel für die beiden Lehrlinge Lorenz Rigger und Paul Bratic, die im 1. Lehrjahr bei BMW Höglinger-Denzel Linz sowie der Linzer Auto Günther GmbH in Ausbildung stehen. Rigger präsentierte im Autohaus Höglinger live Modelle der Marken BMW (i4, M8), Bratic hatte die Aufgabe, die Vergleichsmodelle anderer Marken (Tesla und Mercedes-Benz) vorzustellen. Die Präsentation lief vor einer „Jury“ ab, die sich aus Berufsschullehrern, Klassenkollegen, Ausbildern und Unternehmern zusammensetzte. Nach der Präsentation gab es ein analytisches Feedback durch alle Zuhörer. Die Präsentation wurde dann von den Mitschülerinnen und Mitschülern sowie dem unterrichtenden Lehrer online bewertet.

Diese gelebte duale Ausbildung ist Teil des Praxisunterrichts, in dem die Lehrlinge ihre Arbeit zu einem bestimmten Thema des Lehrstoffs in ihrem eigenen Lehrbetrieb präsentieren, verrät Dipl.-Päd. Peter Sündermann von der Berufsschule Linz 7, in der derzeit 47 Einzelhandelslehrlinge mit dem Schwerpunkt Kraftfahrzeuge und Ersatzteile unterrichtet werden. Dieser Unterricht ist ein ganzheitliches Projekt, das vor allem die Selbständigkeit, Eigeninitiative und Motivation der Schüler fördern soll.

Adolf Seifried, Gremialobmann des oö. Fahrzeughandels, und Helmut Salinger, Obmann-Stellvertreter und Lehrlingsbeauftragter des oö. Fahrzeughandels, begrüßen diese Lernortkooperation von Berufsschule und Lehrbetrieb, weil dabei diverse Rollenspiele, wie neben Produktpräsentationen auch Verkaufsgespräche, die im 2. Lehrjahr auf dem Programm stehen, vor Ort in den Ausbildungsbetrieben sehr praxisnah geübt werden können. Dass damit auch die Ausbilder der jungen Leute in den Lernprozess eingeliedert werden, sehen Seifried und Salinger als weiteren positiven Aspekt.

Der heimische Fahrzeughandel ist heute mehr denn je auf top-qualifizierte Fachkräfte und Mitarbeiter angewiesen, zumal sich die Anforderungen an diese Handelsbranche massiv erhöht haben und es noch weiter tun, spricht Gremialobmann Seifried aus dem Unternehmensalltag. Abgesehen von der rapid steigenden Marken- und Modelldichte, sind die Akteure im Fahrzeughandel auch durch die vielen technischen Neuerungen zunehmend gefordert. Das beginnt bereits bei den Antriebsformen. Die klassischen „Verbrenner“ (Benziner, Diesel, CNG) stehen – auch forciert durch die Umwelt- und Klimaschutzdebatte – zunehmend im Wettbewerb mit Antriebsalternativen wie Hybride, Elektroantrieb und Wasserstoff. Dazu kommt, dass die Mobilität von heute verstärkt elektronisch beeinflusst wird, ob mit Fahrassistenzsystemen, oder Unterhaltungs- und Info-Tainment u.v.m. Und letztendlich hat es der Fahrzeugverkäufer mit wesentlich anspruchsvolleren Konsumenten und Kundschaften zu tun – zumeist bereits gut informiert dank moderner Kommunikation via Internet.

Facts zur Branche:
Das Landesgremium des oö. Fahrzeughandels zählt aktuell 3330 aktive Mitglieder, darunter rund 720 Arbeitgeberbetriebe mit Schwerpunkt Fahrzeughandel, in denen sich rund 4100 Mitarbeiter um die kompetente Betreuung der Kunden bemühen.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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