Salzburg Ukraine-Vertriebene werden gut in Arbeitsmarkt integriert

Von 1.600 Erwerbsfähigen wollen rund 590 arbeiten oder haben bereits einen Job in Salzburg / Das sind derzeit fast 40 Prozent

Während der Krieg in der Ukraine unvermindert weitergeht und Millionen Menschen zur Flucht zwingt, funktioniert die Vermittlung von Vertriebenen am heimischen Arbeitsmarkt sehr gut. „Fast 40 Prozent der Ukraine–Vertriebenen im erwerbsfähigen Alter sind bereits in einem aufrechten Arbeitsverhältnis oder wollen das“, bilanzierte Landeshauptmann Wilfried Haslauer heute bei einem Pressegespräch mit Jaqueline Beyer, Geschäftsführerin des AMS Salzburg, und Vertriebenenkoordinator Reinhold Mayer.

„304 Beschäftigungsbewilligungen wurden bereits erteilt, 48 weitere sind in Bearbeitung und werden in den kommenden Tagen erteilt. 234 Personen sind beim Arbeitsmarktservice (AMS) als arbeitssuchend vorgemerkt. 72 davon befinden sich aktuell in Deutschkursen, um sie auf eine Arbeitsaufnahme vorzubereiten“, fasst Jaqueline Beyer, Geschäftsführerin des AMS Salzburg zusammen und betont, „dass fast die Hälfte der registrierten Personen über eine höhere Ausbildung oder einen Hochschulabschluss verfügt. Sie werden von uns bei der Anerkennung ihrer Ausbildung in Österreich unterstützt.“

Haslauer: „Unternehmen suchen Fachkräfte.“

„Viele heimische Unternehmen suchen händeringend nach Fachkräften. 269 Unternehmen im Bundesland Salzburg haben Interesse an der Beschäftigung von Vertrieben aus der Ukraine angemeldet. Das macht es aber für gut ausgebildete Menschen aus der Ukraine leichter, hier eine Arbeit zu finden“, sagte Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Etwa 70 Prozent der Vertriebenen sind im Haupterwerbsalter, also zwischen 25 und 50 Jahre alt. Ein Drittel hat betreuungspflichtige Kinder.

Beyer: „Die Hälfte arbeitet im Tourismus.“

„Die Berufswünsche der Personen aus der Ukraine sind breit gestreut, von der Buchhaltung über den Arztberuf bis zur Küchenhilfe und Reinigung. Zwei Drittel wollen Vollzeit arbeiten. Derzeit ist knapp die Hälfte jener, die bereits eine Beschäftigungsbewilligung haben, im Tourismus tätig. Dort stehen die Deutschkenntnisse auch nicht so im Vordergrund“, berichtet Beyer.

Reinhold Mayer: „Anzahl der Vertriebenen stagniert.“

Die Anzahl der Vertriebenen, die in Salzburg bleiben, stagniert seit einiger Zeit. „Derzeit halten sich rund 3.350 Personen im Bundesland auf und es kommen nur wenige neue hinzu. Viele kehren derzeit auch wieder in die Ukraine zurück, besonders jene Personen aus dem Westen und der Mitte des Landes, wo keine Kampfhandlungen stattfinden. Wir gehen davon aus, dass rund 15 bis 20 Prozent der aktuell in Salzburg aufhältigen Ukrainer auch dauerhaft hier bleiben wollen, vor allem jene, die aus stark zerstörten Gebieten kommen“, fasst Vertriebenenkoordinator Reinhold Mayer die aktuelle Lage zusammen.

Ausreichend Platz in Quartieren

„In den Quartieren ist derzeit ausreichend Platz vorhanden und die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Organisationen läuft nach wie vor sehr gut“, sagt Landeshauptmann Haslauer und ergänzt: „Die Entwicklung in naher Zukunft ist aber nicht abschätzbar und wir halten weiterhin genügend Kapazitäten vor, um für eine mögliche Fluchtwelle vorbereitet zu sein.“

Viele reisen weiter

„Bisher sind insgesamt rund 360.000 Ukraine-Vertriebene in Österreich eingereist. Die Durchreisequote liegt bundesweit bei 82 bis 85 Prozent und auch in Salzburg ist es so, dass ein Großteil der Menschen das Land wieder verlässt. Für all jene, die bei uns bleiben möchten, organisieren wir auf allen Ebenen eine bestmögliche Integration“, so Reinhold Mayer.

©Land Salzburg/Melanie Hutter
Online-Pressegespräch betreffend der Situation auf dem Arbeitsmarkt für Vertriebene aus der Ukraine, im Bild: Landeshauptmann Wilfried Haslauer, AMS-Landesgeschäftsführerin Jaqueline Beyer und Vertriebenen-Koordinator Reinhold Mayer

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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