Milch aus der Region ist pure Frische

Anlässlich des Weltmilchtages fordern die OÖ Bäuerinnen mit ihren Aktivitäten ein klares Bekenntnis zur Regionalität. „Denn Milch aus der Region ist pure Frische“, findet Landesbäuerin Johanna Haider.

Die Erwartung der Konsumenten für den billigsten Preis und die extremen Rabatte der Handelsketten bringen unsere landwirtschaftlichen Betriebe in Bedrängnis und fördern das stetige Wachsen oder Weichen der Bauernhöfe. Das kontinuierliche Wachsen wird den Landwirten dann zum Vorwurf gemacht. „Ich möchte dazu den Handel in die Pflicht nehmen. Tagtäglich werben die Handelsketten mit naturnahen Botschaften und Bildern von blühenden Wiesen, auf der anderen Seite werden die Verkaufsflächen der Supermärkte und die Parkplätze immer größer“, so die Landesbäuerin.

Symbiose Landwirtschaft mit Kulturlandschaft

Eine gepflegte Kulturlandschaft gibt es nur in Verbindung mit Landwirtschaft. Laut dem Bodeninformationsbericht des Landes OÖ werden 46 Prozent (ca. 550.000 Hektar) der Landesfläche landwirtschaftlich genutzt. 220.000 Hektar sind Grünland und weitere 40.000 Hektar Feldfutter. Durch die Bewirtschaftung des Grünlandes leisten die Milch- und Rinderbauern einen wertvollen Beitrag zur Pflege und Erhaltung der Kulturlandschaft. 

Unsere klimafitte Milchwirtschaft

Die regionale Milchproduktion hat in puncto Klimafreundlichkeit einiges zu bieten. Seit bereits einigen Jahren ist die GVO-freie Fütterung verpflichtend und auf Eiweißfuttermittel aus Südamerika wird ebenfalls in der Milchproduktion verzichtet. Die Erzeugung heimischer Qualitätsmilch punktet nicht nur mit kurzen Transportwegen und hoher Klimaeffizienz, sondern verursacht pro Kilogramm Milch nur etwa ein Kilogramm CO2 (EU-Durchschnitt 1,4 Kilogramm CO2).

Milch – wichtig für gesunde Ernährung

„Es braucht keine teuren Ersatzprodukte, die oftmals aus billigen Rohstoffen hergestellt werden“, so die Landesbäuerin. Zahlreiche Ernährungsmythen wie „Milch macht krank“ oder „Milch macht dick“ setzen dem Ruf der Milch zu. Milch und Milchprodukte enthalten viel Kalzium und sorgen für gesunde Knochen und Zähne. Das Milcheiweiß gilt als hochwertig, für das Wachstum und den Muskelaufbau. „Mittlerweile existiert von so ziemlich jedem Lebensmittel eine Studie über deren gesundheitliche Bedenken. Letztlich muss das Gesamternährungskonzept passen“, so Haider.

Faire Handelspraktiken

Unsere Bäuerinnen und Bauern bemühen sich 365 Tage im Jahr um Tierwohl im Stall und Biodiversität auf ihren Wiesen und Feldern. Diese Leistungen müssen abgegolten werden, sonst kann unsere Landwirtschaft in bekannter Form nicht weiterbestehen. Im Sinne der Konsumentinnen und Konsumenten arbeiten die heimischen Betriebe an einer stetigen Weiterentwicklung. Umfangreiche Bewirtschaftungsformen und Tierwohl sind arbeitsintensiver und müssen sich in den Verkaufspreisen wiederspiegeln. „Daher fordern wir für unsere Bäuerinnen und Bauern neben einem klaren Bekenntnis zur österreichischen Land- und Milchwirtschaft auch faire Handelspraktiken“, bringt es Landesbäuerin Johanna Haider auf den Punkt. 

Mit unserer österreichischen Differenzierungs- und Qualitätsstrategie ist es möglich, die im internationalen Vergleich kleinstrukturierte Landwirtschaft abzusichern. „Die Landwirtschaft kann daher nur funktionieren, wenn der Handel und die Konsumenten uns weiterhin die Treue halten und zum regionalen Produkt greifen“, so der abschließende Appell von Landesbäuerin Johanna Haider.

Bildnachweis: OÖ Bauernbund
Bildtext: LAbg. Regina Aspalter, LRin und Bauerbund-Landesobfrau Michaela Langer-Weninger, Landesbäuerin Johanna Haider, LAbg. Elisabeth Gneißl

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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