LH-Stv.in Haberlander: OÖ setzt 2022 erweitertes Stechmückenmonitoring fort – Gemeinsam Ausbreitung gebietsfremder Gelsen verhindern

Stechmücken sind Überträger diverser Krankheitserreger. Eine systematische und andauernde Stechmückenüberwachung gilt als das wirksamste Mittel, um das Übertragungsrisiko von Krankheitserregern durch Stechmücken auf den Menschen vorherzusagen. Um eine Ausbreitung bestimmter Arten zu verhindern, kann jede und jeder Einzelne einen Beitrag leisten.

In Mitteleuropa kommen in den letzten Jahrzehnten vermehrt auch gebietsfremde Gelsen vor. Dies sind Gelsenarten, die ursprünglich aus südlich-tropischen Gegenden oder aus dem ostasiatischen Raum stammen und meist mittels Güterverkehr in Europa eingeschleppt wurden. Bei passenden klimatischen Bedingungen können sich diese Arten hier ansiedeln und weiter ausbreiten. In Österreich wurden bisher die Japanische Buschmücke (Aedes japonicus), die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) und die Koreanische Buschmücke (Aedes koreicus) nachgewiesen. Während die Japanische Buschmücke schon in vielen Teilen Österreich zu finden ist, wurden die Asiatische Tigermücke und die Koreanische Buschmücke erst vereinzelt nachgewiesen.

Eine besondere Rolle unter diesen gebietsfremden Mückenarten spielt die Asiatische Tigermücke. Sie könnte auch exotische Krankheitserreger (z. B. das Chikungunya-, das Dengue- oder das Zikavirus) übertragen, daher ist es wichtig, die Ausbreitung dieser Art zu verhindern. Bis jetzt wurde die Asiatische Tigermücke hauptsächlich in Wien und Graz nachgewiesen, einen Einzelfund gab aber auch schon in Linz (2021).

„2020 haben wir in Oberösterreich ein eigenes Überwachungsprogramm für Stechmücken gestartet, mit dem Ziel, die Ausbreitung von Überträgermücken sowie das Vorhandensein von Krankheitserregern in den Gelsen rechtzeitig zu erkennen. Zur besseren Beurteilung der Verbreitung von gebietsfremden Gelsenarten beteiligt sich das Land Oberösterreich heuer zusätzlich an einem österreichweiten Monitoring der AGES. Durch diese aktive Form der Überwachung sind wir in der Lage, bei Bedarf rasch gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung der Stechmücken setzen können“, sagt Landeshauptmann-Stellvertreterin und Gesundheits-Landesrätin Mag.a Christine Haberlander.

Einfache Maßnahmen gegen Ausbreitung der Tigermücke

„Verhindern wir gemeinsam, dass sich Tigermücken bei uns ausbreiten. Mit ganz einfachen Maßnahmen kann jede und jeder Einzelne dazu beitragen“, so Haberlander. Brutstätten der Tigermücken sind alle Arten von Wasseransammlungen, die sich in Vorgärten, Grundstücken, Schrebergärten oder auch Gullys befinden und mindestens eine Woche stehen bleiben. Daher sollten Wasseransammlungen z.B. in Eimern, Blumentöpfen, Werkzeug, Spielsachen, alten Autoreifen etc. vermieden werden, um keine Brutstätten im eigenen Garten oder auf dem Balkon entstehen zu lassen. Es wird empfohlen, Wasser in Blumentopfuntersetzern, Vogeltränken etc. regelmäßig (1x pro Woche) zu entleeren und Regentonnen abzudecken.

Auch bei der Erkennung von neuen Tigermückenbeständen wird um die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger gebeten. Diese sollen verdächtige Mücken melden. Doch wie erkennt man Tigermücken? Tigermücken sind immer kleiner als eine 1-Cent-Münze und nicht größer als unsere einheimischen Stechmücken, sie sind grundlegend schwarz (nicht bräunlich) mit weißen, prägnanten Streifen auf Körper und Beinen. Das letzte Glied der Hinterbeine ist immer weiß. Im Gegensatz zu anderen Mückenarten, die vor allem zur Dämmerung aktiv sind, sticht die Tigermücke auch tagsüber aggressiv. Wer den Verdacht hat, eine Tigermücke gesichtet zu haben, kann diese fotografieren und ganz einfach über die kostenloseMosquito-Alert App (QR-Code siehe Beilage) melden. Die eingesendeten Fotos werden von nationalen und internationalen Expert/innen begutachtet und die Funde dann anonym auf einer öffentlich zugänglichen Karte angezeigt.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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