Teuerung galoppiert, Konsum schwächelt, gezielte Entlastungen jetzt erforderlich



WKOÖ fordert Senkung der Steuern und Lohnnebenkosten


Die enormen Preissteigerungen belasten nicht nur oberösterreichs Unternehmerinnen und Unternehmer massiv, sie wirken sich auch auf das Konsumverhalten der Bevölkerung aus. Die Menschen kaufen weniger, sparen mehr und nehmen weniger Dienstleistungen in Anspruch. „Unternehmen wie Konsumenten brauchen angesichts dieser Ausnahmesituation dringend Unterstützung! Der Leerstand an Geschäftsflächen erreicht mittlerweile Rekordwerte“, schlägt WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer Alarm. Immer mehr Betriebe können die krisenbedingten Mehrkosten nicht mehr bewältigen und sind gezwungen, ihre Geschäftstätigkeit stark einzuschränken oder sogar den Betrieb zu schließen. So verzeichnet man bei den Insolvenzen im ersten Quartal 2022 einen Anstieg von 111 Prozent, wobei die Branchen Bau, Transport und Handel am stärksten betroffen sind.

Alarmstufe Rot: Politik muss jetzt für Entlastung sorgen
Um die dramatische Situation zu entschärfen, hat die Regierung bereits über 4 Milliarden Euro in die Hand genommen – das hilft, ist aber nicht ausreichend. Dringenden Handlungsbedarf sieht Hummer bei der Umsetzung von steuerlichen Entlastungsmaßnahmen. So ist die „kalte Progression“ für alle Steuerzahler rasch abzuschaffen. Auch Einkommens-, Lohn- und Körperschaftssteuer gilt es herabzusetzen. Außerdem sind Österreichs hohe Lohnnebenkosten zu senken, das entlastet den Faktor Arbeit und stärkt den Wirtschaftsstandort Oberösterreich spürbar.

Die Tourismusbranche kämpft neben dem allgegenwärtigen Personalmangel ebenfalls mit den Preissteigerungen und gerät im internationalen Wettbewerb immer mehr ins Hintertreffen. „Bis zu 500.000 Euro an Mehrkosten hat beispielsweise ein energieintensiver Wellness-Betrieb pro Quartal zu stemmen“, verdeutlicht Robert Seeber, Obmann der WKOÖ-Sparte Tourismus und Freizeitbetriebe. „Es gilt daher alles zu tun, um den touristischen Aufschwung nicht zu bremsen.“

Auch im Einzel- und Großhandel nimmt die Preisrallye kein Ende und schreckt immer mehr Kunden ab. Globale Produktions- und Lieferschwierigkeiten verschärfen noch zusätzlich die Lage, so Martin Sonntag, Obmann-Stv. der WKOÖ-Sparte Handel. Er ist überzeugt, die geforderten Steuersenkungen würden mehr Kaufkraft bringen und den oö. Handel stärken.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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