Pflege braucht mehr als ein Danke  

Gf. Parteivorsitzender Michael Lindner und SP-Pflegesprecherin Gabriele Knauseder stellen sich hinter die Beschäftigten in der Pflege und setzen sich für bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen ein. Konkret durch höhere Gehälter, die Anpassung des Pflegepersonalschlüssels und finanziell attraktivere Ausbildungsmöglichkeiten. Einen entsprechenden Antrag brachte der SP-Landtagsklub in der jüngsten Landtagssitzung ein.  

Es ist ein Knochenjob, welchen die Mitarbeiter*innen in den Alten- und Pflegeheimen tagtäglich verrichten. Nicht zuletzt, weil sie die Arbeit von hunderten fehlenden Beschäftigten mitmachen müssen. Der Ruf nach Entlastung und besseren Arbeitsbedingungen wird immer lauter. Die Pfleger*innen sind bereits am Ende ihrer Kräfte. Am internationalen Tag der Pflege, der am 12. Mai begangen wurde, wollte die SPÖ Danke sagen. Danke für die Pflege unserer Eltern und Großeltern und den unglaublichen Einsatz für die Gesellschaft und das Wohl der älteren Generation.  

„Es braucht aber MEHR als ein Danke. Denn Applaus sorgt nicht für bessere Arbeitsbedingungen und faire Gehälter auf dem Konto der Beschäftigten“, sagt Bezirksparteivorsitzende LAbg. Doris Margreiter. Leider sah die Bundesregierung in Sachen Pflege viel zu lange zu. Man wird sehe, welche Entlastungen und Verbesserungen die nun präsentierte Pflegereform des Bundes bringen wird. „Außer großen Ankündigungen war in der Vergangenheit nichts geschehen. Besonders die künftige Aufgabenverteilung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden muss man sich genau anschauen. „Ich erwarte mir, dass sich die Politik auch in Zukunft mit diesem so wichtigen Thema auseinandersetzt, bevor noch mehr Pflegekräfte wegen Überlastung den Beruf verlassen.“ Es braucht unverzüglich bessere Arbeitsbedingungen. Die SPÖ sieht vor allem in den folgenden drei Punkten akuten Handlungsbedarf, um die Beschäftigten schnell zu entlasten:  

  1. Faire Gehälter 

„Das Pflegepersonal muss ordentlich bezahlt werden und unter würdigen Rahmenbedingungen der Arbeit nachgehen können. Es braucht daher so schnell wie möglich bessere Gehaltseinstufungen“, so Margreiter. Gehälter im Pflegebereich dürften sich dabei nicht an den niedrigsten Einkommen orientieren, sondern müssten dem Vergleich mit den Gehältern in Krankenhäusern und anderen Branchen Stand halten. „Eine gerechte, bessere Entlohnung der Pflegekräfte wird nur mit einem neuen Finanzierungssystem zu lösen sein“, sagt Margreiter und erwartet auch hier konkrete Schritte seitens der Regierenden.  

  1. Attraktive & existenzsichernde Ausbildung 

Für Doris Margreiter steht fest: „Es braucht existenzsichernde Ausbildungsmöglichkeiten, damit sich mehr Menschen für den Pflegeberuf entscheiden. Insbesondere Berufsumsteiger*innen sollen durch eine Anstellung während der Ausbildung finanziell abgesichert werden.“ Die Finanzierung und Verantwortung müsse hier das Land Oberösterreich tragen. Des Weiteren plädieren wir für die Abschaffung sämtlicher Ausbildungskosten. Darunter auch die Abschaffung von Studiengebühren an der FH Gesundheitsberufe OÖ.  

LR.in Birgit Gerstorfer hat im Jahr 2019 eine Ausbildungsoffensive gestartet, die die Attraktivität des Berufes in den Mittelpunkt stellt. Die Offensive umfasst neben der Verdoppelung der kostenlosen Ausbildungsplätze ein Fachkräftestipendium sowie den Lehrgang „Junge Pflege“, damit Jugendliche nach der Pflichtschule in die Ausbildung einsteigen können. Diese SPÖ-initiierten Verbesserungen müssen unbedingt erhalten und weiter ausgebaut werden. Margreiter regt außerdem eine gemeinsame Steuerungsstelle beim Land Oberösterreich im Bereich der sich überschneidenden Ausbildungen im Gesundheits- und Pflegeberich an.  

  1. Personalschlüssel anpassen 

Bei der Pflege und Betreuung von Pflegebedürftigen mit der Pflegestufe 4 gilt derzeit ein Pflegepersonalschlüssel von 1:2,5. Das heißt: 1 Pfleger*in kommt auf 2,5 Pflegebedürftige. Der Schlüssel wurde seit 25 Jahren nicht mehr angepasst und soll nun endlich auf 1:2 verbessert werden. „Der Pflegepersonalschlüssel wurde seit 25 Jahren nicht mehr angepasst und muss dringend überarbeitet und an die Herausforderungen der Zeit angepasst werden“, sagt der gf. Landesparteivorsitzende Michael Lindner. Für Oberösterreich bedeutet, dass Mehrkosten in Höhe von rund 10,5 Mio. Euro und eine Erhöhung des Pflegepersonalstandes um rund 300 Vollzeitbeschäftigte gerechnet über alle Alten- und Pflegeheime. „Vor allem die zunehmende Anzahl an Demenzerkrankten erfordert dringend eine Verbesserung des Pflegepersonalschlüssels“, gibt Lindner zu bedenken.  

Verantwortung nicht auf Gemeinden abwälzen 

Die mit den Verbesserungen in der Pflege verbundenen Kosten dürfen aber nicht auf die Gemeinden und Städte abgewälzt werden. „Weder das Land Oberösterreich noch der Bund dürfen die Gemeinden weiterhin bei der Pflegefinanzierung im Stich lassen. Die Zukunft der Pflege zu sichern und sich den großen Herausforderungen zu stellen ist Aufgabe des Landes und des Bundes, nicht der Bürgermeister*innen“, hält Doris Margreiter fest.  

Antrag im Landtag & Petition  

„Wir brauchen um mindestens 20 Prozent mehr Personal und das werden wir nur bekommen, wenn die Pflegeberufe attraktiver gemacht werden. Applaus ist nicht genug. Die Beschäftigten brauchen Verbesserungen, die spürbar sind“, sagt Doris Margreiter. Deshalb brachte der SPÖ Landtagsklub in der jüngsten Landtagssitzung einen entsprechenden Antrag ein.  

Auch die Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, die Forderungen der SPÖ zu unterstützen. Die Landespartei ruft zur Unterzeichnung der Petition „Pflege braucht MEHR als ein Danke“ auf spooe.at/tag-der-pflege ein.  

photocredit: SPÖ-VB

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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