Streichorchester Bad Goisern: Musik für Freiheit und Friede

Endlich- das Streichorchester Bad Goisern konnte wieder befreit aufspielen, der langen Pause von über zwei Jahren zum Trotz organisierte Dirigent Alexander Rindberger am Muttertag Musik zwischen prächtigen Bläserchören und tief bewegten naturalistischen Ausbrüchen der Streicherregister. Die 350 Besucher reagierten in der evangelischen Kirche mit Beifallstürme, die in mehreren Standing Ovations gipfelten, auch deshalb, weil die Musik einen ständigen Bezug zur leidvollen aktuellen Lage in Europa hat, martialische Rhythmen und Ausbrüche der drohenden der Bläser und Pauken verfingen sich immer wieder in friedvollen Hoffnungen weicher Melodien.

Die sinfonischer Dichtung Finlandia von Sibelius brachte nordisch- mythisches Raunen mit von prägnanten Trompetensignalen getriebenen Jagdszenen die in einem optimistisch anmutenden Marsch als durchbrechende Freiheitshymne für Finnland, die aktueller nicht sein konnte. Die souverän im Zaum gehaltene rhythmischen Tumulte im „Danse Infernale“ von Strawinsky, gleich darauf kontrastiert von Zartheit, Anmut und Innigkeit bei Nimrod von Edward Elgar. Mit behutsamer aber um so wirkungsvoller Moderationen zum Zeitgeschehen führte Alexander Rindberger zum wohl berührenden Höhepunkt, sein Orchester intonierte am Schluss Beethovens Ode an die Freude, das Publikum selbst bildete den Chor, Humanität für alle geriet zum hoffnungsvollen Anspruch für Frieden, der nur durch die Sehnsucht nach Freiheit bei Beethoven seinen universellen Ausdruck fand. Bleibt anzumerken, dass erfreulich viele junge Musikerinnen und Musiker mit ihren Pädagoginnen und Pädagogen der Landesmusikschule Bad Goisern die Stütze bei diesem erfolgreichen Konzert bildeten.

Foto: Brugger

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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