SPÖ-Landtagsabgeordneter Mario Haas: „Pflege braucht mehr als ein Danke“

Die SPÖ stellt sich hinter alle Beschäftigten in der Pflege und setzt sich für bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen ein. Konkret für höhere Gehälter, wieder Zugang zur Diplomausbildung ohne Matura zu schaffen unter Beibehaltung der universitären Ausbildungsmöglichkeit, die Anpassung des Pflegepersonalschlüssels und finanziell attraktivere Ausbildungsmöglichkeiten.

Einen entsprechenden Antrag brachte der SP-Landtagsklub in der Landtagssitzung am 12.05.2022 ein. Auch mit Maßnahmen, die man in Oberösterreich setzen müsste. Die Regierungsparteien ÖVP und FPÖ sprachen dem Antrag die Dringlichkeit ab.

Am internationalen Tag der Pflege, der am 12. Mai begangen wird, möchte die SPÖ Danke sagen. „Es braucht aber MEHR als ein Danke. Denn Applaus sorgt nicht für bessere Arbeitsbedingungen und faire Gehälter auf dem Konto der Beschäftigten“, sagt SPÖ-Landtagsabgeordneter Mario Haas.

Die SPÖ sieht vor allem in den folgenden drei Punkten akuten Handlungsbedarf, um die Beschäftigten zu entlasten:

  1. Faire Gehälter

„Das Pflegepersonal muss ordentlich bezahlt werden und unter würdigen Rahmenbedingungen der Arbeit nachgehen können. Es braucht daher dringend bessere Gehaltseinstufungen, eine gerechte, bessere Entlohnung der Pflegekräfte in den Krankenanstalten sowie den Senioren- und Pflegeheimen wird nur mit einem neuen Finanzierungssystem zu lösen sein“, sagt Karin Strasser, Diplomkrankenpflegerin aus Bad Ischl.

  • Attraktive & existenzsichernde Ausbildung

Für Landtagsabgeordneten Mario Haas steht fest: „Es braucht existenzsichernde Ausbildungsmöglichkeiten, damit sich mehr Menschen für den Pflegeberuf entscheiden. Berufsumsteigerinnen und -umsteiger sollen durch eine Anstellung während der Ausbildung finanziell abgesichert werden. Was bei der Polizei möglich ist, muss auch in der Pflege möglich sein.“ Des Weiteren plädiert Haas für die Abschaffung sämtlicher Ausbildungskosten. Darunter auch die Abschaffung von Studiengebühren an der FH Gesundheitsberufe OÖ.

  • Wiedereinführung der Diplomausbildung ohne Matura

„Es würden etliche gerne den Beruf der diplomierten KrankenpflegerInnen ergreifen. Können dies aber nicht, weil sie keine Matura haben“, berichtet Karin Strasser. Dadurch würden viele potentielle Pflegerinnen und Pfleger verloren gehen und daher brauche es die Wiedereinführung der Diplomausbildung ohne Matura unter Beibehaltung der Möglichkeit zum weiterführenden Studium.

  • Personalschlüssel anpassen

DerPflegepersonalschlüsselwurde seit 25 Jahren nicht mehr evaluiertund muss dringend überarbeitetund an die Herausforderungen der Zeit angepasst werden. „Vor allem die zunehmende Anzahl an Demenzerkrankten erfordert dringend eine Verbesserung des Pflegepersonalschlüssels“, gibt Karin Strasser zu bedenken.

Verantwortung nicht auf Gemeinden abwälzen

Die mit den Verbesserungen in der Pflege verbundenen Kosten dürfen nicht auf die Gemeinden und Städte abgewälzt werden. „Ich habe selber 11 Jahre in der Pflege gearbeitet und genau aus diesem Grund weiß ich, wie viel hier jeden Tag geleistet wird. Umso nachdenklicher stimmt es mich, wenn ich bei Besuchen in Pflegeeinrichtungen gebeten werde, dass die Politik endlich etwas gegen den Pflegemangel tun muss. Es braucht hier entschlossenes Handeln des Bundes und des Landes. Die Gemeinden dürfen bei der Pflegefinanzierung nicht im Stich gelassen werden“, hält Bürgermeisterin Ines Schiller aus Bad Ischl fest.

Antrag im Landtag & Petition „Wir brauchen um mindestens 20 Prozent mehr Personal und das werden wir nur bekommen, wenn die Pflegeberufe attraktiver gemacht werden. Applaus ist nicht genug. Die Beschäftigten brauchen Verbesserungen, die spürbar sind“, stellt Landtagsabgeordneter Mario Haas klar. Deshalb hat der SPÖ-Landtagsklub in der Landtagssitzung einen entsprechenden Antrag eingebracht, dem die Regierungsparteien ÖVP und FPÖ die Dringlichkeit abgesprochen haben.

Foto: spoe

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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