Eine „OÖ. Komposition“ zum 70. Jubiläum der Pummerin

Am 25. April 2022 jährt sich die Verabschiedung der Pummerin in Linz zum 70. Mal. Die OÖ Landes-Kultur GmbH nimmt dies zum Anlass und erinnert daran am 23., 24. und 25. April 2022 mit einem Tonwerk von Fadi Dorninger. Dorninger nahm das Glockengeläut der Pummerin auf und wandelte den Sound in eine künstlerische Komposition um. Das Soundstück wird bis zu zehn Minuten andauern und erklingt an den drei Tagen jeweils zur vollen Stunde im Durchgang des Landhaus zwischen Promenade und Klosterstraße (zwischen 8 und 18 Uhr).

„Die aus Oberösterreich stammende Pummerin ist ein Symbol des Friedens. Ein Symbol, das gerade in diesen Zeiten wichtiger ist denn je und bewusst gemacht werden sollte. Ihren tief-schwingenden und bewegenden Klang verbinden viele Menschen auch mit Zuversicht und Hoffnung“, so Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer.

„Ut sit Pax in Libertate – damit Friede sei in Freiheit“ – so lautet die Inschrift auf der neuen Pummerin, die vor 70 Jahren in St. Florian gegossen und hier in Linz verabschiedet wurde. Wieder in Freiheit und Frieden zu leben – die Pummerin ist Ausdruck dieser Sehnsucht, die weithin hörbar sein sollte. Die Bedeutung ist aktueller denn je“, betont Bischof Dr. Manfred Scheuer.

„Wir blicken mit Freude zurück auf das Jahr 1952, als die neu gegossene „Seele des Stephansdoms“ für vier Monate im Francisco Carolinum zu besichtigen war. Damals nahmen mehr als 70.000 Menschen die Möglichkeit wahr, die Pummerin zu bestaunen und auch heute noch erfreuen wir uns an ihrem eindrucksvollen Klang“, so, MMag.a Isolde Perndl von der OÖ Landes-Kultur GmbH.

„Den Klang der Pummerin kenne ich seit meiner Kindheit, seit meinem ersten „Prosit Neujahr“ um Mitternacht. Und die Pummerin kam immer aus dem Radio, jedes Jahr, ganz verlässlich. Und wenn man einen Klang so gut kennt, dann ist es für einen Klangkünstler eine Kür ihn zu „Remixen“, die Tonhöhe und den Rhythmus zu verändern, aus dem Glockenklang der Pummerin unerhörtes hörbar zu machen“, erklärt Wolfgang Dorninger.

Historie

Die Pummerin ist Österreichs größte und schwerste Glocke. Offiziell Josephinische Glocke genannt und aus den Resten der Kanonen gegossen, die die Osmanen nach der zweiten Belagerung Wiens 1683 zurückgelassen hatten, hieß sie bald nach ihrer Weihe 1711 im Volksmund wegen ihres tiefen Tons Die Pummerin. 1945 beim Brand der Stephanskirche zersprungen, wurde die Glocke als Geschenk des Landes Oberösterreich an Wien in der Glockengießerei in St. Florian 1951 neu gegossen. Zuerst im Hof des Oberösterreichischen Landesmuseums (heute: Francisco Carolinum Linz) ausgestellt, geriet die Überführung der Glocke im Frühling 1952 über die Zonengrenzen des besetzten Landes hinaus zu einer symbolischen Reise für ein geeintes Österreich.

Fadi Dorninger, Landeshauptmann Thomas Stelzer, Isolde Perndl und Bischof Manfred Scheuer beim „Glockenring der Pummerin“ (das Denkmal erinnert seit 1956 an die Herstellung und die Verabschiedung der Pummerin) vor dem Südportal des Linzer Landhauses.
Foto: Land OÖ/Denise Stinglmayr
Fadi Dorninger, Landeshauptmann Thomas Stelzer, Isolde Perndl und Bischof Manfred Scheuer beim „Glockenring der Pummerin“ (das Denkmal erinnert seit 1956 an die Herstellung und die Verabschiedung der Pummerin) vor dem Südportal des Linzer Landhauses.
Foto: Land OÖ/Denise Stinglmayr
Abschiedsfeier am 25. April 1952 vor dem Linzer Landhaus, Festzug
Foto: Max Eiersebner
Aufstellung der Pummerin beim Francisco Carolinum
Foto: Max Eiersebne
Arbeitsdokumentation in der Glockengießerei St. Florian
Foto: Max Eiersebner

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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