AK-Präsident Stangl: „Studienbeihilfe muss sofort um 15 Prozent erhöht und jährlich an die Inflation angepasst werden“

„Es ist höchste Zeit, die Studienbeihilfe umfassend zu reformieren und sie sozial gerecht zu gestalten. So ist es etwa wichtig, sie jährlich an die Inflation anzupassen“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl, der daran erinnert, dass die Studienbeihilfe zuletzt im Jahr 2017 erhöht worden ist. Außerdem brauche es eine Anhebung der Altersgrenze für Bezieher/-innen und eine sofortige Erhöhung um 15 Prozent, um die Teuerung auszugleichen.

Es sei nicht angemessen, die Studienbeihilfe nur alle zehn Jahre zu erhöhen. Zwischen 2007 und 2017 wurde die Studienbeihilfe um 18 Prozent erhöht, die Teuerung betrug im selben Zeitraum aber 21 Prozent. Völlig außer Acht gelassen wurden dabei die für Studierende besonders belastenden Wohnkosten, diese stiegen in dieser Zeit um 38 Prozent.

Nur jede/-r Fünfte erhält eine staatliche Unterstützung für sein Studium. Daraus resultiert auch, dass mehr als ein Fünftel der Studierenden laut Studierenden-Sozialerhebung große finanzielle Schwierigkeiten hat. „Gerade Personen aus Haushalten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sind von finanziellen Belastungen als Folge der Corona-Pandemie und der enormen Preisentwicklung besonders betroffen“, so Präsident Stangl. Hier brauche es eine rasche Hilfe.

Eine Reform mit mehr sozialer Gerechtigkeit sei längst überfällig. Familien von Arbeitnehmer/-innen haben beim Einkommen nach wie vor weniger Gestaltungsmöglichkeiten als etwa Landwirte/-innen oder Selbstständige. Dies schlägt sich in der Studienbeihilfe nieder. Studierende aus Familien von Arbeitnehmern/-innen erhalten mit durchschnittlich 340 Euro monatlich weniger Studienbeihilfe als Studierende aus Familien von Selbstständigen (402 Euro) oder Landwirt/-innen (477 Euro). Die Freibeträge von Eltern und Ehegatten, welche bei der Berechnung das Einkommen vermindern, müssen deshalb auch erhöht und regelmäßig angehoben werden. Diesbezüglich sieht Präsident Stangl dringenden Handlungsbedarf.

Insgesamt sei das Stipendiensystem sehr komplex und für den Einzelnen schwierig zu durchschauen. Stangl: „Wir brauchen unbedingt ein zeitgemäßes und die Inflation berücksichtigendes Beihilfensystem. Wichtig ist auch, dass die Unterstützung für berufstätige Studierende weiter verbessert werden muss.“ Stangl fordert daher, dass die Altersgrenze für Bezieher/-innen des Selbsterhalter-Stipendiums angehoben wird. „Jene, die bereits länger berufstätig waren und dann zu studieren beginnen, sollen auch entsprechend finanziell unterstützt werden“, sagt der AK-Präsident.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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