Grüne fordern Pacht oder Kauf eines Seegrundstücks am Attersee um freien Zugang zu sichern

Grüner Antrag fordert Pacht oder gar Kauf durch Landesimmobiliengesellschaft, um freie Seezugänge am Attersee zu sichern.

„Öffentliche Zugänge sind Mangelware – das ist das sattsam bekannte Problem an unseren Seen, allen voran am Attersee.  Jetzt haben die politisch Verantwortlichen die Chance, sich diesem Problem konkret zu stellen. Die Bundesforste werden demnächst mehrere Badeplätze auf Jahre an den Meistbietenden verpachten. Aber diese wertvollen Plätze dürfen kein Privatissimum werden. Das Land muss dort den freien Seezugang sicherstellen oder noch besser diese Flächen selbst pachten oder gar kaufen. Dazu haben wir einen aktuellen Landtagsantrag eingebracht, der diese Vorgangsweise bei allen heimischen Seen einfordert. Wenn die Landespolitik nicht konsequent handelt, kennt man das allgemeine Badevergnügen am Attersee bald nur noch aus dem Album“, fordert der Grüne Klubobmann LAbg. Severin Mayr einen entsprechenden Auftrag von LH Stelzer an die Landesimmobiliengesellschaft LIG.

Als schöner, sonniger und ruhiger Badeplatz wird eine Fläche von den Bundesforsten im Inserat angepriesen: „Es ist längst überfällig, dass solche angepriesenen Schmuckstücke der Allgemeinheit zugutekommen. Nicht nur einer Klientel, die bereit ist, mindestens 2400 Euro Jahrespacht dafür zu zahlen“, sieht Mayr das Land in der Pflicht.

Für den Grünen Raumordnungssprecher LAbg. Rudi Hemetsberger ist dies nicht nur eine Selbstverständlichkeit im Sinne des Gemeinwohls. Es ist eine geradezu eine Verpflichtung durch die Landesverfassung. Dort ist auf Druck der Grünen verankert, dass sich das Land OÖ zum freien Zugang der Allgemeinheut zu Wäldern, Bergen, Seen Flüssen und anderen Naturschönheiten Oberösterreichs bekennt. „Es geht hier nicht um eine lapidare Erklärung, sondern um eine Bestimmung der Landesverfassung. Diese gibt den Verantwortlichen den Weg vor und ist die Richtschnur für Entscheidungen“, betont Hemetsberger.

Nur 13 Prozent der Uferlänge des Attersees sind öffentlich zugänglich, satte 76 Prozent sind in Privatbesitz. „Es kann nicht sein, dass der freie Weg zum Attersee zum Spießrutenlauf wird und an Verbotsschildern endet. Die heimische Bevölkerung ist völlig zu Recht sauer über diese schleichende Privatisierung. Es liegt an den Landesverantwortlichen, dies endlich und nachhaltig zu stoppen. Sonst ist Attersee bald nur noch ein privater Wellnessbereich“, meint Hemetsberger. 

Foto: Carsten Tolkmit

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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