Die Osterzeit ist erfüllt mit Bräuchen und Traditionen

Unzählige Bräuche mit Jahrhunderte alter Tradition begleiten die Karwoche und die Osterfeiertage in Salzburg. Einige davon konnten in den vergangenen zwei Jahren leider nicht durchgeführt werden, werden heuer aber mit umso größerer Freude wieder belebt und auch gelebt. Darunter auch die eindrucksvollen Osterfeuer im Lungau.

Einer der bekanntesten Bräuche wird im Lungau zelebriert. Die beeindruckenden Osterfeuer. Von vielen fleißigen Händen der Landjugend-Mitglieder werden die über zehn Meter hohen, aus Fichtenstemmen gezimmerten und mit Reisig ausgefüllten Holztürme aufgebaut. Entfacht werden sie in der Osternacht, also von Karsamstag auf den Ostersonntag. Die weithin sichtbaren Türme aus Holz sind ein Symbol für das Licht, die Wiederauferstehung und das Leben.

Geweihtes Feuer

„Wegen Corona mussten wir jetzt zwei Jahre darauf warten, aber heuer dürfen wir diesen uralten Lungauer Brauch endlich wieder ausüben. Darauf sind wir und unser Familien sehr stolz“, so Fabian Kocher von der Landjugend Lessach. Wie in anderen Gemeinden wird in Lessach bis zum Karsamstag in mühevoller Handarbeit alles vorberteitet, ehe in der Nacht zum Sonntag die Osterfeuer brennen. „Mit diesem Brauch wird seit Jahrhunderten nicht nur die Auferstehung Jesu Christi gefeiert, sondern auch der Winter vertrieben, der Frühling begrüßt und auf eine reiche Ernte gehofft“, so Anja Schreilechner von der Landjugend Mauterndorf. Entzündet werden Holztürme übrigens mit geweihtem Feuer.

Grünes Licht für die Osterfeuer

Landesforstdirektor, Michael Mitter, gibt zudem Licht für diesen hell scheinenden Brauch: „Es hat in der letzten Zeit so viel geregnet, dass die Brandgefahr vor allem in den Bereichen außerhalb des Waldes deutlich gesunken ist. Da die Osterfeuer in der Regel auf den Freiflächen stattfinden und unter Aufsicht und Begleitung der örtlichen Feuerwehren ablaufen, ist von einer deutlichen Minimierung des Risikos auszugehen“, so Mitter, der dennoch zu erhöhter Vorsicht, gerade bei „kleinen Feierlichkeiten mit privaten Lagerfeuern bei Waldhütten“ mahnt.

Geweihtes Feuer auch im Pinzgau

Doch nicht nur im Lungau werden die Traditionen rund um Ostern gepflegt, auch in den anderen Bezirken sind sie den Menschen wichtig. In vielen Orten ist es üblich, das geweihte Feuer von der Osterkerze mit nach Hause zu nehmen. Dafür haben die Unkener eine ganz besondere Methode. Getrocknete Baumschwämme werden an einem Draht befestigt, am Feuer entzündet und schwingend nach Hause getragen.

Antlaßeier als Schutz vor Feuer und Blitz

Als Symbol des Lebens steht das Ei bei vielen Bräuchen im Mittelpunkt. Das Antlaßei wird am Gründonnerstag, Karfreitag oder Karsamstag gelegt. Der Name kommt von „Ablass“, also Entlastung. Schwere Sünder durften früher erstmals am Gründonnerstag wieder in die Kirche. Diese Eier schützen vor Feuer und Blitzschlag, ihre geriebenen Schalen bekommen die Hühner zu fressen, damit sie weiter brav legen. Im Lungau und Flachgau wurden die Eier aus dem Weihkorb, meist das Antlaßei, auch übers Haus geworfen, um es vor Unwettern und Blitzschlag zu bewahren.

Bunte Eier oder „Zwiefeoa“ gehören dazu

Das Ei: Es ist allgegenwärtig in diesen Tagen, besonders die rot gefärbten stehen für Neubeginn und Auferstehung. Ob der Hase sie nur bringt, oder auch legt, das beschäftigt die Kinder, aber eines steht fest: Die Art, sie zu färben und zu verzieren, ist vielfältig. Sie werden gekratzt, ausgeblasen oder auch nicht, einfärbig oder bunt, mit Pickerl oder ohne. In Salzburg besonders beliebt ist das mit Zwiebelschalen (Zwiefeschoin) gefärbte Ei. Um schöne Muster zu erzeugen, werden „Kräuter“, Innergebirg „Oa-Kreitl“ genannt, gesammelt. Es sind oft die ersten grünen Gräser, die im Frühling wachsen, die hier zwischen Ei- und Zwiebelschale kommen, um die Muster zu bilden.

Junge Schützen bewachen das Grab

Eine Besonderheit unter den Bräuchen ist die Wache am Heiligen Grab in der Pfarrkirche Grödig. Das Grabstehen der Jungschützen findet heuer am Karfreitag von 15 bis 19 Uhr und am Karsamstag von 15 bis 22 Uhr statt.

Der Weihkorb darf nicht fehlen

Kulinarisches wie der Oster- oder Weihkorb gehört natürlich auch zu den Feiertagen. Die meisten Familien haben ihre eigene Tradition, was drin sein soll. Gefärbte Eier, Schinken, Speck oder Geselchtes, ein gebackenes Osterlamm, Salz, Krenwurzn, oft auch selbstgebackenes Brot gehören dazu. Geweiht werden die Speisen entweder in der Osternacht, also am Karsamstag, oder am Ostersonntag.

Buchempfehlung zu Osterbräuchen

Wer mehr über Osterbräuche wissen oder sie auch zu Hause neu entdecken will, der findet im Buch „Scheller, Schleicher, Maibaumkraxler“ von Reinhard Kriechbaum (erschienen 2012 im Verlag Anton Pustet) viele Informationen. Weitere Infos gibt es auch in der vom Referat Volkskultur, kulturelles Erbe und Museen und vom Salzburger Landesinstitut für Volkskunde gemeinsam herausgegebenen Reihe „Bräuche im Salzburger Land“ unter www.brauch.at.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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