Das fordern junge Menschen von der EU

Internationale Zukunftskonferenz in Salzburg setzt Anliegen auf die europäische Agenda

Salzburger Landeskorrespondenz, 25. März 2022

(LK)  Drei Tage haben knapp 60 Jugendliche aus Österreich und sechs Nachbarländern in Salzburg ihre Vorstellungen zur Zukunft der EU diskutiert. „Die Zukunft liegt in den Händen unserer Jugend, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beweisen eindrucksvoll, wie sehr ihnen unser Kontinent am Herzen liegt. Die Anliegen der Jugendlichen in Europa müssen ernst genommen und berücksichtigt werden“, ist für Landeshauptmann Wilfried Haslauer wichtig.

EU Future Talks im Landtagssitzungssaal Salzburg Im Bild: Thomas Waitz (Member EU Parlament), Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf, Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Hannes Heide (Member EU Parlament) Foto: Land Salzburg/Neumayr/Hofer 25.03.2022

Der Austausch der Jugendlichen mit Europa-Abgeordneten stand im Mittelpunkt des heutigen Abschlusstages der „EU Future Talks“. „Die internationale Salzburger Veranstaltung gewährleistet, dass die Anliegen der Jugendlichen gebührend auf europäischer Entscheidungsebene Gehör finden“, ist Landeshauptmann Wilfried Haslauer überzeugt. Er begrüßte heute die engagierten Jugendlichen im Landtagssitzungssaal. 

Pallauf: „Wir sind aktive EU-Bürger, keine Kunden.“

„Die Erfolgsgeschichte der EU kann dann fortgesetzt werden, wenn wir uns alle nicht als Kunden, sondern als aktive Bürgerinnen und Bürger verstehen, die sich in die europäische Politik einbringen. Seid aktiv und helft die Zukunft gestalten“, fordert Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf die Jugendlichen auf.

EU Future Talks im Landtagssitzungssaal Salzburg Der Austausch der Jugendlichen mit Europa-Abgeordneten stand im Mittelpunkt des Abschlusstages der „EU Future Talks“. Foto: Land Salzburg/Neumayr/Hofer 25.03.2022

Biodiversität und erneuerbare Energien

Zum Beispiel Ziga Ciglaric setzt diesen Appell um und engagiert sich für Klimaschutz sowie Umwelt: „Das Thema Biodiversität wird in der politischen Debatte völlig vernachlässigt. Es muss präsenter sein, damit Verhalten geändert wird“, so der junge Slowene. Ebenso der Salzburger Simon Hofer. Er fordert, dass Forschung und Entwicklung für erneuerbare Energien beschleunigt werden muss. Das Steuersystem soll den Wechsel von fossilen auf erneuerbare Energieträger schneller ermöglichen. Für David Roman aus Slowenien zum Beispiel soll die EU den Mitgliedstaaten Vorgaben machen, welche und wo erneuerbare Energien eingesetzt werden müssen.

EU-weite Listen bei Parlamentswahl

Die Jugendlichen beschäftigten sich in den zwei Konferenztagen in Salzburg auch damit, wie Entscheidungen getroffen werden. Fabian Plank aus Wals-Siezenheim spricht sich dabei für EU-weite Listen bei Europawahlen aus. Die HAK-Schülerin Theresa Ortwein will, dass auch auf EU-Ebene Maßnahmen ergriffen werden, damit in die nationalen Bildungssystemen Diversität und Informationen über andere Kulturen Eingang finden. „Wenn junge Leute dies bereits lernen, ist es später selbstverständlich“, so die Salzburgerin.

Kein Zwei-Klassen-System bei Flüchtlingen

Fragen zur Migration und Flüchtlingspolitik beschäftigen die knapp 60 Teilnehmer besonders. Für Panka Kiraly aus Ungarn gibt es ein Zwei-Klassen-System von Flüchtlingen. „Das ist völlig ungerecht und muss abgeschafft werden.“

Einbindung auf EU-Ebene gesichert

Begeistert vom unglaublichen Einsatz, mit dem die vielen Jugendlichen aus sieben EU-Staaten ihre Hauptanliegen in vier Parallel-Workshops erarbeitet haben, ist Organisatorin Gritlind Kettl: „Wir garantieren, dass die Forderungen nicht verloren gehen, sondern in die Meinungsfindung von Kommission, Parlament und Bundeskanzleramt eingebunden werden. Der Fokus liegt dabei ganz klar auf der Zukunft Europas und dem europäischen Jahr der Jugend“, so die Leiterin der Stabsstelle EU-Bürgerservice und Europe Direct Land Salzburg.

Quelle: Land Salzburg

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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