Frauenreferentin LH-Stv. Haberlander: „Gewalt an jenen, die beraten, schützen und helfen ist ein absolutes No-Go“

Frauenreferat schafft Förderung für Notrufalarmsysteme in Frauenvereinen, Frauenberatungsstellen und Frauenhäusern, um Mitarbeiterinnen besser zu schützen

Gerade in der Corona-Pandemie braucht es Anlaufstellen und Beratungsmöglichkeiten für die Frauen in Oberösterreich. Es braucht aber vor allem Einrichtungen, die sicher sind. Sicher für Frauen und Kinder, aber natürlich auch für die Mitarbeiterinnen der Beratungsstellen vor Ort.

Durch die Zusammenführung der Ressortbereiche hat Frauenreferentin LH-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander einen regelmäßigen Austausch der Geschäftsführerinnen der oberösterreichischen Frauenvereine, Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser ins Leben gerufen. Im Rahmen dieser Treffen erfolgt nicht nur ein Austausch über die Aktivitäten, sondern finden sich immer wieder auch gemeinsame Themen und es entwickeln sich Ideen.

In dem nun stattgefundenen Online-Meeting bedankte sich Frauenreferentin LH-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander bei den Geschäftsführerinnen der oberösterreichischen Frauenvereine, Frauenberatungsstellen und Frauenhäusern für ihre ausgezeichnete und engagierte Arbeit für die Oberösterreicherinnen und kündigte die vom Frauenreferat des Landes Oberösterreich geschaffene, einmalige Förderung für Notrufalarmsysteme bei Frauenvereinen, Frauenberatungsstellen und den Frauenhäusern an:

„Mein Dank gilt den zahlreichen Mitarbeiterinnen der Frauenvereine, Frauenberatungsstellen und Frauenhäusern, die tagtäglich tolle Arbeit leisten und sich für die Anliegen der Frauen in Oberösterreich einsetzen, insbesondere in der herausfordernden Zeit von Corona. Meine höchste Wertschätzung gilt ihrem Engagement, das viel Kraft und Einfühlungsvermögen erfordert. Diese wertvolle Arbeit kann allerdings nur dann gut erledigt werden, wenn das Umfeld auch sicher ist. Da es auch schon vereinzelt zu Zwischenfällen in den Einrichtungen gekommen ist, beispielsweise bei der Besuchsbegleitung von Kindern, wo im Vorfeld in der Beziehung der Eltern bereits Gewalt im Spiel war, habe ich auf Anregung der Frauenberatungsstelle NORA Mondsee eine zusätzliche Förderung für Frauenvereine, Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser ins Leben gerufen, die ein Notrufalarmsystem für ihre Mitarbeiterinnen installieren wollen. Über dieses System sind die Einrichtungen direkt mit der Polizei verbunden. Es genügt beispielsweise ein einfacher Klick des Notfallknopfes und die Polizei wird sofort alarmiert. Den Knopf kann man einfach bei sich tragen“, betont Frauenreferentin LH-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander und unterstreicht mit Nachdruck: „Gewalt an jenen, die beraten, schützen und helfen wollen, ist ein absolutes No-Go.“

„In unserer Tätigkeit sind wir bei uns in der Beratungsstelle immer wieder mit Gewalt gegen Frauen, Kinder und Familie konfrontiert. Hierbei versuchen wir stets den Frauen und Familien die bestmögliche Unterstützung zu geben. Gleichzeitig kommt es immer wieder vor, dass Frauen gegenüber den ‚gewalttägigen‘ Partnern bekannt geben, dass sie sich bei uns in Beratung befinden. Hierbei kann es durchaus vorkommen, dass man dadurch in eine unvorhergesehene Konfliktsituation kommt. Anlassbezogen hatten wir in den Monaten vermehrte krisenhafte Situationen, in denen wir einer konkreten Gefahr ausgesetzt waren. Daher ist es aus unserer Sicht nötig, allen Beratungsstellen geförderte Sicherheitsmittel zu Verfügung zu stellen, um im Ernstfall rasch handeln zu können“, sagt Mag.a Alexandra Raninger, Geschäftsführerin NORA Mondsee.

Schutz für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Notrufalarmsystem mit Direktverbindung zur Polizei

Die Frauenvereine, Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser können sich von einem qualifizierten Anbieter beraten lassen und sich eine für ihre Einrichtung maßgeschneiderte Lösung installieren lassen. Das kann beispielsweise eine Kamera im Eingangsbereich sein, damit die Beraterinnen sehen, wer da ist. Weiters gibt es Notfalltaster in Form eines Armbandes, eines Notfallknopfes oder in Form einer App am Handy, den die Beraterinnen bei Gefahr betätigen können. Dieser Knopf löst bei der Polizei einen Alarm aus.

Großes Netzwerk an Hilfs- und Beratungseinrichtungen in Oberösterreich

Es ist besonders wichtig, dass die Frauen die Frauennotrufnummer 0800 222 555 kennen und in ihrem Handy eingespeichert haben. Der Frauennotruf hilft kostenlos, anonym und rund um die Uhr. Laut einer Umfrage kennen aber nur ein Fünftel aller Frauen den Frauennotruf! Die Frauenhelpline ist 365 Tage und 24 Stunden besetzt.

Frauennotruf OÖ. – das Autonome Frauenzentrum ist eine vom Ministerium für Frauen anerkannte Fachstelle zu sexueller Gewalt gegen Frauen und Mädchen und bietet als anerkannte Opferschutzeinrichtung umfassende Informationen und persönliche Beratungen sowie Prozessbegleitungen in einem möglichen Strafprozess.

Neben dem Gewaltschutzzentrum OÖ, fünf Frauenhäusern und sechs Frauenübergangswohnungen gibt es in Oberösterreich auch 22 Frauenvereine und -beratungsstellen (in jedem Bezirk mindestens eine Einrichtung), die Frauen und Mädchen Hilfe, Beratung und Unterstützung in schwierigen Lebenslagen bieten.

Am Kepler Universitätsklinikum gibt es zudem eine Opferschutzgruppe, das GewaltopferBetreuungsteam, kurz GOBT genannt, wo die Betroffenen ganzheitlich betreut werden.

Bewusstseinsbildung, Aufklärung und Prävention sind unabdingbar. Im Frauenreferat des Landes Oberösterreich und auf der Homepage gibt es die Broschüre „Halt, so nicht!“, mit Sicherheitstipps für Frauen und Mädchen.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

error: (c) by salzTV