„teilen spendet zukunft“: 20. Benefizsuppenessen in Linz

Anlässlich der Aktion Familienfasttag luden Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer und die Katholische Frauenbewegung OÖ zum 20. Mal zum traditionellen Benefizsuppenessen ein. Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Wirtschaft trafen sich heute Vormittag, 11. März 2022, in den Redoutensälen des Landes OÖ.

Unter dem Motto „Gemeinsam für eine Zukunft miteinander füreinander“ liegt der Fokus der diesjährigen Kampagne auf dem Bereich der unbezahlten Sorgearbeit. Konkret richtet sich der „Blick über den Suppentellerrand“ auf die Frauen- und Nachbarschaftsinitiative AKKMA („Aktiv für die Frauen in Mapulang Lupa“) auf den Philippinen.

Landeshauptmann Thomas Stelzer, Linda und Dietmar Till vom Stiftskeller St. Florian, Paula Wintereder, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung OÖ, und Bischof Manfred Scheuer.
 Foto: Land OÖ/Vanessa Ehrengruber

Wir tragen gemeinsam Verantwortung für ein besseres Morgen – gerade in diesen dramatischen Tagen, wo über Nacht ein schrecklicher Krieg nach Europa zurückgekehrt ist. Mit dem Benefizsuppenessen und den damit verbundenen Hilfsprojekten macht die Katholische Frauenbewegung deutlich, dass auch in schweren Zeiten an vielen Orten und auf vielerlei Weise an einem besseren und vor allem gerechteren Morgen gearbeitet wird. Mein besonderer Dank gilt allen, die zu dieser Aktion beitragen. Sie unterstreichen damit auf eindrucksvolle Weise, dass die Kraft der Zivilgesellschaft eine tragende Säule der Entwicklungszusammenarbeit darstellt“, soLandeshauptmann Mag. Thomas Stelzer in seinem Grußwort.

kfb-Vorsitzende Wintereder: Sorgearbeit ins Zentrum der Gesellschaft rücken

Paula Wintereder, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung OÖ, zur Aktion Familienfasttag: „Heuer richten wir unseren Fokus auf das Thema Sorgearbeit, hier bei uns und im Beispielland Philippinen. Wir sind überzeugt davon, dass das Miteinander- und Füreinander-Sorgen eine unverzichtbare Wertehaltung in jeder Kultur und Gesellschaft ist. Sorge muss also ins Zentrum der Gesellschaft rücken. Es geht nicht ohne bezahlte und unbezahlte Sorgearbeit, auch nicht für die Wirtschaft.“

Sorgearbeit werde meist den Frauen zugewiesen – und müsse im globalen Süden unter prekären Lebensbedingungen und wenig staatlicher Unterstützung getan werden. Dies veranlasse viele Frauen dazu, ihr Heimatland zu verlassen und Sorge-Tätigkeiten in anderen Ländern zu verrichten – schlecht bezahlt, ohne Rechte und ohne soziale Absicherung, wie Wintereder betonte. Sie appellierte an die Anwesenden: „Schauen wir doch hin – beenden wir die Ausnützung vieler Frauen, übernehmen wir gemeinsam die notwendige Sorgearbeit zum Wohle aller! Dass wir alle bereitwillig füreinander Sorge tragen, das ist nicht nur ein Gebot der Stunde in Krisenzeiten. Aber wir lernen und tun es gerade in den beängstigenden Tagen des Krieges, der beinahe vor unserer Haustür stattfindet.“

Bischof Scheuer: Sorgearbeit als wesentlicher Kitt der Gesellschaft

Bischof Manfred Scheuer wies in seinem Grußwort darauf hin, dass die geringe Wertschätzung der Sorgearbeit ein Problem sei, das auch hierzulande auftrete, verstärkt aber in den Projektpartnerländern in Afrika, Asien und Lateinamerika. „Sorgearbeit ist unbezahlt und wird mehrheitlich von Frauen erledigt. Den meisten von ihnen bleibt dadurch keine Zeit für Erwerbsarbeit oder für Aus- und Fortbildung. Und fällt der Staat in der Daseinsvorsorge aus, wird der Anteil an Sorgearbeit noch höher. Der Zusammenschluss von Frauen, diese Sorgearbeit zu organisieren, ist ein Schlüssel für den Zusammenhalt in kleinen Gemeinschaften, in dörflichen oder städtischen Kleinstrukturen. Der heurige Familienfasttag legt darauf einen Schwerpunkt. Es darf auch uns hellhörig machen, die Sorgearbeit als wesentlichen Kitt unserer Gesellschaft in den Blick zu nehmen und auch hierzulande für Nachschärfungen und vor allem eine erhöhte Wertschätzung für die unbezahlten und bezahlten Tätigkeiten einzutreten. Die Fastensuppe der Katholischen Frauenbewegung ist nicht nur ein wichtiger Beitrag, um Frauen in den Projektpartnerländern zu stärken und zu ermächtigen, sie schärft auch den Blick für globale Zusammenhänge und strukturelle Verbesserungsmöglichkeiten in unserer Gesellschaft.“

Gaumenfreuden aus St. Florian für die Gäste des Benefizsuppenessens

Schmackhaftes aus dem Suppentopf wurde zum heurigen Benefizsuppenessen aus St. Florian beigesteuert: Linda und Dietmar Till vom Stiftskeller St. Florian kredenzten den Gästen eine Bärlauchsuppe, eine Gemüsebouillon mit Polentaknöderln und eine Libanesische Linsensuppe. Das dazu passende Fastenbier wurde auch heuer wieder vom Stift Schlägl beigesteuert. Die Spenden kamen der Aktion Familienfasttag zugute.

Mag.a Michaela Leppen, Abteilungsleiterin der Katholischen Frauenbewegung in Oberösterreich (kfb oö), führte durch das Programm. Musikalisch gestaltet wurde es vom Ensemble „Folk and Pepper“.

Aktion Familienfasttag: Bewusstsein schaffen, Lebensbedingungen verbessern

Die Aktion Familienfasttag ist die entwicklungspolitische Aktion der Katholischen Frauenbewegung (kfb). Sie setzt sich seit über 60 Jahren in rund 70 Projekten in Ländern des Südens für Zugang zu Bildung, Sicherung der Lebensgrundlagen und Wahrung der Menschenwürde ein. Hier in Oberösterreich engagiert sie sich für ein solidarisches Miteinander und Füreinander der Menschen. Das Motto der Aktion Familienfasttag: „teilen spendet zukunft„.

42.000 Frauen sind oberösterreichweit in der kfb engagiert. 2022 organisieren Frauen in Oberösterreich rund um den Familienfasttag – den zweiten Freitag in der Fastenzeit – rund 200 Suppenessen in Pfarren bzw. bieten „Suppe im Glas“ zum Mitnehmen an und gestalten etwa 300 Gottesdienste. Unterstützen kann man die Projekte der Aktion Familienfasttag auf vielfältige Weise: beim Suppenessen in zahlreichen katholischen Pfarren in Oberösterreich, durch Spenden bei den Gottesdiensten und online unter www.teilen.at.

Quelle: Landeskorrespondenz OÖ

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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