Am 10. März ist Weltnierentag: Gib acht auf die Multitalente!

Nierenerkrankungen sind in Europa die fünfhäufigste Ursache für gesund-
heitsbedingte verlorene Lebensqualität. Zehn Prozent der Erwachsenen sind
von einer chronischen Nierenerkrankung betroffen. Mehr als zwei Millionen
Menschen weltweit brauchen eine Dialyse oder eine Nierentransplantation.
Eine ungesunde Lebensweise führt häufig zu Bluthochdruck und Diabetes, wodurch
die Nieren auf Dauer geschädigt werden. Ist dies der Fall, besteht eine chronische
Nierenerkrankung, die zu einem fortschreitenden Verlust der Nierenfunktion führt.
Dadurch verschlechtern sich der Gesundheitszustand und die Lebensqualität der
Betroffenen oft dramatisch. „Fatal ist, dass viele Betroffene von ihrer fortschreiten-
den Nierenschwäche nichts ahnen, denn die Symptome zeigen sich meist erst dann,
wenn die Nierenerkrankung schon weit fortgeschritten ist“, sagt Priv.-Doz.in Dr.in Ma-
ria Haller, Fachärztin der Abteilung Nephrologie und Transplantationsmedizin am
Ordensklinikum Linz.
Um auf unsere großartigen Nieren aufmerksam zu machen, wird weltweit der interna-
tionale Weltnierentag am 10. März 2022 begangen. Denn im öffentlichen Bewusst-
sein liegen die Nieren oft im Schatten von Herz und Lunge. „Durch das Schicksal
meiner Oma habe ich das Leben von nierenkranken Menschen früh kennengelernt.
Es ist mir einfach ein Anliegen, auf unsere faszinierenden Nieren aufmerksam zu
machen und aufzuzeigen, wie wichtig gesunde Nieren sind“, erzählt Priv.-Doz.in Dr.in
Maria Haller

Unsere Nieren sind einfach erstaunliche Organe. Sie sind unsere „Waschmaschinen“
und filtern unser Blut etwa 400-mal am Tag rund um die Uhr. Dabei entstehen etwa
200 Liter gefilterter Harn, der schlussendlich durch sehr intelligente Prozesse in der
Niere reduziert wird auf die uns allen bekannte Menge Harn, die wir täglich aus-
scheiden (etwa 2 Liter). Dadurch entfernen die Nieren Abfallprodukte und Giftstoffe
aus unserem Körper, halten unseren Körper im chemischen Gleichgewicht, kontrol-
lieren den Blutdruck, sorgen für gesunde Knochen und eine ausreichende Produktion
von roten Blutkörperchen, die den Sauerstoff im Körper transportieren. Unsere Nie-
ren sind einfach wahre Multitalente.
„In den vergangenen Jahrzehnten ist der Anteil jener Menschen stetig gestiegen, bei
denen ein ungesunder Lebensstil zu einer chronischen Nierenerkrankung führt. Die
Folgen sind eine lebenslange medikamentöse Behandlung, Dialyse oder auch eine
Transplantation. Jeder sollte sich der Bedeutung der Nieren für den Erhalt der Ge-
sundheit bewusst sein“, sagt Prim. Univ.-Doz. Dr. Daniel Cejka, Leiter der Abteilung
Nephrologie und Transplantationsmedizin am Ordensklinikum Linz.
Vorbeugung
Wer sein Risiko für Diabetes mellitus und Bluthochdruck senkt, kann so auch einer
dadurch bedingten chronischen Nierenerkrankung vorbeugen. Dazu ist es vor allem
wichtig, sich ausgewogen zu ernähren, Übergewicht zu vermeiden, auf eine ausrei-
chende Bewegung zu achten und nicht zu rauchen. Bei bereits bestehendem Diabe-
tes oder Bluthochdruck sind oft zusätzlich Medikamente nötig, um Blutzucker und
Blutdruck gut einzustellen, um Spätfolgen wie einer chronischen Nierenerkrankung
vorzubeugen.
Früherkennung
Wer Risikofaktoren für eine chronische Nierenerkrankung hat, sollte regelmäßig
Blutdruck und Blutzucker sowie seine Nieren durch Hausärztin oder Hausarzt kon-
trollieren lassen. So lässt sich eine Nierenschwäche frühzeitig feststellen und das
Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Klassische Risikofaktoren sind ein zu
hoher Blutdruck, ein zu hoher Blutzucker, eine nierenerkrankte verwandte Person,
Übergewichtigkeit, Rauchen und ein Alter über 50 Jahren


Symptome
Eine chronische Nierenkrankheit fällt oft erst auf, wenn es durch Folgeerkrankungen
zu Beschwerden kommt oder die Nieren versagen. Der Körper scheidet dann zu we-
nig Wasser aus und die Abfallstoffe werden nicht mehr ausgeschieden und sammeln
sich im Körper an. Symptome können fast den ganzen Körper betreffen, zum Bei-
spiel:
 Schwellungen (Ödeme), zum Beispiel an den Beinen oder im Gesicht
 Übelkeit, Erbrechen
 Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust
 Blässe und Juckreiz
 Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Schwäche
 Luftnot


Zentrum für Nierenerkrankungen
Die Schwerpunkte der Abteilung Nephrologie (Interne 3 – Nieren- und Hochdrucker-
krankungen, Transplantationsmedizin, Rheumatologie) am Ordensklinikum Linz lie-
gen in der medizinischen und pflegerischen Betreuung von Menschen mit Nierener-
krankungen, Hochdruckerkrankungen und in der Transplantationsmedizin. Zusätzlich
werden Patienten mit Rheuma behandelt.
In Oberösterreich ist das Ordensklinikum Linz das einzige Spital, in dem Nieren-
Transplantationen durchgeführt werden. Die Transplantation einer Niere ist eine hoch
komplexe Behandlung, die nur an vier Zentren in Österreich durchgeführt wird: an
den Universitätskliniken Wien, Graz und Innsbruck sowie im Ordensklinikum Linz
Elisabethinen.

Fotos © Ordensklinikum Linz

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

error: (c) by salzTV