Weltfrauentag: Mehr Arbeit und wenig Zeit führt zu Unzufriedenheit

Putzen, Kochen, Kinder in den Kindergarten bringen oder das Organisieren von Alltagsaufgaben: Hausarbeit spielt in jeder Beziehung eine große Rolle. Und in vielen ist sie nach wie vor Sache der Frau, wie eine aktuelle, repräsentative Umfrage des Unternehmens Vorwerk Österreich und des Meinungsforschungsinstitutes TQS zeigt. 77 Prozent der Frauen wünschen sich dabei, dass der Partner mehr Aufgaben im Haushalt übernimmt. Die fehlende Zeit für sich selbst ist für Frauen der Hauptgrund für die Unzufriedenheit. Anlässlich des Weltfrauentages fasst Philipp Kammerer von Vorwerk die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

Der Mann geht arbeiten, während sich die Frau um die Kinder und den Haushalt kümmert – ein klassisches Rollenbild, dass in vielen Köpfen für überwunden scheint. Wie es tatsächlich um den Status Quo in Österreich steht, zeigt eine aktuelle Studie, bei der 500 Österreicherinnen und Österreicher zur Verteilung der Aufgaben sowie deren Organisation im Haushalt befragt wurden.

„Das bisschen Haushalt“: Putzen, Waschen & Co. immer noch in Frauenhänden

So wurde im Zuge der Studie zunächst erhoben, welche Aufgaben im täglichen Leben von wem erledigt werden. Dabei zeigt sich: Wenn es um die Verteilung der „Klassiker“ unter den Hausarbeiten geht, leisten immer noch Frauen den Löwenanteil: 82 % der befragten Frauen waschen (im Vergleich zu 16 % der Männer), 77% bügeln (Männer: 14%) und 73 % putzen (Männer: 12 %) ausschließlich oder häufiger. Lediglich kleine Reparaturen (77%) und die Autoreinigung (67%) fallen vorwiegend in den Aufgabenbereich der Männer.

Mental Load: Versteckte Ungleichheit sorgt für sichtliche Überforderung

Doch nicht nur das Ausführen von Hausarbeiten, sondern auch das Organisieren und Planen alltäglicher Tätigkeiten ist geleistete Arbeit, die belastend sein kann und seit einigen Jahren unterm dem Begriff „Mental Load“ zusammengefasst wird. Die jüngsten Zahlen zeigen, dass diese Aufgaben überwiegend von den Partnerinnen erledigt werden. So liegen zum Beispiel Geburtstagsgeschenke organisieren (69 %), Mahlzeiten planen (66 %) oder Arzttermine vereinbaren (58 %) in deren Verantwortung. Mit Folgen: Über die Hälfte der Frauen (54 %) stufen ihre persönliche „Mental Load“ als sehr hoch beziehungsweise hoch ein. Bei den Männern ist dies hingegen nur bei 31 % der Fall. „Diese versteckte, unsichtbare Last im Kopf der Frauen muss endlich in der Familie, der Gesellschaft und auch in der Politik gesehen, um als Arbeit wertgeschätzt zu werden. Dann könnte sie auch besser verteilt werden“, kommentiert Philipp Kammerer die jüngsten Zahlen.

Zeit als Ursache für Haushalts-Frust

Macht die aktuelle Arbeitsaufteilung glücklich? Als Hauptursache für Unzufriedenheit gaben die befragten Frauen zu wenig Zeit (35 %), gefolgt von der Aussage, dass der Partner zu wenig Aufgaben übernimmt (32 %) und sie selbst zu viele erledigen (28 %) an. Gerade einmal 33 % haben täglich zwischen einer halben und einer Stunde Zeit für sich. Auch bei den Männern sorgt mit 23 % die spärliche Me-Time für das größte Unbehagen. Danach folgt auf Platz zwei die geringe Zeit für die Partnerschaft (22 %) sowie auf Platz drei – da sind sich beide Geschlechter erstaunlicherweise einig – die Meinung, dass die Partnerin zu viele Aufgaben übernimmt (18 %). Das zeigt sich auch darin, dass über die Hälfte der Männer (55 %) über eine Stunde am Tag Me-Time haben. Um sich gelegentlich von den alltäglichen Haushaltsaufgaben zu entlasten, holen sich 28 % der Paare deshalb Unterstützung von der eigenen Familie.

Der Haushalt ist in Österreich noch immer Frauensache

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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