Salzburg: Wärmekamera deckt „Energiefresser“ gnadenlos auf

e5-Gemeinden und Privatpersonen profitieren von der „Thermographie-Aktion“ des Landes / Gut fürs Geldbörserl und das Klima

Salzburger Landeskorrespondenz, 18. Februar 2022

(LK)  Klimawandel und stark steigende Energiepreise sind überzeugende Argumente, keine Wärme beim Fenster hinaus zu verheizen. „Das Land stellt interessierten Gemeinden einen ‚Wärmeverlust-Detektiv‘ zur Seite. So lassen sich Schwachpunkte aufspüren, Energieverluste vermeiden und wertvolle Ressourcen einsparen“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn.

Die Wärmebildkamer von Thermograf Benjamin Zauner (r.) deckt Schwachpunkte von Gebäuden gnadenlos auf. „So lassen sich Energieverluste vermeiden und wertvolle Ressourcen einsparen“, betont LH-Stv. Heinrich Schellhorn.

Mit einer Infrarotkamera spüren erfahrene Thermografen die Schwachstellen eines Gebäudes auf. Daran kann eine gezielte Energieberatung anknüpfen, die Sanierungsschritte und passende Förderungen empfiehlt. „Wir können nur gemeinsam – Bund, Länder, Gemeinden und jeder und jede Einzelne von uns die Energiewende vorantreiben und damit unser Bundesland nachhaltig, energieautonom und klimaneutral machen“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn zur Aktion, die vom Energieressorts des Landes unterstützt wird.

Schwachstellen werden sichtbar

Benjamin Zauner ist als einer der Detektive frühmorgens im Einsatz und führt jährlich mehr als 100 Wärmebildmessungen in der Dämmerung durch: „Die Schwachstellen eines Gebäudes sind mit Thermografie auch für Nicht-Experten zu erkennen. Für Eigentümer wird der Nutzen sichtbar, wenn sie Geld für Verbesserungen in die Hand nehmen“, so Zauner. Viele Kunden interessiert bei der Thermographie auch der Vergleich: „Das Bild vom Gebäude nach der Sanierung ist ein deutlich anderes als vorher.“

Problem erkannt und behoben

In der e5-Gemeinde St. Koloman werden derzeit drei Einfamilienhäuser unter die thermische Lupe genommen, darunter das Wohn- und Bürogebäude von Rupert Struber: „Wir haben bereits einen Zubau errichtet. Nun denken wir an die Verbesserung des alten Bauteils. Die Thermografie zeigt uns die wesentlichen Schwachpunkte auf. Jetzt kann ich die Sanierung gezielt planen“, sagt der Hausbesitzer.

Gemeinden unter der Infrarot-Lupe

Die jährliche Thermografie-Aktion ist ein wichtiger Klimaschutz-Baustein im Landes-Programm für energieeffiziente Gemeinden (e5-Programm). Das Salzburger Institut für Raumordnung (SIR) berät im Auftrag des Landes die aktuell 38 energieeffizienten Gemeinden. St. Kolomans Bürgermeister Herbert Walkner ist überzeugt: „Als e5-Gemeinde wollen wir unsere Bürgerinnen und Bürger beim Weg zur Energieeinsparung unterstützen. Die Thermografie-Aktion bewerben wir jährlich über unsere Gemeindezeitung. Für umgesetzte Maßnahmen gibt es eine eigene kommunale Förderung.“

80 Gebäude im Visier

„24 Salzburger Gemeinden sind heuer an dieser Aktion des e5-Programms beteiligt, auch aus den Klima- und Energiemodellregionen im Salzburger Seenland und im Saalachtal. Mehr als 80 Gebäude werden bis Ende Februar genauer unter die Lupe genommen“, informiert Manfred Koblmüller vom durchführenden Salzburger Institut für Raumordnung SIR.

Eingespart: 130.000 Liter Heizöl pro Jahr

In Kooperation mit der Energieberatung Salzburg folgen nach den Bildaufnahmen gezielte Beratungen – kostenlos und produktneutral. Die Kosten für die Hausbesitzer belaufen sich, je nach Gemeindeförderung, gerade einmal auf 99 bis 155 Euro für die Thermografie, die Langzeitersparnis liegt wesentlich höher. „Gerechnet wird mit einem Einsparpotenzial von jährlich 1,3 Millionen Kilowattstunden Heizenergie, das entspricht 130.000 Litern Heizöl. Den größten Beitrag zum Klimaschutz leisten wir, wenn wir unnötigen Energieverbrauch vermeiden“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn.

(c)Land Salzburg/Neumayr/Leopold

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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