ÖBB: Sanierungsarbeiten machen Bosrucktunnel fit für die Zukunft

  • Sanierung startet am 28. Februar und dauert rund fünf Monate
  • Tunnelinnenschale und Oberleitung werden erneuert
  • Schienenersatzverkehr mit Bussen während der Bauzeit

(Kirchdorf, 18. Februar 2022) – Seit seiner Fertigstellung im Jahr 1906 verbindet der 4766 Meter lange Bosrucktunnel Oberösterreich und die Steiermark auf der Schiene. Um die weitere Nutzung bis 2040 sicherzustellen, finden in diesem Jahr wieder umfangreiche Wartungs- und Sanierungsarbeiten statt. Diese erfordern eine fünfmonatige Streckensperre von 28.2. bis 29.7.2022. In diesem Zeitraum wird Fahrgästen ein Schienenersatzverkehr mit Bussen zur Verfügung stehen.

Umfangreiche Sanierung in zwei Abschnitten
Im ersten Abschnitt der Tunnelsanierung wurden bereits 2016 die Tunnelsohle und Gleise erneuert. Am 28. Februar 2022 beginnt nun der zweite Sanierungsabschnitt, bei dem die Tunnelinnenschale stellenweise erneuert wird und eine Stromschiene für die Oberleitung eingebaut wird. „Mit der umfangreichen Sanierung des Bosrucktunnels stellen wir sicher, dass der Bahnbetrieb bis mindestens ins Jahr 2040 über den bestehenden Tunnel abgewickelt werden kann und die wichtige Verbindung zwischen Oberösterreich und der Steiermark fit für die kommenden Jahre wird“, so Thomas Fruhmann, Projektleiter der ÖBB-Infrastruktur AG. Laut ÖBB-Rahmenplan ist eine Investitionssumme von 23,9 Mio. Euro für das Projekt vorgesehen.

Bauarbeiten erfordern Streckensperre und Schienenersatzverkehr
Die Bauarbeiten erfordern eine rund fünfmonatige Streckensperre, bedingt durch die besonderen Sicherheitsvorkehrungen, die bei den Arbeiten im eingleisigen Tunnel eingehalten werden müssen. So darf beispielsweise immer nur an zwei Stellen zeitgleich gearbeitet werden und Baumaschinen können nur über die beiden Tunnelportale zufahren. Daher ist auch ein Zugverkehr zwischen den einzelnen Arbeitsschritten nicht möglich. Die Fertigstellung der Bauarbeiten ist für Ende Juli 2022 geplant.

Während der Streckensperre von 28. Februar bis 29. Juli 2022 wird für den Nahverkehr ein Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen den Haltestellen Spital/Pyhrn und Selzthal eingerichtet. Züge des Fernverkehrs werden vom Bahnhof Kirchdorf a.d. Krems bis Selzthal mit Bussen geführt.

Fahrgäste werden gebeten, mehr Zeit einzuplanen und sich vor Reiseantritt online unter oebb.at, mittels der ÖBB Scotty mobil App oder OÖVV INFO App bzw. telefonisch unter 05-1717 über ihre Verbindung zu informieren.

Bosrucktunnel als zentraler Teil der Pyhrnstrecke
Die Pyhrnstrecke zwischen den Bahnhöfen Linz Hauptbahnhof und Selzthal ist ein bedeutender Nord-Süd-Korridor für den internationalen Bahnverkehr. Als Teil der Pyhrn-Schober-Achse ermöglicht sie die Verbindung von Deutschland sowie der Tschechischen Republik mit dem Raum Graz und Slowenien. Auch national hat die Strecke eine hohe Bedeutung – insbesondere für Pendler:innen im südlichen Bereich von Linz. Seit den 1980er Jahren bauen die ÖBB die Pyhrnstrecke nach und nach abschnittsweise von einem auf zwei Gleise aus. Diese Ausbauschritte werden auch als selektiv zweigleisiger Ausbau bezeichnet. Parallel zum selektiven zweigleisigen Ausbau werden Bahnhöfe und Haltestellen erneuert und laufend Reinvestitionen und Erhaltungsmaßnahmen (Erneuerung von Gleisen und Weichen, Sanierung von Tunneln, etc.) durchgeführt. Bahnhöfe wie Neuhofen an der Krems, Kematen-Piberbach und Rohr-Bad Hall wurden bereits fit für die Zukunft gemacht. Demnächst startet die Modernisierung des Bahnhofs in Kremsmünster.

© ÖBB

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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