OÖ Job Week: Betriebe im Bezirk Gmunden öffnen sich für Jugendliche und Erwachsene

Betriebsführungen, Probeschnuppern, Vorträge, Speed Datings, Workshops, Tage der offenen Tür, Kennenlern-Frühstücke, Abendveranstaltungen uvm., die Palette der Angebote im Rahmen der OÖ Job Week ist riesig. „Die Betriebe sind sehr kreativ, wenn es darum geht, sich als interessanter Arbeitgeber zu präsentieren“, freut sich Martin Ettinger, Bezirksstellenobmann der WKO Gmunden, der in die Job Week sehr viel Hoffnung setzt. In der Woche vom 28. März bis 2. April 2022 feiert diese Initiative der Wirtschaftskammer Oberösterreich unter dem Motto „Arbeitgeber trifft Arbeitnehmer“ nun Premiere.

Worum geht’s bei der OÖ Job Week? 
„Wir wollen in dieser Woche Unternehmen mit potenziellen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ins Gespräch bringen und zwar vor Ort in der Arbeitsstätte“, sieht Robert Oberfrank, Bezirksstellenleiter der WKO Gmunden, der WK-Initiative optimistisch entgegen. Die teilnehmenden Betriebe bieten Informationen zu den Ausbildungsplätzen und Jobangeboten. Die Berufe können dabei direkt in den Betrieben „live“ erlebt und wichtige Eindrücke gesammelt werden. Ein Angebot, das es in dieser Form noch nie gab. Über 50 Betriebe aus den unterschiedlichsten Branchen beteiligen sich im Bezirk Gmunden an dem Projekt, mehr als 400 sind es oberösterreichweit.

„Die OÖ Job Week wendet sich an Erwachsene, die einen neuen Arbeitsplatz anstreben und an Jugendliche, die eine Lehrstelle suchen“, erklärt Oberfrank. Erwachsene können dabei einen umfassenden Einblick in die Jobs gewinnen. Für Jugendliche gibt es neben der Chance in der Freizeit auch die Möglichkeit, nach Absprache mit dem Klassenvorstand, im Rahmen der „individuellen Berufsorientierung“ während des Schulunterrichts frei zu nehmen und eine Firma zu besuchen. „Eltern, Erziehungsberechtigte oder Freunde sind dabei herzlich willkommen“, erwähnt Oberfrank.  Die (kostenlose) Anmeldung zur OÖ Job Week und den Betrieben bzw. Veranstaltungen erfolgt für interessierte Jugendliche oder Erwachsene über die Homepage www.jobweek.at. Für interessierte Betriebe ist es noch nicht zu spät, sich für die OÖ Job Week zu registrieren. Dies ist ebenfalls über die Homepage möglich.

Bildungsdirektion und AMS mit an Bord
WKO-Bezirksstellenobmann Martin Ettinger freut sich, dass die Bildungsdirektion und das AMS OÖ bei dieser Initiative mitwirken: „Das ist ein Beweis für den Zusammenhalt, wenn es um wichtige Themen geht“.  Der sich abzeichnende Wirtschaftsaufschwung wird in ganz Österreich durch den Personalmangel gebremst, der sich zum Thema Nr. 1 bei den nationalen Unternehmen entwickelt hat, noch vor der Digitalisierung und dem Klimawandel.  

Die Auftragsbücher sind voll, es fehlt aber an Personal, seien es Lehrlinge, Fach- oder Hilfskräfte. Laut der jüngsten Fachkräfteerhebung gab es im Herbst 2021 mehr als 31.000 offene Stellen in Oberösterreich. Die demografische Entwicklung schlägt sich am Arbeitsmarkt nieder: 1534 Lehrlinge in 440 Lehrbetrieben (Stand 31.12.2021) bedeuten einen historischen Tiefstand im Bezirk Gmunden.

„Umso wichtiger ist es, dass wir mit Projekten wie der OÖ Job Week positive Impulse für den Arbeitsmarkt setzen“, unterstreicht Ettinger die Bedeutung der Initiative.  

Neue Form des Personalrecruitings
Leopold Tremmel, Geschäftsstellenleiter des AMS Gmunden, bestätigt, dass der Arbeitskräftemangel im Bezirk deutlich spürbar ist. „Alle Branchen sind betroffen“, fasst Tremmel die Situation am regionalen Arbeitsmarkt zusammen. Er sieht die OÖ Job Week als neue Form des Personalrecruitings bzw. der Arbeitssuche, um Unternehmen und Arbeitssuchende in einer entspannten Atmosphäre zusammenzubringen und Kontakte zu knüpfen. „Wir werden die Arbeitssuchenden direkt ansprechen und ihnen raten, die Veranstaltungen der teilnehmenden Unternehmen im Rahmen ihrer Arbeitssuche zu besuchen“, so Tremmel.

Das AMS OÖ unterstützt Arbeitsuchende und Unternehmen aktiv mit seiner Vermittlungsarbeit. „Bestehen seitens des Unternehmens allerdings Zweifel an der Eignung einer arbeitsuchenden Person für die angebotene Stelle, gibt es Möglichkeiten, diese auszuräumen“, erklärt Tremmel. Er spricht damit die Arbeitserprobung an, die Klarheit darüber schafft, ob die Bewerberin bzw. der Bewerber zum Unternehmen passt und über die erforderlichen Fähigkeiten verfügt. Auch gibt es für das AMS OÖ die Möglichkeit, Eingliederungsbeihilfen zu gewähren, damit das Unternehmen einen Anreiz erhält, Menschen eine Chance zu geben, die am Arbeitsmarkt benachteiligt sind – etwa Ältere und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen.

Der flächenmäßig größte Bezirk Oberösterreichs bietet einen breiten Branchenmix. „Der Norden ist geprägt von Industrie- und Produktionsbetrieben (Papiererzeugung, Autozulieferer, Bau etc.), im Süden liegt der Fokus aufgrund der wunderschönen Landschaft auf dem Tourismus“, beschreibt Tremmel den Arbeitsmarkt und damit die Vielfalt an möglichen Ausbildungsplätzen. „Auch die Anzahl der freien Arbeitsplätze ist glücklicherweise groß, das bedeutet aber auch die ‚Qual der Wahl‘ für Arbeitssuchende”, fügt er hinzu.

Für den Geschäftsstellenleiter des AMS Gmunden ist die OÖ Job Week keine Plattform für Bewerbungsgespräche, sondern sie soll dazu beitragen, bereits im Vorfeld Ansprüche der Unternehmen und die Interessen der Jobsuchenden abzugleichen. „Das informelle Kennenlernen von Arbeitssuchenden und Personalverantwortlichen kann sich dabei sehr positiv auf den Recruitingprozess auswirken“, ist Tremmel überzeugt.

„Nutzen Sie die Möglichkeit bei der OÖ Jobweek ihren neuen Arbeitsgeber kennenzulernen und möglicherweise auch gleich Probearbeiten zu vereinbaren“, ruft Leopold Tremmel zur Teilnahme an der OÖ Job Week auf.

Foto: Friedrich Scheichl

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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