2022 weiterer Digitalisierungsschub in Salzburgs Museen

Masterplan für das neue Jahr steht / Virtuelle Rundgänge hauchen den Ausstellungen noch mehr Leben ein

Salzburger Landeskorrespondenz, 28. Januar 2022

(LK) Den Auftakt für das Museumsjahr 2022 bildete kürzlich eine digitale Konferenz der Museumsdirektoren. Dabei wurde für die Landes- und Regionalmuseen ein ambitioniertes Programm vorgestellt. „Neben den ausgezeichneten Ausstellungen sind auch die Fortsetzung der Digitalisierungsoffensive sowie von Nachhaltigkeitsprojekten wichtige gemeinsame Ziele für das kommende Jahr. Parallel wird intensiv am Generalplan Kulturbauten gearbeitet“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn.

Museumswoche Land Salzburg v.l. Landeshauptmannstellvertreter Heinrich Schellhorn und Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Foto: Land Salzburg / Franz Neumayr 4.3.2021

Der Generalplan Kulturbauten ist ein Leuchtturmprojekt für Salzburg und über eine halbe Milliarde Euro schwer. „Salzburg nimmt im kulturellen Bereich eine besondere Rolle ein. Im weltweiten Vergleich sind wir einer der bedeutendsten Standorte, die Kultur ist unter anderem unsere internationale Visitenkarte. Daher müssen wir jetzt die richtigen Schritte für die Zukunft setzen, um unsere Stellung zu halten und auszubauen“, betont Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Museumsstandort Salzburg wird gestärkt

Eckpunkte im Generalplan Kulturbauten für den Museumsstandort Salzburg – Stadt und Land – sind dabei unter anderem:

  • „Belvedere in Salzburg“ (31 Millionen Euro)
  • Ausbau der „Alten Residenz“ samt einem „Museum Domgrabung“ inklusive archäologischer Sammlungen und eines Besucherzentrums (15,5 Millionen Euro)
  • Generalsanierung des Ost-, Süd- und Westtrakts der Residenz (15 Millionen Euro).
  • Biosphärenparkzentrum im Neuwirtstadl in Mauterndorf (rund acht Millionen Euro).
  • „Sound-of-Music-Museum“ beim Schloss Hellbrunn (rund 1,5 Millionen Euro)
  • Übersiedelung des Sattler-Panoramas in das neue Welterbe-Besucherzentrum im Mirabellgarten (vier Millionen Euro)

Haslauer: „Salzburg ist Vorreiter“

Pandemiebedingt war die Digitalisierung in Salzburgs Museen Herausforderung und Chance zugleich. „Sie ermöglicht neue Perspektiven für die Besucher. Bequem von zu Hause oder aus aller Welt werden die Exponate besichtigt. Salzburg ist mit seiner Digitalisierungsoffensive der Landesmuseen dabei bundesweit Vorreiter. Das wird auch vom österreichischen Museumsbund bestätigt“, so Landeshauptmann Haslauer und er fügt hinzu: „Die großen Schritte in dieser Hinsicht basieren auf schnellen Lösungen durch die Pandemie, werden aber nun kontinuierlich ausgebaut.“

Schellhorn: „478.000 Euro zusätzlich für Regionalmuseen“

„Die Regionalmuseen konnten die coronabedingten Einschränkungen für Investition in die Zukunft nutzen und dabei viele Digitalisierungs-Projekte umsetzen. In den Jahren 2020 und 2021 wurden sie dafür mit 478.000 Euro unterstützt. Ich möchte mich für den großen Einsatz aller Beteiligter bedanken. Die gelungene Kooperation zwischen den großen Museen und jenen in den Regionen trägt viel zur Qualitätssteigerung bei“, sagt Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn.

Neue Landesförderung wird genutzt

„Die Museen setzen ihre individuellen Digitalisierungsstrategien konsequent um. Beispielsweise wurde das Online-Ticketing bereits in einigen Museen über die ,Tourismus Salzburg GmbH‘ (TSG) realisiert. Zusätzlich nimmt das Land mit der Förderung ,Museum.Digital‘ weitere Mittel in die Hand. 2021 wurden 300.000 Euro ausbezahlt. Damit könnten zusätzliche Investitionen gefördert und neue Besuchergruppen angesprochen werden. Daneben beschäftigen sich die Museen intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit“, informiert die zuständige Projektverantwortliche im Büro des Landeshauptmanns Doris Fuschlberger.

Neue Einblicke mit „MuseumsApp“

Im Bereich Digitalisierung und Nachhaltigkeit wollen Salzburgs Museen im kommenden Jahr zahlreiche Vorhaben umsetzen. Hier fünf Beispiele:

  • Der „Landesverbandes Museen und Sammlungen“ hat in Kooperation mit der Universität Salzburg die „MuseumsApp“ entwickelt. Partner sind die drei Regionalmuseen Bürmoos, Werfenweng und Bramberg.
  • Im Haus der Natur werden bauliche Voraussetzungen für das Online-Ticketing mit der Errichtung einer Fast Lane geschaffen.
  • Die Mozartmuseen möchte das digitale Angebot beider Häuser stärker vernetzen.
  • Im Dommuseum wird ab Herbst das Südoratorium umgebaut und die dortige Dauerausstellung mit digitalem Schwerpunkt neu konzipiert.
  • Das Freilichtmuseum verhandelt mit den Verkehrsbetrieben hinsichtlich, dass ein Onlineticket als Freifahrtschein für die Öffentlichen Verkehrsmitteln gilt.

Digitalisierung stärkt die regionalen Angebote

„140 Sammlungen, Museen, Freilichtensembles und Schaubergwerke stehen in allen Salzburger Bezirken zur Verfügung. Sie bieten vielfältige Einblicke in Geschichte und Gegenwart, Raritäten aus Kunst und Kultur, Kleinodien aus Handwerk und Technik sowie Kostbarkeiten aus Alltagsleben und Gesellschaft. Durch interaktive Angebote kann sich insbesondere die jüngere Zielgruppe noch stärker mit der Faszination Museum auseinandersetzen“, so Landeshauptmann Haslauer und Landeshauptmann-Stellvertreter Schellhorn.

Besucherrückgang aufgrund von Corona-Pandemie

Aufgrund von Beschränkungen (zum Beispiel Schließungen wegen Lockdowns) durch das Coronavirus fallen die Besuchszahlen für die Salzburger Landesmuseen 2021 weit geringer, als in den Jahren vor der Pandemie aus. Vergangenes Jahr besuchten insgesamt mehr als 700.000 Gäste die Museen in Stadt und Land Salzburg.

  • Salzburg Museum: 342.284
  • Haus der Natur: 195.537  
  • Salzburger Freilichtmuseum: rund 74.000
  • Museum der Moderne Salzburg: rund 74.000
  • DomQuartier: rund 38.951

Quelle: Land Salzburg

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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