17. Corona-Expertenrunde: Normaler Alltag ist das gemeinsame Ziel

Psychologin Dr. Sabine Schneider und Dr. Holger Förster / Information zu Schutzimpfung, Omikron, Impfpflicht und Motivation

(LK)  Die Corona-Impfung schützt sehr gut gegen einen schweren Krankheitsverlauf. Dennoch: Es gibt es noch Tausende Salzburgerinnen und Salzburger ohne Immunisierung durch eine erste, zweite oder dritte Dosis. Die neuesten Erkenntnisse zu Omikron, Skeptiker und die bevorstehende Impfpflicht wurden in der bereits 17. Corona-Expertenrunde heute von Psychologin Dr. Sabine Schneider und dem Impfreferenten der Salzburger Ärztekammer, Dr. Holger Förster, beleuchtet.

1.333 Neuinfektion sind heute in Salzburg dazu gekommen, in den Spitälern liegen insgesamt 66 Covid-Patienten, davon 13 auf Intensivstation. „Omikron ist bei weitem nicht harmlos, aber die Krankheitsverläufe sind nicht so schwer wie bei der Delta-Variante, sonst wären wir bei den aktuellen Zahlen bereits über der Belastungsgrenze unseres Gesundheitssystems“, so Dr. Holger Förster, Impfreferent der Ärztekammer in der heutigen Corona-Expertenrunde.

Förster: „Neuinfektionen treffen derzeit die Kinder.“

Förster, selbst auch Kinderarzt, ergänzt: „Die Gruppe der Fünf- bis Zwölfjährigen ist noch wenig geimpft und aktuell, man sieht es an den Neuinfektionen, am meisten betroffen. Bereits sieben Kinder mussten mit PIMS, einer durch das Virus verursachten Entzündungserkrankung, ins Spital eingeliefert werden, drei davon auf die Intensivstation.“

Erst wenige Vormerkungen für Novavax

Rund 1.200 Salzburgerinnen und Salzburger haben sich für eine Corona-Schutzimpfung mit „Novavax“ vorgemerkt. „Auch, wenn die Angst vor mRNA-Impfstoffen völlig unbegründet ist, ist Novavax trotz etwas wenig guter Schutzwirkung eine empfehlenswerte Alternative für jene, die bisher skeptisch waren“, so Förster, der auch einen Ausblick gibt: „In Zukunft wird eine Auffrischungsimpfung im schlimmsten Fall einmal jährlich notwendig sein und vielleicht nicht einmal mehr das, weil das Immunsystem mit jeder Dosis mehr über das Virus lernt.“

Schneider: „Klare Regeln sind wichtig.“

„Wenn man leere Drohungen ausspricht, wird man nicht lange ernst genommen. Daher sind klare und nachvollziehbare Regeln wichtig. Am besten kombiniert man diese mit einem positiven Belohnungssystem“, so Psychologin Dr. Sabine Schneider, die sich in der 17. Corona-Expertenrunde klar für die Impfpflicht ausgesprochen hat. „Wenn man sich nur wegen dem Schnitzel im Gasthaus impfen lässt, ist das für die Allgemeinheit immer noch besser als gar nicht geimpft zu sein“, so Schneider über die verschiedenen Beweggründe.

Gemeinsames Ziel: Normaler Alltag

„Jeder Mensch hat sein persönliches Recht, gegen etwas zu sein. Man muss nur ganz klar dazu stehen und sich laufend damit beschäftigen. Dann ist es auch in Ordnung, wenn man seine Meinung ändert und sich zum Beispiel doch impfen lässt. Man verliert deswegen nicht gleich sein Gesicht“, so Schneider. „Egal ob geimpft oder ungeimpft, wir alle wollen wieder einen normalen Alltag. Das ist unser gemeinsames Ziel“, betont Schneider in Bezug auf eingefahrene Meinungen.

Expertenrunden nachschauen

Alle Aussagen und Informationen zu den Themen in der 17. Expertenrunde. Auch alle andere 16 stehen nach wie vor unter www.salzburg.gv.at/expertenrunde und am YouTube-Kanal des Landes zur Verfügung. So auch jene von letzter Woche (16. Expertenrunde) mit Primaria Dr. Uta Hoppe und Landesstatistiker Gernot Filipp zum Thema Omikron und Wirksamkeit der Corona-Impfung. 

©Land Salzburg/Melanie Hutter

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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