Mit Zuversicht und Vorsicht ins neue Jahr – Spartenobmann Pecherstorfer: Alle Zeichen nach Corona-Einbruch auf Wachstum und Erholung


Extra-Schub durch Steuerreform erwartet

„Nach dem sehr schwierigen letzten Vierteljahr, vor allem für die konsumnahen Branchen, und den Omikron-bedingt äußerst zähen Start ins neue Jahr, blicken die gut 55.000 Gewerbe- und Handwerksbetriebe mit leichter Zurückhaltung den nächsten Monaten entgegen“, betont Michael Pecherstorfer, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der WKOÖ. „Grundsätzlich erwartet das Gewerbe und Handwerk in Oberösterreich zwar einen spürbaren Aufschwung, bleibt aber vorsichtig. Denn in den fast zwei Jahren Covid-19-Pandemie haben zu oft Restriktionen und Lockdowns das zarte Konjunkturpflänzchen abgewürgt“, sagt Pecherstorfer. Man müsse jetzt aus der Pandemie herauskommen, die Vorzeichen seien gut und mit der Impfung habe man die Voraussetzungen dafür. Denn es könne nicht der Weisheit letzter Schluss sein, sich von Lockdown zu Lockdown zu hanteln.

Pecherstorfers Konjunkturbewertung wird von der aktuellen Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria bestätigt. Demnach hat sich das oö. Gewerbe und Handwerk im 4. Quartal trotz Lockdown relativ gut gehalten. So gaben 40 Prozent der Betriebe die Geschäftslage mit gut an, um 23 Prozentpunkte mehr als im 4. Quartal 2020. Allerdings müsse man hier differenzieren, so Pecherstorfer, denn die Investitionsgüterbranchen im Gewerbe und Handwerk waren von den Corona-Restriktionen kaum betroffen. Anders die konsumnahen Sektoren, wo 32 Prozent der Betriebe im 4. Quartal 2021 Umsatzrückgänge meldeten und nur 24 Prozent ein Plus.

Dementsprechend differenziert fallen auch die Erwartungen für das laufende Quartal aus. Während die Investitionsgüterbranchen (u. a. Bau im weitesten Sinn, Metall, Tischler, Kunststoffverarbeiter) viel Optimismus an den Tag legen — um 18 Prozentpunkte überwiegen die Betriebe, die steigende Aufträge erwarten —, sind die Konsumbranchen (z.B. Lebensmittelgewerbe, Kfz-Technik, körpernahe Dienstleister) überwiegend pessimistisch gestimmt. Um 4 Prozentpunkte überwiegen hier jene Betriebe, die im ersten Vierteljahr 2022 ein Umsatzminus erwarten.

Ökosziale Steuerreform bringt Impulse und Entlastungen
Vor diesem Hintergrund sei es aus Sicht des oö. Gewerbe und Handwerks notwendig, die zarte Konjunktur zu stützen, statt sie abzuwürgen. Kräftige Wachstumsimpulse gerade für die besonders betroffenen konsumnahen Branchen erwartet sich der Spartenobmann von der Tarifsenkung bei der Lohn- und Einkommensteuer. „Wenn den Menschen mehr zum Ausgeben bleibt, sollte das den Betrieben einen nachhaltigen und spürbaren Wachstumsschub bringen.“ Aber auch der Investionsgütersektor sollte von der Senkung bei Lohn-, Einkommen- und Körperschaftsteuer einerseits und dem neuen Investitionsfreibetrag andererseits profitieren können. Gleiches gilt für Offensiven bei thermischer Sanierung und erneuerbaren Energien oder andere Entlastungs- und Fördermaßnahmen im Umfeld der ökosozialen Steuerreform.

Gewerbeobmann Michael Pecherstorfer vorsichtig optimistisch: „Eigentlich stehen alle Zeichen auf spürbare, nachhaltige Erholung, sofern wir den inzwischen eklatanten Arbeitskräftemangel einigermaßen in den Griff bekommen und uns nicht Corona, die Preisentwicklung auf den Rohstoff- und Energiemärkten und die Probleme bei den Lieferketten ins Handwerk pfuschen.“

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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