Kinderschutz-Landesrätin Birgit Gerstorfer: Nachwuchsmangel in der Sozialpädagogik – FH-Lehrgang in Ried als Ausbildungs-Turbo

Aus allen Richtungen kommen derzeit die Warnungen, dass sich bei Kindern und Jugendlichen die Nachwehen der Pandemie in den kommenden Jahren eklatant zeigen werden. Zur selben Zeit merkt die Kinder- und Jugendhilfe, dass es zu wenig Nachwuchs an Sozialpädagog/innen gibt, also jene ausgebildeten Fachkräfte, die Kinder und Jugendliche unterstützen und betreuen. Besonders in Randbezirken zu Salzburg wird der Nachwuchsmangel spürbar, weshalb es ein neues Ausbildungsangebot in Ried gibt.

Wir müssen professionelle Fachkräfte  ausbilden, denn wir werden alle Hände voll zu tun haben, Familien in besonderen Belastungssituationen zu stützen und jene Kinder zu schützen, denen ein instabiles Elternhaus keinen Schutz bieten kann“, so die zuständige Landesrätin Birgit Gerstorfer.

Die Aufstockung der Ausbildungsplätze zum/zur Akademischen Sozialpädagogischen Fachbetreuer/in von 60 auf 85 Plätze soll nun als Turbo dienen. Gleichzeitig wird damit ein regionaler Schwerpunkt gesetzt, denn die zusätzlichen 25 Plätze werden in Form eines Lehrgangs in Ried angeboten. Parallel findet wie gewohnt der Lehrgang in Linz mit 60 Plätzen statt.

Durch blended learning – einer Kombination aus Online- und Präsenzlehr­veranstaltungen – sollen die beiden Lehrgänge gut miteinander vernetzt und auch für Berufstätige attraktiv werden. Durch die kompakte Organisationsform (Do/Fr/Sa) wird ist eine gute Vereinbarkeit von Familie, Arbeit und Ausbildung gegeben, um auch Berufsumsteiger/innen anzusprechen.

Wir brauchen Menschen, die Kinder und Jugendliche und deren Familien betreuen – in den Wohngruppen der Kinder- und Jugendhilfe oder als mobile Unterstützung für Familien zu Hause. Das Arbeitsfeld ist breit und bietet Jobs für rund 1.200 Mitarbeiter/innen“, so Gerstorfer.

Mit 1.200 Stunden Theorie und 1.200 Stunden Praxisausbildung sind die Absolvent/innen gerüstet für das hohe Qualitätsniveau, das im Feld der Kinder- und Jugendhilfe gefordert ist. Die Ausbildung dauert fünf Semester und bietet viel Praxisbezug: Vor Lehrgangsbeginn findet ein Informationspraktikum statt, es folgen ein begleitetes Praktikum im 3. Semester und zum Abschluss ein umfangreiches Berufspraktikum.

Die Kosten für diese Ausbildung werden von der Abteilung Kinder- und Jugendhilfe getragen. „Wir investieren in den nächsten beiden Jahren zusätzliche 650.000 Euro in den Lehrgang in Ried“,  informiert Mag.a Theresia Schlöglmann, Leiterin der Abt. Kinder- und Jugendhilfe. „Mit dieser deutlichen Aufstockung der Ausbildungsplätze möchten wir sicherstellen, dass die Qualität der Betreuung auf dem gewohnt hohen Niveau bleibt. Pro Jahr werden immerhin rund 1000 Kinder und Jugendliche in Einrichtungen der Kinder und Jugendhilfe betreut und mehr als drei Mal so viele zu Hause in ihren Familien sozialpädagogisch unterstützt.“

Bewerbungen sind bis Mitte Mai möglich, zuvor werden von der FH Campus Linz Infoabende für Interessent/innen angeboten, der nächste Termin ist am 27. Jänner.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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