Österreich gewinnt Teambewerb in Bischofshofen

***ÖSV-Team übernimmt Gelbes Trikot im Nationencup***

Österreichs Skispinger haben am Sonntag den Teambewerb beim Weltcup in Bischofshofen für sich entschieden. Jan Hörl, Manuel Fettner, Philipp Aschenwald und Daniel Huber siegen vor den Teams aus Japan und Norwegen. In der Nationenwertung übernimmt das ÖSV-Team mit aktuell 2.646 Weltcup-Punkten die Führung vor Norwegen (-116 Punkte) und Deutschland (-139). 

Für die Vorentscheidung zugunsten der Österreicher, die bereits zur Halbzeit in Führung gelegen waren, sorgte Manuel Fettner als zweiter Springer im zweiten Durchang mit einem 137-Meter-Satz. Davor hatte Jan Hörl mit einem Sprung über 131,5 Metern die Führung der Österreicher erfolgreich verteidigt. Philipp Aschenwald legte 134 Meter nach, Bischofshofen-Tournee-Sieger Daniel Huber sorgte bei verkürztem Anlauf mit 129 Metern für die Entscheidung.

STIMMEN

Manuel Fettner: „Der zweite Sprung war mit Herz und ich habe perfekt durchgezogen. Ich bin sehr happy, dass es so gut geklappt hat und es ist richtig cool, dass wir gewonnen haben, und das noch dazu zuhause. Hier in Bischofshofen ist für uns als Team richtig gut gelaufen.“

Daniel Huber: „Es war nicht so leicht, als Favorit in den Bewerb zu gehen. Da war ich schon nervös. Es waren von mir vielleicht nicht 100 Prozent perfekte Sprünge, aber sehr stabil. Ich glaube, das gilt für die gesamte Mannschaft – mit Ausnahme von dem zweiten Sprung von Manuel, der war richtig stark. Das war eine gute Herausforderung, die wir als Team angenommen haben, und am Ende sind wir ganz oben gestanden.“

Jan Hörl: „Mein zweiter Sprung war sehr verhalten, zu passiv. Gott sei Dank bin ich noch halbwegs ins Fliegen gekommen. Jetzt freue ich mich über den Sieg und das wir mit dem Gelben Trikot aus Bischofshofen abreisen. Das hätten uns nach dem Tournee-Start in Oberstdorf nur die Wenigsten zugetraut. Aber wir haben immer an uns geglaubt.“

Philipp Aschenwald: „Das waren heute gute Sprünge von mir, aber keine brutal guten. Trotzdem haben wir das hochverdient gewonnen. Wir haben zuletzt jede freie Minute genutzt, um an der Technik zu feilen. Wir sind drangeblieben, und zum Schluss hat es sich ausgezahlt.“

Verbnjak, Dreier und Hiemer holen Staatsmeistertitel

Bei der ÖM der Skibergsteiger im Ennstal/Steiermark krönte sich Paul Verbnjak zum Doppel-Staatsmeister. Der Kärntner siegte sowohl im Vertical als auch im Individual in souveräner Manier. Bei den Damen gewannen Sarah Dreier (Vertical) und Johanna Hiemer (Individual).

Am vergangenen Wochenende fanden im Ennstal/Steiermark die Österreichischen Staatsmeisterschaften im Skibergsteigen statt. Schon beim Vertical am Freitag zeichnete sich in gewisser Weise ein Generationenwechsel ab. Mit Paul Verbnjak, Daniel Ganahl und Christof Hochenwarter stand die „next Generation“ auf dem Podest. Die erfahrenen Läufer, angeführt von Jakob Herrmann und Armin Höfl mussten sich dahinter einreihen. Eine aufsteigende Form zeigte Andreas Mayer, der sich Platz 6 vor dem Sprintspezialisten Daniel Zugg sichern konnte. Verbnjak dominierte das Verticalrennen von Beginn an. Schon nach kurzer Zeit konnte er einen komfortablen Abstand auf seinen ersten Verfolger Daniel Ganahl herauslaufen und mit rund 15 Sekunden Vorsprung als erster die Ziellinie passieren. Christof Hochenwarter komplettierte mit einem Rückstand von 53 Sekunden das Podium. Routinier Jakob Herrmann musste sich etwa um 1 Minute geschlagen geben, witterte jedoch die Chance in seiner Spezialdisziplin, dem Individual, das am Sonntag über die Bühne ging. Lange Zeit lag das Trio Herrmann, Ganahl und Verbnjak gleichauf. Während der Vorarlberger Ganahl nach einem Patzer in der Wechselzone abreißen ließ, fiel die Entscheidung um den Sieg erst im letzten Anstieg. Mit einem Vorsprung von 22 Sekunden auf Herrmann erreichte der Paul Verbnjak schließlich als erster die Ziellinie und krönte sich damit zum Doppel-Staatsmeister. Mit einem Rückstand von 1:16 Minuten belegte Daniel Ganahl den 3. Platz. Der, nach 20-monatiger Verletzungspause, erst im Dezember zurückgekehrte Armin Höfl kam als vierter ins Ziel, musste jedoch einen Rückstand von über 5 Minuten hinnehmen. Hinter dem Steirer reihten sich Andreas Mayer, Christian Hoffmann und Daniel Zugg ein. Mit einer starken Leistung zeigte der Youngster im Team, Hannes Lohfeyer, auf. Er holte sich bei den Junioren sowohl im Vertical als auch im Individual den Sieg. 

***Dreier und Hiemer siegen bei den Damen***
Sarah Dreier, die nur im Vertical an den Start ging, sicherte sich den Staatsmeistertitel in ihrer Paradedisziplin. Das Rennen der Salzburgerin verlief jedoch alles andere als unkompliziert. Die Pinzgauerin kämpfte, aufgrund der kalten Temperaturen, von Beginn an mit Schmerzen beim Atmen und musste zunächst Johanna Hiemer sowie Altmeisterin Andrea Mayer ziehen lassen. Erst in der zweiten Hälfte des Rennens konnte sie wieder aufschließen und letztendlich mit 15 Sekunden Vorsprung das Vertical für sich entscheiden. Johanna Hiemer belegt den zweiten Rang vor Andrea Mayer. Johanna Hiemer, die schon beim Weltcupauftakt in Adamello gezeigt hat, dass sie nichts von ihrem Kampfgeist eingebüßt hat, ging beim Individualrennen am Sonntag ebenfalls an den Start.  Die zweifache Mutter lag in der Königsdisziplin von Beginn an in Führung und verwies Stephanie Kröll klar auf den zweiten Platz. Dritte wurde die Landeskaderläuferin Teresa Feix aus der Steiermark.

***Starkes Starterfeld***
115 Athletinnen und Athleten gingen bei den Rennen der Österreichischen Meisterschaften im Ennstal/Steiermark an den Start. Entsprechend positiv fällt das Fazit des Landesreferenten im steirischen Skiverband Hannes Mayerl aus, der auf eine Wiederholung in der kommenden Wintersaison hofft. „Die Zusammenarbeit mit dem Skiclub Raiffeisen Gröbming unter Obmann Erwin Mayer, den Bergbahnen und den Helfern war vorbildlich. Wir dürfen zu Recht stolz auf ein rundum gelungenes Rennwochenende sein. Ermöglicht wurde die Veranstaltung aber erst durch die hervorragende Zusammenarbeit mit der Bezirkshauptmannschaft, die es ermöglicht hat, dass die Veranstaltung überhaupt erst stattfinden konnte“, so Mayerl abschließend.

***Nächstes Weltcuprennen***
Für die ÖSV-Skibersteiger steht bereits am kommenden Wochenende der nächste Weltcup auf dem Programm. In Andorra geht am Samstag (15.1.) das Individual und am Sonntag (16.1.) das Vertical über die Bühne.

***Stimmen der Athleten/innen:***

Sarah Dreier: 
„Ich bin so happy über diesen Sieg, der alles andere als einfach war. Ich hatte, durch die kalte Luft, solche Schmerzen beim Atmen, dass ich mir nicht sicher war, ob ich das Rennen überhaupt beenden kann. Umso mehr freue ich mich jetzt über den Staatsmeistertitel.“

Johanna Hiemer:
„Ich bin sprachlos. Tage wie diese sind für mich alles andere als selbstverständlich und ich möchte mich vor allem bei meiner Familie, meinem Trainer und meinen vielen Freunden bedanken, die mich so stark unterstützen und es mir ermöglichen meinen Traum zu leben.“

Paul Verbnjak:
„Ich fühle mich im Moment wie im Traum. Erst die beiden Siege beim Weltcupauftakt in Adamello und jetzt Doppel-Staatsmeister – das ist einfach unglaublich. Das gibt mir nochmal doppelte Motivation für die nächsten Weltcuprennen in Andorra in der kommenden Woche.“

Jakob Herrmann:
„Ich bin mit dem Wochenende und vor allem mit dem Rennen heute sehr zufrieden. Natürlich hätte ich gern den Staatsmeistertitel geholt, zumal es heute bis kurz vor dem Ziel extrem eng war. Paul ist derzeit in einer absoluten Top-Form und das muss man auch anerkennen. Somit einerseits schade, dass es nicht geklappt hat, andererseits ist es irgendwie auch schön anzusehen, wie sich die nächste Generation entwickelt und uns „Alte“ fordert.“

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

error: (c) by salzTV