„Mit den Augen der Tiere“: „Universum“-Zweiteiler mit spannenden Einblicken in den Tier-Alltag

Teil 1 am 11. Jänner in ORF 2

Ganz gleich ob versteckt in weit verzweigten Erdhöhlen oder weit draußen im Ozean: Tiere verbringen die meiste Zeit ihres Lebens an Orten, die dem Menschen unzugänglich sind. Mit speziellen Kameras ermöglicht der „Universum“-Zweiteiler „Mit den Augen der Tiere“ am Dienstag, 11. und 18. Jänner 2022, jeweils um 20.15 Uhr in ORF 2 spannende Einblicke in den Tier-Alltag. Im ersten, von Anne Sommerfield, Clare Dornan und Gillian Taylor (deutsche Bearbeitung: Doris Hochmayr) gestalteten Teil der BBC-Produktion – „Zwischen Ozean und Wüste“ – kann das TV-Publikum einem Erdmännchen-Weibchen in die unterirdische Höhlenwelt der Kalahari-Wüste zu seinen neugeborenen Jungen folgen. Eintauchen heißt es ferner bei den fesselnden Unterwasseraufnahmen der Pinguine vor den Küsten Argentiniens. Die Bilder zeigen, mit welcher Geschwindigkeit Pinguine Fischen nachstellen und Geparden in der namibischen Savanne auf Jagd gehen.

Naturdokumentarfilmer/innen müssen oft unwirtliche Bedingungen in Kauf nehmen, um das Verhalten von Tieren aus nächster Nähe einfangen zu können. Wie aber wirkt die Welt aus der subjektiven Sicht der Tiere? Wie leben sie an Orten, an die sie sich zurückziehen und wohin der Mensch ihnen nicht folgen kann? Um diesen Geheimnissen auf die Spur zu kommen, werden Tiere für den BBC-Zweiteiler mit eigens angefertigten, robusten Minikameras ausgestattet. Das gewonnene Filmmaterial liefert vor allem der Verhaltensforschung neue Einblicke in bislang unbekannte Bereiche des Tier-Alltagslebens. Die spezielle Kameratechnik wurde eigens für „Mit den Augen der Tiere“ entwickelt. Beachtet werden musste dabei, dass die von den Tieren zu tragenden Kameras robust ausgestaltet werden und gleichzeitig so lange wie möglich bzw. in bestmöglicher Bildqualität aufzeichnen sollten. „Viele Gedanken haben wir uns auch darüber gemacht, wie wir die Kameras an den Tieren befestigen können“, sagt Chris Watts, Kameramann und Entwickler der außergewöhnlichen Gerätschaften. „Und wir mussten die Kameras natürlich so leicht wie möglich machen.“

Seit 1993 gibt es am Rande der südafrikanischen Kalahari ein Erdmännchen-Forschungsprojekt der Universität Cambridge. Es soll einen Beitrag zum besseren Verständnis des sozialen Zusammenlebens der flinken Raubtiere leisten. Erdmännchen leben in Gruppen von bis zu 30 Individuen, geführt von einem dominanten Weibchen. Was den Langzeitforschern bislang verwehrt blieb, war der Blick in die verwinkelten Höhlensysteme der Erdmännchen. Ausgestattet mit einer Miniaturkamera um den Hals, führt das dominante Weibchen in die verschlungenen Gänge im Wüstenboden. Entstanden ist Bildmaterial von neugeborenen Erdmännchen und ihrem Verhalten. Auch die Gruppendynamik in der gemeinsamen Schlafkammer liefert ein anderes Bild als bisher angenommen: Die strenge soziale Hierarchie im Zusammenleben bei Tag scheint bei der Nachtruhe unter der Erde keine Bedeutung zu haben.

Die Welt aus der Sicht eines jungen Schimpansen eröffnet sich im „Sanaga-Yong Chimpanzee Rescue Centre“ in Kamerun. Hier werden verwaiste, verletzte oder einst in Gefangenschaft gehaltene Schimpansen für ein selbstbestimmtes Leben in den dichten Wäldern Kameruns vorbereitet. Die Betreuer/innen des Zentrums übernehmen, soweit möglich, die Rolle der fehlenden Muttertiere, um den jungen Schimpansen Fertigkeiten beizubringen, die für ein eigenständiges Überleben im Dschungel notwendig sind: Wo findet man Futter, was ist fressbar, welche Gefahren gibt es? Doch eines können die menschlichen Role Models nicht: ihren Schützlingen in die Baumkronen folgen, um herauszufinden, ob die jungen Schimpansen das Gelernte auch im Alleingang umsetzen können. Das Bildmaterial der Spezialkameras liefert Überraschendes.

Patagonien ist die Heimat Hunderttausender Magellan-Pinguine. Die Vögel kennen keine Scheu vor dem Menschen – ideale Bedingungen für Wissenschafter/innen, die hier seit 20 Jahren unter Führung des Biologen Rory Wilson forschen. In manchen Jahren sterben an den Küsten Argentiniens mehr als die Hälfte aller Jungtiere. Die Minikamera bringt die Forscher/innen auf eine mögliche Spur dieses Rätsels, denn nun wird die Futtersuche der Magellan-Pinguine lückenlos dokumentiert.


Fotocredit:

ORF/BBC

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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