Erfolgreiches Jahr für Salzburgs Artenvielfalt

Von den Salzachauen und dem Adneter Moos über Streuobstwiesen und heimische Wildgehölze bis hin zum Lungauer Juwel

Salzburger Landeskorrespondenz, 04. Januar 2022

(LK)  „Salzburgs Natur ist eine Schatzkammer der Artenvielfalt. Unser Auftrag ist es, sie zu schützen, zu pflegen und für die nächsten Generationen so reichhaltig, wie sie ist, zu bewahren“, so Naturschutzlandesrätin Daniela Gutschi. Im vergangenen Jahr wurden viele neue Projekte für Flora und Fauna gestartet und einige, die schon seit Jahren in Umsetzung sind, abgeschlossen.

Mit der Eröffnung des Auenerlebniswegs in der Weitwörther Au konnte in diesem Jahr das bisher größte Renaturierungs-Projekt im Land Salzburg fertiggestellt werden. Seit Oktober 2015 wurden hier knapp 130 Hektar des Natura-2000-Gebiets Salzachauen zu einem intakten Auwald-Ökosystem umgestaltet. Durch die neu geschaffene Besucherinfrastruktur wurde auch ein Naherholungsgebiet für Groß und Klein geschaffen. „Eine gelungene Verbindung von Naturschutz und Naturerlebnis“, ist Landesrätin Daniela Gutschi überzeugt.

Streuwiese statt Fichte

Im Geschützten Landschaftsteil Adneter Moos erfolgte im vergangenen Jahr der Spatenstich für die Wiederherstellung von Streuwiesen, die in den 1960er Jahren mit Fichten aufgeforstet wurden. Die etwa zwei Hektar umfassende Fläche, die nur einmal im Jahr gemäht wird und ungedüngt bleibt, reiht sich in eine Serie von Projekten zur Wiederbelebung der traditionellen Kulturlandschaft in Adnet ein. „Hier ist es gelungen, die letzten Vorkommen von Lungenenzian, Prachtnelke und Glanzstendel im Tennengau zu bewahren“, so Gutschi. Abgerundet wird das Vorhaben durch zwei Amphibienteiche und die Aufwertung angrenzender, naturnaher Waldflächen.

Langlebige Obstgärten

Das Interesse an der „Initiative Streuobst“ übertraf 2021 alle Erwartungen. Das Ziel von 30 neu angelegten Gärten mit rund 600 Hochstamm-Streuobstbäumen auf einer Gesamtfläche von rund zehn Hektar wurde bereits erreicht und für dieses Jahr auf 110 Gärten mit 2.200 Bäumen und einer Gesamtfläche von 35 Hektar erweitert. Auch das Budget wurde dafür um 180.000 Euro erhöht. Besonders erfreulich ist die große Beteiligung an Junglandwirtinnen und Junglandwirten. „Kein Wunder, denn die Initiative ist eine Zukunftsinvestition für unsere Salzburger Kulturlandschaft. Das Ziel sind langlebige Gärten mit einer Lebenserwartung von 100 bis 150 Jahren und darüber hinaus“, betont Gutschi.

Lebensräume durch Vielfalt

Heimische Wildgehölze und Tierarten haben sich optimal auf die regionalen Umweltbedingungen wie Klima und Boden eingestellt. Durch das Auspflanzen nichtheimischer Gehölze stört man diese Symbiosen. Das Projekt „Regionale Gehölzvermehrung“ als Kooperation zwischen dem Land Salzburg, dem Verein regionale Gehölzvermehrung und dem Ausbildungszentrum oberrainanderskompetent in Unken verfolgt das Ziel, diese regionale genetische Vielfalt und Anpassungen zu erhalten. „Mit den inzwischen über 50 vermehrten Gehölzarten werden wichtige Lebensräume geschaffen und die Nahrungsgrundlage für Bienen und andere Insektengruppen verbessert“, erklärt Gutschi.

Lungauer Juwel

Der Blauschillernde Feuerfalter zählt zu den seltensten Tagfalterarten Österreichs und kommt im Bundesland Salzburg nur mehr im Lungau an wenigen Stellen vor. Um die bereits stark verinselten Lebensräume des „Lungauer Juwels“ zu vernetzen, werden gezielt beeinträchtigte Feuchtwiesen zu potentiellem Lebensraum umgestaltet. In St. Michael im Lungau wurden im vergangenen Jahr nahe der Muraufweitung im Ortsteil St. Martin Flächen gesichert und durch umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen ein Niedermoor als Lebensraum für diese Art geschaffen.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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