Fachkräftebedarf auf Allzeithoch, über 80 Prozent der Industriebetriebe betroffen

Die größten Rekrutierungsschwierigkeiten bestehen bei Lehrlingen 

Eine aktuelle Unternehmensbefragung der WKO zum Fachkräftebedarf und Fachkräftemangel ergab, dass sich dieser in Österreich auf einem neuen Allzeithoch befindet. „Mit 81,6 Prozent – 2020: 65 Prozent – zählt die Sparte Industrie zu den am stärksten betroffenen Branchen“, sagt Valborg Burgholzer-Kaiser, Obmann-Stellvertreterin der Sparte Industrie in der WKOÖ.

Die häufigsten und größten Rekrutierungsschwierigkeiten bestehen bei  Lehrlingen. „Dies liegt allerdings nicht an einer mangelnden Ausbildungsbereitschaft der Betriebe. Ganz im Gegenteil: Eine Vielzahl an Betrieben würde mehr Lehrlinge ausbilden, wenn sie dafür ausreichend geeignete und interessierte Jugendliche fände“, so Rudolf Mark, Bildungssprecher der Sparte Industrie der WKOÖ.

„Der digitale und der ökologische Umbau der Wirtschaft ist voll im Gange und die oberösterreichische Industrie ist in diesem Zusammenhang Teil der Lösung. Dafür bedarf es jedoch top-ausgebildeter Fachkräfte – vom Lehrling bis hin zu Universitäts- bzw. FH-Absolventen, um die Chancen und Entwicklungen im technologischen, ökologischen und sozialen Bereich erfolgreich bewältigen zu können“, ist Burgholzer-Kaiser überzeugt. Umso herausfordernder ist die Situation, da die Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern über beinahe alle Qualifikationen bzw. Bildungsabschlüsse hinweg bestehen. So gaben etwa 66,2 Prozent der befragten Unternehmer an, häufig Probleme bei der Suche nach Mitarbeitern mit Lehrabschluss zu haben, 43 Prozent bei der Suche nach Personen mit Abschlüssen von technisch-gewerblichen Fachschulen (ohne Matura), 43,7 Prozent bei der Suche nach Absolventen höherer Berufsausbildung (z. B. Meister, Werkmeister, Fachakademien) und 38,7 Prozent im Bereich von Mitarbeitern mit HTL-Abschluss.

Als stark vom Fachkräftemangel betroffene Berufsfelder in der Sparte Industrie wurden u. a. Techniker (58,7 Prozent), Anlagen- und Maschinenbediener und Montageberufe (57,3 Prozent) sowie Handwerksberufe (49,7 Prozent) genannt. Vor allem in diesen Bereichen wird es aber top-ausgebildete Fachkräfte brauchen, um die beiden Megatrends Digitalisierung und ökologische Transformation erfolgreich zu bewältigen. „Mehr denn je gilt genau hier, dass Fachkräfte entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg und damit für die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts sind. Und besonders hier eröffnen sich damit für jene Menschen, die aktiv und engagiert ihre Zukunft mitgestalten wollen, vielfältige Chancen, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen einzusetzen und innovative Lösungen zu fördern“, so Mark.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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