Oberösterreich setzt auf erneuerbare Energie und den Kampf gegen Energiearmut

„Die Transformation im Energie- und Mobilitätsbereich ist Herausforderung und Chance zugleich. Sie ist unverzichtbar, weil der Kampf gegen den Klimawandel den Ausstieg aus fossilen Energieträgern erfordert. Zugleich ist die Umsetzung der Energiewende ein wesentlicher Impuls für Oberösterreichs Energie- und Umwelttechnologie-Branche, die in vielen Bereichen technologisch führend ist. Daher wollen wir auch 2022 die Nutzung erneuerbarer Energieträger weiter vorantreiben, insbesondere die Nutzung der Sonnenenergie und der Wasserkraft als nachhaltige Energiequellen“, betonte Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner in der heutigen Budgetdebatte des Oö. Landtags. „Oberösterreich soll zu einem Vorreiter der Energiewende werden, daher wird das Budget im Energie-Bereich um vier Millionen Euro auf 15 Millionen Euro erhöht“, so Landesrat Achleitner. „Einen besonderen Schwerpunkt werden wir auf den Kampf gegen Energiearmut setzen, denn der Umstieg auf Heizen mit nachhaltigen Energieträgern soll nicht am Geld scheitern“, unterstrich Achleitner.

„Oberösterreich sagt ganz klar ‚AdieuÖl‘: Um den Umstieg auf erneuerbare Energieträger auch beim Heizen zu fördern, haben wir für unser Bundesland ein eigenes 3er-Paket geschnürt: Eine attraktive Förderung für den Heizkesseltausch, weiters eine eigene Förderung für die Entsorgung des alten Öltanks sowie ein Verbot für Ölheizungen in neuen Gebäuden“, erklärte Landesrat Achleitner. „Unser AdieuÖl-Offensive zeigt auch bereits Wirkung: Alleine in den vergangenen zwei Jahren wurden rund 9.000 alte, fossile Heizkessel in Oberösterreich gegen eine moderne Heizung mit erneuerbaren Energieträgern getauscht. Damit liegt Oberösterreich im Bundesländervergleich an der Spitze“, hob Achleitner hervor.

„Ich habe mich auch immer klar dafür ausgesprochen, dass die Umsetzung der Energiewende sozial und wirtschaftlich verträglich erfolgen muss. Daher freue ich mich, dass Oberösterreich im Kampf gegen die Energiearmut die Vorreiterrolle übernimmt: Als erstes Bundesland werden wir mit Jahresbeginn 2022 die Initiative ‚Sauber Heizen für Alle‘ umsetzen. Das ist ein eigenes Förderprogramm für jene Menschen, die sich trotz der attraktiven Förderung den Austausch ihres fossilen Heizkessels finanziell nicht leisten können. Haushalte mit geringem Einkommen bekommen hier vom Land Oberösterreich und vom Bund bis zu 100 Prozent der Kosten für den Heizkesseltausch ersetzt“, kündigte Landesrat Achleitner an. Das entsprechende Budget wird bereits in der Sitzung der OÖ. Landesregierung am kommenden Montag beschlossen. Beantragt kann die Förderung ab 3. Jänner 2022 werden.

Sonderfinanzierung des Landes OÖ für Landstrom in Linz und Engelhartszell

„Oberösterreich erweist sich aber auch bei der umweltfreundlichen Stromversorgung von Flusskreuzfahrtschiffen als Vorreiter. Denn das österreichweit erste große Landstromprojekt wird in Linz und Engelhartszell umgesetzt. Dabei wird in den nächsten ein bis zwei Jahren die Energieversorgung von Kabinenschiffen während ihrer mehrstündigen bis mehrtägigen Aufenthalte an den Donauländen in Oberösterreich von den umweltbelastenden Dieselaggregaten auf Strom umgestellt. Das reduziert sowohl die Luft- als auch die Lärmbelastung beträchtlich, zugleich wird die Energieeffizienz erhöht. Davon profitieren die Bevölkerung von Linz und Engelhartszell, das Personal und die Passagiere auf den Schiffen sowie die Umwelt“, betonte Achleitner.

Konkret werden in Engelhartszell drei und in der Stadt Linz zumindest sechs Anlegestellen mit Landstrom ausgestattet: „Hier stellt die Errichtung einer Niederspannungsleitung in Engelhartszell und in Linz einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung des Projektes dar. Die Kosten dafür haben Engelhartszell und Linz zu tragen. Da es sich hier um Pilotanlagen handelt, übernimmt das Land die Gesamtkosten in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses“, erklärte Landesrat Achleitner. Diese Förderung in Höhe von maximal 630.000 Euro wird ebenfalls in der Sitzung der OÖ. Landesregierung am kommenden Montag beschlossen.

„Nach der Fertigstellung und Inbetriebnahme der Gesamtanlage können so jährlich ca. 3.067 Tonnen CO2 und rund 33,05 Tonnen Stickoxide sowie beinahe eine Tonne Partikelstaub eingespart werden“, zeigte sich Landesrat Achleitner erfreut.

„Die Umsetzung von Landstrom in Oberösterreich ist nicht nur energiepolitisch ein Leuchtturm, sondern stellt auch einen wichtigen Baustein für positives, modernes Marketing des Donautourismus dar. Das ist gerade in diesen schwierigen Zeiten ein wichtiges Signal und ein wichtiger Impuls“, unterstrich Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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