Salzkammergutbahn: Wann kommt der Stundentakt bis Bad Aussee?

Mit dem heute in Kraft getretenen Fahrplanwechsel erfährt die Salzkammergutbahn einige Verbesserungen, wovon insbesondere die Bewohner und Gäste des Ausseerlands profitieren. Am deutlichsten stechen die die neue Verbindung spätabends von Attnang-Puchheim nach Bad Aussee (Ankunft um 2348) sowie jetzt täglich geführte Verbindungen zu Tagesrandzeiten ab Bad Aussee hervor.
Es gibt aber auch eine vertane Chance bei diesem Fahrplanwechsel. Immer noch enden sechs Zugpaare wie bisher in Obertraun anstatt in Bad Aussee. Durch das Auflassen von drei Bahnhöfen zwischen Bad Ischl und Ebensee weisen diese Regionalzüge nun deutliche Fahrplanreserven aus. Dies zeigt sich insbesondere an den sehr langen Aufenthalten in Steeg-Gosau mit Stehzeiten von acht bzw. zwölf Minuten.
Die Fahrt von Obertraun nach Bad Aussee dauert genauso lang wie die Stehzeit in Steeg-Gosau, nämlich zwölf Minuten. Damit wäre es heute schon theoretisch möglich diese Züge nach Bad Aussee durchzubinden. In der Praxis sind aber noch Zugkreuzungen entlang der eingleisigen Strecke zu berücksichtigen. Wie aber ein passendes Fahrplangefüge aussehen könnte, wird etwa im Verkehrsdienstevertrag Oberösterreich dargelegt (https://www.bmk.gv.at/dam/jcr:5b6745c4-b730-4552-98a3-414834ef0bb4/at31.pdf). Dieses Fahrplangefüge soll spätestens mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn umgesetzt werden.
Obertraun mit seinen rund 700 Einwohnern ist bereits heute stündlich an den Bahnknoten Attnang-Puchheim mit hervorragenden Verbindungen in alle Richtungen angebunden. Von einer Weiterführung der aktuell in Obertraun endenden Regionalzüge über die Landesgrenze nach Bad Aussee profitieren über 10 000 Einwohner, mehr als 250 000 Urlaubsgäste und eine Vielzahl an Schülern. Auch die bereits getätigten umfangreichen Investitionen in die Bahninfrastruktur in Bad Aussee (Mittelbahnsteig, Park&Ride etc.) würde sinnvoll genutzt werden.
In Zeiten der globalen Herausforderungen des Klimawandels, der in Österreich forcierten Mobilitätswende und diverser regionaler Zukunftsprojekte – allen voran die Kulturhauptstadt 2024 – ist eine bestmögliche öffentlichen Anbindung des Ausseerlands unerlässlich. Für die Attraktivität des Ausseerlands als Wohn-, Arbeits-, Urlaubs- und Schulort wird die Bahnanbindung in Zukunft eine immer größere Rolle spielen. Das Ausseerland

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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