Salzburg baut die Ausbildung für Hebammen aus

Fachhochschule Salzburg erweitert ab Herbst 2022 / Landesvoranschlag sieht mehr Geld vor

(LK)  Die Anzahl der Plätze für ein Hebammen-Studium an der Fachhochschule Salzburg wird ab Herbst 2022 aufgestockt. Darüber kamen das Land Salzburg, die FH und die Salzburger Landeskliniken überein.

Konkret sieht die Erhöhung so aus: Derzeit starten alle drei Jahre 24 Studierende ein Hebammen-Studium. Ab dem Semester 2022/2023 werden dann zwei Jahre hintereinander 24 Studierende starten, danach wird ein Jahr Pause eingelegt. Somit werden die Studienplätze innerhalb von drei Jahren verdoppelt. Daraus ergeben sich Mehrkosten in Höhe von etwa 80.000 Euro im nächsten Jahr sowie je rund 260.000 Euro in den Folgejahren.

Haslauer: „Kräftige Investitionen auch in Ausbildung.“

„Wir haben uns mit dem gestrigen Budgetbeschluss zu kräftigen Investitionen in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Medizin bekannt. Dazu gehören auch Budgetmittel für entsprechende Ausbildungen“, betont Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Stöckl: „Umsetzung erfolgt.“

„Nachdem ich die entsprechenden finanziellen Mittel im Budget des Landes Salzburg vorgesehen habe und dieses auch bereits von der Regierung genehmigt wurde, können alle Vorbereitungen für die Umsetzung eingeleitet werden“, informiert Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl.

Walter: „Wichtiger Schritt für die Hebammen in Salzburg.“

„Die FH Salzburg freut sich über die Aufstockung. Damit setzt das Land Salzburg einen wichtigen Schritt zur Abdeckung des Bedarfs an gut ausgebildeten Hebammen. Es gibt ausreichend geeignete Bewerberinnen. Das Team rundum Studiengangsleiterin Eva-Maria Schwaighofer bereitet die Ausweitung der Ausbildung bereits vor“, so FH-Geschäftsführerin Doris Walter.

Ferner: „Maßnahme gegen den Hebammenmangel.“

Anna Ferner, die Vorsitzende des Hebammengremiums, unterstreicht: „Der Ausbau der Studienplätze ist eine vom Hebammengremium geforderte wirksame Maßnahme gegen den Mangel in Salzburg. Seit vielen Jahren können nicht alle Salzburgerinnen eine Hebamme finden, weil es zu wenige gibt. Auch die Kreißsäle können ihre freien Stellen oft nicht sofort besetzen. Der Ausbau der Studienplätze ist ein Schritt in die richtige Richtung, den Frauen und Neugeborenen in Salzburg die Versorgung zu garantieren.“

Zwischen 5.000 und 6.000 Babys jährlich geboren

Der Ausbau der Studienplätze fußt auf einer Erhebung der Landesstatistik aus dem Frühjahr 2020 zur Abschätzung des Bedarfs an Hebammen. Darin wird festgehalten, dass im Land Salzburg seit 2000 jährlich zwischen 5.000 und 6.000 Babys geboren wurden.

Zahl an Hebammen um ein Drittel gestiegen

Laut diesem Bericht übten im Jahr 2018 im Land Salzburg 159 Hebammen ihren Beruf aus. Davon waren etwas mehr als 15 Prozent (25 Personen) ausschließlich in freier Praxis tätig, knapp 25 Prozent (37) ausschließlich in Krankenanstalten und etwa 60 Prozent (97) in beiden Bereichen. Die Zahl der Hebammen stieg dabei 118 im Jahr 2008 auf 159. Innerhalb von zehn Jahren entspricht dies einer Zunahme um mehr als ein Drittel.

Salzburg auf Rang vier

Salzburg liegt mit statistisch 27,6 Hebammen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner und mit 26,8 Hebammen je 1.000 Lebendgeburten auf Rang vier der Bundesländer hinter Tirol, Kärnten und Vorarlberg. 

©pixabay

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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