Lebensraum für Schwarzstorch und Co. freigekauft

07. Dezember 2021

Spenden ermöglichten den Naturfreikauf eines Waldviertler Moores!

Naturschutzbund bittet um Unterstützung zur Rettung weiterer Naturparadiese

Um Überlebensinseln für Flora und Fauna in Österreich dauerhaft zu erhalten, stellt sie der  naturschutzbund │ mittels Pacht oder Kauf unter seine Obhut. Ganz aktuell konnte ein 12.700 m2 großer Moorwaldkomplex in Schrems (NÖ) angekauft werden. Dieser wird nun regelmäßig gepflegt und naturschutzfachlich bewirtschaftet, um ihn als Naturoase zu erhalten. In der Steiermark und im Burgenland stehen jeweils zwei weitere schützenswerte Naturflächen auf der „Wunschliste“ des Naturschutzbundes ans Christkind.

Das baumbestandene Hochmoor mit Spirke und Rotföhre ist eines der am besten erhaltenen Moorwälder im nördlichen Waldviertel. Es ist vom streng geschützten weiß blühenden Sumpfporst bewachsen, beherbergt 23 Brutvogelarten, 53 Schmetterlingsarten sowie die Bergeidechse. Nun konnte es dank großzügiger Spenden im Wert von 18.400 € „freigekauft“ werden!

„Natur braucht Platz!“ – jetzt spenden und so Natur freikaufen!

Um dem Bodenverbrauch von rund 11,5 ha pro Tag in Österreich etwas entgegenzusetzen und der Natur Raum (zurück) zu geben, stellt der Naturschutzbund vier weitere potenzielle Naturfreikaufflächen in der Steiermark und im Burgenland vor. Sie sind besonders für die Endemiten Österreichs – also Arten, die ausschließlich in unseren Breiten vorkommen – überlebenswichtige Refugien.

Blaurackenwiese in der Steiermark

In der Region Stainz bei Straden gibt es die einzigen Brutvorkommen der Blauracke in Österreich. Damit sie genügend Nahrung finden, brauchen sie artenreiche Wiesen mit einem großen Insektenangebot. Die zum Kauf stehende Blaurackenwiese hat Magerwiesencharakter, einen beachtlichen Seggenriedbestand und stellt daher eine hervorragende Nahrungsquelle dar. Durch den Ankauf will der Naturschutzbund die Artenfülle an Tieren und Pflanzen langfristig sichern und das Nistplatzangebot für die Blauracke erweitern.

Wiese mit Hundszahnlilien im Burgenland

Die Hundszahnlilie kommt im Burgenland nur im Bezirk Jennersdorf im Naturpark Raab vor und ist stark gefährdet. Das Vorkommen in Neuhaus am Klausenbach in einer wechselfeuchten Wiese nahe eines Eichen-Rotbuchenmischwaldes soll dank der Naturfreikaufaktion dauerhaft geschützt werden.

Iriswiese in der Steiermark

In der Gemeinde Wörth unweit der Lafnitz in einem Gebiet mit nur noch wenigen Wiesenflächen, möchte die Österreichische Naturschutzjugend (önj) mehrere Wiesenparzellen freikaufen, auf denen unter anderem die Sibirische Schwertlilie, der Gewöhnliche Teufelsabiss und der Große Wiesenknopf sowie zahlreiche geschützte Tagfalter zu finden sind. Ziel ist es, diese Wiesenflächen in das angrenzende Natura-2000-Gebiet „Lafnitztal und Neudauer Teiche“ zu integrieren und extensiv zu pflegen.

Naturnahe Wälder im Burgenland

In Neustift bei Güssing ist der Ankauf eines etwa 80-jährigen Mischwalds mit Traubeneiche, Hainbuche, Rotbuche, Rotföhre, Fichte, Feldahorn und Kirsche mit viel stehendem und liegendem Totholz sowie eines 60-jährigen Schwarzerlen-Bruchwaldes geplant. Die beiden Wälder sind unersetzbarer Lebensraum für totholzbewohnende Insekten sowie viele Spechtarten und ergänzen das Biotopverbundsystem im Südburgenland hervorragend.

HINTERGRUNDINFO

Natur freikaufen – Natur schützen

Um kostbare Biotope und das Überleben seltener Arten in ganz Österreich nachhaltig zu sichern, setzt der Naturschutzbund kleine und große Naturschutzprojekte um. Eine Möglichkeit ist dabei die Naturraumsicherung durch Pacht oder Ankauf. So wurden bereits mehr als 2.100 Überlebensinseln (1.650 ha) für gefährdete Tier- und Pflanzenarten gesichert. Um die sensiblen Naturflächen dauerhaft zu bewahren, sind genaue Planung und intensives Biotopmanagement durch den Naturschutzbund und engagierte Ehrenamtliche nötig.

Weitere Informationen unter www.naturfreikauf.at

Bildinfo: Weil Blauracke, Großer Feuerfalter und Co. Platz brauchen: Jetzt spenden und so Natur „freikaufen“  © links: Michael Tiefenbach, rechts: Hans-Martin Berg

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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